Tauchen – fliegen unter Wasser

Rollstuhl-Taucher im Meer (Foto: Rollstuhl-Taucher Zürich)
Faszination Tauchen für Rollstuhlfahrer (Foto: Rollstuhl-Taucher Zürich)

Tauchen mit einer Behinderung? Geht denn das? Diese Frage stellen sich wohl nicht wenige. Die Antwort lautet „ja“ - der Sport eignet sich sehr gut für Menschen mit Handicap. Wer gewisse gesundheitliche Grundvoraussetzungen erfüllt, kann dieses Gefühl der Schwerelosigkeit erleben.

Im nassen Element minimiert sich der Unterschied zwischen behinderten und nichtbehinderten Menschen stark. Ein Taucher mit Querschnittlähmung beispielsweise kann sich unter Wasser mühelos selbständig bewegen.

Für den Sportler wird so ein ungewohntes Körpergefühl und ein Stückchen Freiheit erlebbar. Und das Gefühl, schwerelos durch den Raum schweben zu können, fasziniert seit Menschengedenken.

Wenige Einschränkungen

Tauchen ist mit einer Vielzahl von Behinderungen möglich. Einzige Ausnahme sind geistige Handicaps. Ausserdem dürfen Herz und Kreislauf, die Atemwege, Nasennebenhöhlen und die Ohren keine Beeinträchtigung aufweisen. Das sind jedoch die selben gesundheitlichen Grundvoraussetzungen, welche auch von Tauchern ohne Behinderung erfüllt werden müssen.

Eingeteilt werden die Taucher gemäss ihrer Einschränkung. Dazu gibt es drei Levels:

Level „A“ - Open Water Diver

• Der Student hat alle Tauchübungen erfolgreich abgeschlossen
• Der Absolvent hat keine Einschränkungen gegenüber einem Taucher auf gleicher Stufe eines anderen Verbandes
• Der Student darf mit einem zertifizierten Taucher tauchen gehen

Level „B“ - Open Water Diver

• Der Student hat alle Tauchübungen absolviert, hat jedoch Schwierigkeiten, in einem Notfall, seinen direkten Partner zu retten oder zu bergen
• Der Student darf nur mit zwei zertifizierten Tauchern tauchen gehen

Level „C“ - Open Water Diver

• Der Student hat alle Tauchübungen absolviert, hat jedoch Schwierigkeiten, in einem Notfall, sich selber zu retten oder zu bergen
• Der Student darf nur mit zwei zertifizierten Tauchern tauchen gehen, wovon zumindest einer davon ein Rescue Brevet besitzen muss

Rollstuhl-Taucher auf dem Boot vor dem Tauchgang an der Küste Spaniens. (Foto: Rollstuhl-Taucher Zürich)
Rollstuhl-Taucher auf dem Boot vor dem Tauchgang an der Küste Spaniens (Foto: Rollstuhl-Taucher Zürich)

Ausbildung und Ausflüge

In der Schweiz  werden die angehenden Taucher durch die Handicapped Scuba Association (HSA) ausgebildet. Die Organisation legt grossen Wert auf Sicherheit bei der Ausbildung der Tauch-Neulinge. Das beginnt bei der Ausrüstung, geht über die Tauchvorbreitung bis zu den immer wiederkehrenden Sicherheitsübungen. Zudem bildet die HSA die Instruktoren aus, so dass sie das spezifische Wissen und die Fertigkeiten im Umgang mit behinderten Tauchern erlangen.

Für ausgebildete Handicaptaucher bieten die Rollstuhl-Taucher Zürich ein attraktives Programm an. Im Winter organisieren sie Tauchtrainings im Hallenbad.Für den Sommer stehen dem Verein ein Bootshaus und ein Boot zur Verfügung, so dass verschiedene Tauchplätze im Zürichsee angesteuert werden können.

Daneben unternehmen die Rollstuhl-Taucher Ausflüge zu verschiedenen anderen Gewässern in der Schweiz. Zu den Highlights gehören sicherlich die durch den Club organisierten Ferien zu traumhaften Tauchplätzen rund um den Globus.


Text: hia, smu - 10/2013

Bilder: Rollstuhl-Taucher Zürich

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