Initative Unihockeyclub

Als Dani Reichmuth neun Jahre alt war, wurde bei ihm eine Nervenkrankheit diagnostiziert, seither ist der Siebner Rollstuhlfahrer. Der grösste Wunsch des sportlichen 33-Jährigen wäre nun, in der March einen Unihockeyclub für Körperbehinderte auf die Beine zu stellen.

Sport war für ihn schon immer wichtig. Bereits als kleiner Junge gehörte Dani Reichmuth dem Turnverein an und ging regelmässig schwimmen. Bis ihn eine Nervenkrankheit als Neunjähriger behinderte. Der Siebner erinnert sich: "Plötzlich gingen meine Bewegungsfunktionen zurück, ich konnte immer schlechter laufen."

Dieses Handicap ist bis heute geblieben, es hat sich sogar noch verschlechtert, so dass Reichmuth praktisch nicht mehr auf den Rollstuhl verzichten kann. Auto zu fahren ist für den Siebner ebenfalls nicht möglich, weil auch die Sehfunktion unter der Nervenkrankheit leidet. Ebenso ist die Koordination der Arme eingeschränkt.

Reichmuth erklärt es einfach so: "Mein Kleinhirn sendet zwar die richtigen Befehle, diese werden aber aufgrund der Krankheit nicht richtig und unkontrolliert ausgeführt." Ihm zugute kommt dabei, dass er schon immer Sport getrieben hat und auch heute regelmässig seine Fitness trainiert.

Dani Reichmuth mit Torhüterhelm in der Hand (Foto: Dani Reichmuth)
Ein grosser Eishockeyfan (Foto: Dani Reichmuth)

Behindertensport kommt zu kurz

Doch für Reichmuth war es als Kind und ist es heute als Erwachsener nicht einfach, sich nicht mehr frei bewegen zu können. "Es macht mich immer noch traurig, wenn ich herumtollende Kinder spielen sehe." Nichtsdestotrotz schloss der Siebner im Zürcher Ausbildungszentrum für Behinderte eine kaufmännische Lehre ab.

Während dieser Zeit kam er mit dem Unihockeysport in Kontakt, trat in Urdorf einem Verein für Menschen mit Behinderung bei und trainierte dort einmal wöchentlich. "Eigentlich bin ich ein grosser Eishockeyfan, natürlich von den Rapperswil-Jona Lakers. Aber diese Sportart auszuüben ist für mich unmöglich", erzählt Reichmuth. Deshalb fasziniert ihn Unihockey fast gleichermassen.

Nachdem er jedoch bei der Hagedorn AG in Pfäffikon eine Anstellung als kaufmännischer Sachbearbeiter angenommen hatte, war an einen regelmässigen Trainingsbesuch in Urdorf nicht mehr zu denken. Dennoch bestritt Reichmuth als Goalie einige Turniere mit dem Team. «Das waren immer besonders schöne Erlebnisse.» Und weil er ein solches auch in der Oberseeregion nicht missen wollte, organisierte er im Mai dieses Jahres in Altendorf ein Unihockeyturnier für Menschen mit Behinderung. 22 Mannschaften nahmen teil und Reichmuth hoffte, damit einen Stein ins Rollen gebracht zu haben. «Denn das Angebot für Behindertensport ist in der Region March und Höfe noch zu begrenzt», erklärt der Sportbegeisterte, der jetzt sogar noch einen Schritt weiter geht: «Ich möchte eine Unihockey-Mannschaft für Menschen mit Behinderung auf die Beine stellen!"

Feldspieler gesucht

Für dieses Team sucht Reichmuth nun vor allem rund acht Feldspieler, denn es wird auf dem Kleinfeld gespielt. Er selbst agiert als Torhüter - und dies mit einem ganz speziellen Glücksbringer: Von einem Bekannten bekam er den Goaliehelm des französischen Nationaltorhüters geschenkt. Sobald er eine Mannschaft beisammen hätte, würde er sich um eine Trainingshalle in der Region kümmern. «Und einen besonderen Namen könnten wir dann gemeinsam aussuchen», lässt Reichmuth seine Vorfreude schon deutlich spüren. Sein Ziel ist es, mit der Mannschaft an drei bis fünf Turnieren in der Schweiz teilnehmen zu können, den Behindertensport in der Region zu fördern und kollegiale Kontakte zu knüpfen.

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