Kampfsport - Fitness und Selbstverteidigung in Einem

„Dank dem Kampfsport fühle ich mich physisch und psychisch im Gleichgewicht“, sagt Eric Jourdan aus Genf. Jourdan ist seit 1992 Paraplegiker D4 – D5. Er ist der erste Mensch weltweit, der eine Kampfsportart im Rollstuhl erlernt und mittlerweile den Schwarzen Gürtel erreicht hat.

Eric Jourdan übt mit Trainer Claudio Alessi (Foto: www.alc-world.org)
Was Eric Jourdan in den Beinen fehlt, muss er mit dem Oberkörper wettmachen (Foto: www.alc-world.org)

Eric Jourdan praktiziert die Kampfsportdisziplin „Art du libre combat“ (ALC), was sinngemäss mit „Freikampfkunst“ übersetzt werden kann. Diese Mischung verschiedener Kampfkünste aus aller Welt – ein „Best of“ sozusagen - hat der ebenfalls in Genf wohnhafte ehemalige Karateweltmeister Claudio Alessi im Jahr 1994 entwickelt. ALC wird mit Händen, Füssen und Ellbogen praktiziert, aber auch mit Waffen wie dem Schwert oder dem Nunchaku (asiatische Schlagwaffe).

Spezielles Trainingsprogramm

Ab 2003 adaptierte Alessi seine Kampfkunst speziell für Behinderte. Für einen Paraplegiker sowie einen Hemiplegiker stellte er je ein spezielles Trainingsprogramm zusammen.

Dabei handelt es sich nicht etwa um abgeschwächte Varianten, bei deren Ausübung der Meister auch mal ein Auge zudrückt. Im Gegenteil: „Ich muss mit meinem Oberkörper die Defizite im Beinbereich wettmachen“, sagt er. 

Eric Jourdan hat ALC nicht in erster Linie erlernt, um gegen allfällige Übergriffe durch üble Zeitgenossen gefeit zu sein. Vielmehr ist diese Kampfkunst für den diplomierten Fitnessinstruktor eine Art Ausgleichsport.


Text: phi 11/2007-myh

Foto: www.alc-world.org

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