Fechten im Rollstuhl- "Wo wir sind, ist vorne"

Fechten ist ein fairer und ritterlicher Kampfsport mit grosser Popularität in Deutschland und erfolgreichen Spitzensporttreibenden.

Rollstuhlfechten, das ist der faire und ritterliche Kampfsport für Personen mit einer leichten Gehbehinderung sowie für Para- und Tetraplegiker. Die Einteilung in drei verschiedene Wettkampfklassen macht dies möglich. Fechten ist ein integrativer Sport für die ganze Familie - ob als Fußgänger oder im Rolli, ob jung oder alt, ob Mann oder Frau: einer für alle, alle für einen!

Kraft und Konzentration

Wie bei den Musketieren erlebt man als Einzelsportler den Teamgeist, der sonst fast nur Mannschaftssportlern vorbehalten bleibt. So wie die Fußfechter sich auf der Planche gegenüberstehen, so sitzen wir uns im Rollstuhl gegenüber. Die Rollis sind dabei in ein Gestell gespannt, das auf dem Boden liegt, und sie bewegen sich nicht. So kann keiner im Eifer des Gefechts die Balance verlieren und umkippen. Der Abstand zum Gegner wird je nach Körpergröße und Waffe individuell verstellt.

Am Anfang stehen technische Fechtlektionen, wie bei den Fussgängern auch. Im Rolli wird die Beinarbeit der Fussgänger durch gezielte Bewegungen des Oberkörpers ersetzt. Der Nichtwaffenarm unterstützt hierbei die Oberkörperbewegungen. Trainiert werden insbesondere die Restfunktionen der Rumpfmuskulatur, Konzentrationsfähigkeit, Reaktionsvermögen, Präzision und Disziplin.

Das Training findet überwiegend mit den Fussgängern in Vereinen des Deutschen Fechterbundes statt. Wir bieten interessierten Jugendlichen und Erwachsenen zwischen 8 und 80 Jahren mehrmals im Jahr im Rahmen von Schnupperkursen, Talentsichtungen und Trainingslagern im Olympiastützpunkt Tauberbischofsheim die Gelegenheit, in den Rollstuhlfechtsport einzusteigen und den ersten Stich auszuprobieren.

Erlebnis Rollstuhlfechten

Zu den grossen Nachwuchshoffnungen im deutschen Rollstuhlfechtsport zählt die erst 14-jährige Rollstuhlfechterin Annabel Breuer von der TG Biberach, die schon Erfolge auf internationaler Ebene für sich verbuchen kann. Sie hat bei den Fecht-Weltmeisterschaften in Turin 2006 die Silbermedaille mit dem Degen und Bronze mit dem Florett in der Handicap-Klasse B gewonnen.

In dieser Klasse treten diejenigen Rollstuhlfechter an, die keine vollständige Rücken- und Bauchmuskulatur mehr besitzen, jedoch keine Einschränkungen im Bereich der Arme und Hände haben. Erstmals ist 2006 die WM der Rollstuhlfechter gemeinsam mit der der Fechter ohne Behinderung ausgetragen worden.

Quelle: Deutscher Rollstuhlsportverband e.V.
 

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