Curling - Taktik und Präzision

Genau wie das herkömmliche Curling ist auch das Rollstuhl-Curling eine Präzisionssportart, bei der taktisches Verständnis gefragt ist. Oft wird es als „Schach auf dem Eis“ bezeichnet.

„Rollstuhl-Curling ist eine Sportart, die jede und jeder betreiben kann“, sagt Nadia Röthlisberger. Sie ist Trainerin des Schweizer Nationalteams vom Curling Club Bern, das im Februar 2007 an der Weltmeisterschaft in Schweden die Silbermedaille geholt hat. Das Besondere am Curling ist, dass problemlos Frauen gegen Männer oder Junioren gegen Veteranen antreten können.

Wischen verboten

Der grösste Unterschied zum herkömmlichen Curling ist das Wischverbot. Umso anspruchsvoller ist die Aufgabe für den Spieler, der den Stein im Ziel (House) ideal unterbringen muss. Um auf dem glatten Eis einen guten Stand zu haben, fixiert ein Teammitglied den Rollstuhl desjenigen Spielers, der den Stein übers Eis gleiten lässt.

Normaler Rollstuhl genügt

Rollstuhl-Curling ist keine kostspielige Angelegenheit. Die Curlinghallen stellen die Spielfläche und die Steine zur Verfügung. Für die Fortbewegung auf dem Eis genügt ein Alltagsrollstuhl. Elektrorollstühle sind weniger geeignet, da sie Wärme abstrahlen und so das Eis zum schmelzen bringen können.

Das einzige, was ein Rollstuhl-Curler nebst warmen Kleidern und Handschuhen selber mitbringen muss, ist ein so genannter „Delivery Stick“ oder „Extender“. Diesen speziell angefertigten Stock zum Spielen des Steins verwenden zum Teil auch Fussgänger-Curler.

Regelmässige Schnupperkurse

In einem Rollstuhl-Curling-Team müssen zwingend beide Geschlechter vertreten sein. Die meisten Spieler sind gemäss Nadia Röthlisberger auch in ihrem Alltag auf den Rollstuhl angewiesen. Die Nationaltrainerin würde es aber begrüssen, wenn auch Menschen mit anderen Handicaps - zum Beispiel Amputierte – diese Sportart für sich entdecken. In der Schweiz wird Rollstuhl-Curling in Urdorf, Wetzikon, Basel, Bern und Lausanne gespielt. In Urdorf und Bern finden regelmässig Schnupperkurse statt.


Text: phi 11/2007

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