Circle for Responsible Leadership gegründet

Albert Frieder (Bild: Kolja Matzke)
Albert Frieder ist Mitinitiant des Circle for Responsible Leaders (Bild: Kolja Matzke)

Mit Responsible Leadership soll wirtschaftsschädigenden Fehlentwicklungen in Unternehmen wirkungsvoll begegnet werden. Dazu wurden nun erfolgversprechende Voraussetzungen geschaffen, welche es Unternehmensverantwortlichen ermöglicht, gemeinsam ein Umdenken auch in die Tat umzusetzen.

Im Anschluss an die Gründung des Circle for Responsible Leadership führte Simon Müller (SM) mit Dr. Albert Frieder (AF), Stiftungsrat, das nachstehende Gespräch.

Ziele des Circle for Responsible Leadership

SM: Der Circle for Responsible Leadership wurde nach über dreijähriger Vorarbeit gegründet, mit welchem Ziel?

AF: Verantwortungslosigkeit, Fehlverhalten in Unternehmen und vorgetäuschte Ahnungslosigkeit gewisser Bankmanager haben ein für unser Wirtschaftssystem unerträgliches Mass angenommen. Eine härtere Gangart und Sanktionen gegen Einzelpersonen am Finanzmarkt, wie sie neuerdings die FINMA praktiziert, greifen zu kurz und vor allem zu spät. Wirksame Rezepte zur Stärkung verantwortungsbewusster Unternehmer und des Verantwortungsbewusstseins im allgemeinen sind nun gefragt – nicht zuletzt als Perspektive unserer zukünftigen Führungskräftegeneration. Ziel ist die Konkretisierung und Applikation der Erfolgsfaktoren Integrität und Verantwortungsbewusstsein. Unternehmenserfolg hat sich nicht trotz, sondern durch diese Haltung einzustellen.

SM: Welches ist der organisatorische Rahmen des Circle?

AF: Der Circle besteht aus einem Fachrat, einer Geschäftsführung und Circle-Mitgliedern. Er bietet unternehmensverantwortlichen Führungskräften einen wirkungsvollen Rahmen und die nötige Plattform, um sich mit dem Ziel verantwortungsbewusster Führung gegenseitig zu bestärken und erfolgreich weiter zu entwickeln. Die Mitglieder bestehen aus verantwortungsbewussten Unternehmensverantwortlichen verschiedener Branchen, ein Mitgliedschaftsmodell ist im Aufbau begriffen. Die beschriebene Struktur bildet die Grundlage für das Competence Center for Responsible Leadership am Institut für Wirtschaftsethik an der Universität St.Gallen.

SM: Von welcher Verantwortung ist hier eigentlich die Rede?

AF: Der Circle for Responsible Leaders zielt auf verschiedene Ebenen von Verantwortung. Nebst der wirtschaftlichen Verantwortung hat der Circle die Verantwortung für Menschen innerhalb (Mitarbeitende) und ausserhalb (Kunden und Aktionäre) von Unternehmen, die Verantwortung für zukunftssichernde, jüngere Führungskräfte sowie die Verantwortung gegenüber sich selbst im Blickfeld.

Definition von Responsible Leadership

SM: Wie würden Sie Responsible Leadership definieren?

AF: Definierende Kriterien, deren Gewichtung sowie Bewertungsrichtlinien sind im Competence Center for Responsible Leadership in Bearbeitung. Die Mitglieder des Circle werden hier einen wichtigen Praxisbeitrag leisten. Ability Management, also die Erschliessung und Nutzung der besonderen Fähigkeiten und Stärken von Menschen, spielt sicher eine zentrale Rolle. Freude macht bekanntlich nicht der Beruf oder die Arbeit, sondern der Erfolg darin, was nur mit der Fokussierung auf die eigenen Fähigkeiten und Stärken möglich wird.

SM: Sie sind Initiant des Circle for Responsible Leaders.

AF: Meine Erfahrungen der letzten vierzig Jahre und die offenkundigen Fehlentwicklungen in der Wirtschaft haben mich Anfang 2011 anlässlich einer Strategie-Veranstaltung dazu bewogen, diese Idee und eine wirksame Anti-These für Unternehmen und Arbeitgeber zu realisieren. Ohne die tolle Unterstützung von Monique Bär, selbst eine erfahrene Ethikerin und Supervisorin, wäre die Idee aber wohl nicht so schnell Realität geworden. Ich schätze sie als Mensch und Fachfrau ausserordentlich.

SM: Welches sind nun die nächsten Schritte?

AF: Erste Priorität hat nun die präzisierende, praxiswirksame Definition von Responsible Leadership und der weitere Ausbau des Circles mit seinen Rahmenbedingungen, Angeboten und Veranstaltungen.

SM: Herr Dr. Frieder, vielen Dank für das Gespräch.

Dr. Albert E. Frieder ist Advisory Board Member und Fachrat an der Universität St.Gallen und CEO der Internationalen Stiftung MyHandicap. Er hat über 40 Jahre Erfahrung in der Führung renommierter, internationaler Management Consulting Unternehmen sowie im Business-, Corporate- und Management-Development von Firmen, Organisationen, Behörden und Projekten. Er war unter anderem Vorsitzender der Geschäftsleitung des Malik Management Zentrums St.Gallen und ist Wirtschafts-, Stiftungs- und Verwaltungsrat.

Sie haben noch Fragen? Stellen Sie diese gleich hier im Forum!