Politik in die Hände nehmen

Portait von freundlich lächelndem Manuele Bartoli (Foto: Manuele Bartoli)
Der erste Regierungsrat mit einer Behinderung: Manuele Bartoli (Foto: Manuele Bartoli)

Menschen mit einer Behinderung werden in der Gesellschaft häufig unterschätzt. Dass der sehbehinderte Manuele Bartoli sogar in die Schweizer Regierung eintrat, hat grosses Medienecho ausgelöst.

Falsche Vorurteile, wie eine geminderte Leistungsfähigkeit aufgrund einer Behinderung, halten sich in manch einem Kopf immer noch hartnäckig. Mit einem Handicap kann jedoch auch sehr viel erreichen und sogar in die Politik eintreten. Lesen Sie, passend zum Start der neuen Artikel-Reihe „Politiker mit Behinderung“, ein Portrait des ersten Schweizer Regierungsrates mit einer Behinderung.

Neue Artikel-Reihe: Politiker mit Behinderung

AGILE begrüsst, dass Betroffene ihr politisches Schicksal selbst in die Hand nehmen und lancierte eine Weiterbildung zum Thema „Politische Selbstvertretung von Menschen mit Behinderung“.

Die Betroffenen müssen wie in fast allen Lebenslagen mit einer Behinderung einen steinigen Weg begehen und verdienen deshalb besondere Anerkennung. Um sie und ihre behindertenrelevanten Themen in der Politik besser bekannt zu machen, wird MyHandicap künftig das Augenmerk auch auf diese Personen richten.

Yes, we can!

Seine Behinderung ist für den SP-Politiker (Soziale Partei) Manuele Bartoli selbst kein politisches Thema. Er sieht sich als Politiker, der zufällig eine Behinderung hat. Mit seiner Wahl setzt er jedoch ein klares Zeichen: Menschen mit Behinderungen können politische Ämter bekleiden! Um es mit den Worten Barack Obamas zu formulieren: „Yes, we can!“

Und dass er kann, zeigt er mit Videos auf seiner Homepage deren italienischen Namen wie sein Wahlkampfmotto lautet: „Sehen um zu glauben“. Als bei seiner Kandidierung Stimmen laut wurden, dass „ein Blinder ein solches Amt doch niemals ausüben könne“, erstellte Bartoli diese Videos, um Zweiflern und Interessierten seinen Alltag näher zu bringen.

Hilfsmitteln und dem guten Gedächtnis sei Dank

In den Videos sieht man, wie er sich mit technischen Hilfsmitteln wie Computer-Sprachprogrammen Dokumente anhört und bearbeitet. Auch Briefe scannt er ein und lässt sie sich vom PC vorlesen.

Dass er blind ist und sich bei Vorträgen nicht auf Notizen verlassen kann, hält er sogar für einen klaren Vorteil.

Für den Schweizerischen Zentralverein für das Blindenwesen ist die Wahl nicht wirklich überraschend: „Wir haben im SZB-Vorstand seinen fundierten Wissensschatz und die sowohl ausgleichenden und analytischen, wie auch engagierten und charismatischen Persönlichkeitsmerkmale immer wieder erleben dürfen.“

Ein ausführliches Portrait über Manuele Bartoli finden Sie hier.

Text: M. Plattner

Bilder: manuelebertoli.ch

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