Assistenzbeitrag auch für Kinder und Jugendliche

Junge liegt mit Gipsbein in buntem Bett (Rudolf Ortner/pixelio.de)
Wenn das Kinderzimmer zum Pflegezimmer wird (Rudolf Ortner/pixelio.de)

Seit Anfang 2012 können Menschen mit Behinderung, die zu Hause leben möchten und auf Hilfe angewiesen sind, Assistenzpersonen anstellen.

AGILE Behinderten-Selbsthilfe Schweiz freut sich darüber, dass der Bundesrat den Assistenzbeitrag auch für Minderjährige geöffnet hat und so pflegende Eltern entlastet.

2011 hat das Parlament der Einführung des Assistenzbeitrags als neuer IV-Leistung zugestimmt. Dass der Bundesrat seinen Spielraum genutzt und den Zugang zum Assistenzbeitrag für Minderjährige geöffnet hat, wertet das Dach der Behinderten-Selbsthilfe positiv – die Landesregierung erfüllt damit eine langjährige AGILE-Forderung.

Mindestbedarf sechs Stunden pro Tag

Der Assistenzbeitrag wird zusätzlich zur Hilflosenentschädigung ausbezahlt. Minderjährige, die zuhause leben und Anspruch auf Hilflosenentschädigung haben, müssen eine der folgenden Voraussetzungen erfüllen: Regelmässig eine Regelklasse besuchen, eine Berufsausbildung auf dem ersten Arbeitsmarkt absolvieren, während mindestens zehn Stunden pro Woche einer Erwerbstätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt nachgehen oder im Rahmen des Intensivpflegezuschlags einen Bedarf von mindestens sechs Stunden pro Tag ausweisen.

Wer die Anspruchsvoraussetzungen erfüllt und einen Assistenzbeitrag beantragen möchte, muss sich an die zuständige IV-Stelle wenden. Diese klärt den Umfang des Assistenzbeitrags und zahlt den festgelegten Betrag aus.

AGILE-Forderung erfüllt

Seit Anfang 2012 unterstützt der neue Assistenzbeitrag Menschen mit Behinderung, die zu Hause leben möchten und auf Hilfe angewiesen sind. Nun hat das BSV das Kreisschreiben dazu veröffentlicht. Dass der Bundesrat den Assistenzbeitrag auch für Minderjährige geöffnet hat und so pflegende Eltern entlastet, bewertet das Dach der Behinderten-Selbsthilfe als höchst erfreulich.

Damit hat der Bundesrat seinen Spielraum genutzt und gleichzeitig eine langjährige AGILE-Forderung erfüllt.

AGILE hofft, dass mit der Einführung des Assistenzbeitrags künftig weniger Familien in der Schweiz bei der Pflege von schwerbehinderten Kindern finanziell, physisch und psychisch an ihre Grenzen stossen.

AGILE setzt sich seit 60 Jahren für die Existenzsicherung von Menschen mit Behinderung ein. Der Dachverband vertritt die Interessen von rund 40 Behinderten-Organisationen. Diese repräsentieren Menschen aller Behinderungsgruppen und ihre Angehörigen.

 

Text: AGILE - 2012

Bilder: pixelio.de

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