Antworten auf wichtige Fragen zur IV

Ein Mann arbeitet als Instrumentenbauer. (Bild: Alexander Hauk/Bayern-Nachrichten.de/pixelio.de)
Die Leistungen der IV zielen heute vor allem darauf ab, Menschen mit einer Behinderung wieder in den Arbeitsprozess eingliedern zu können. (Bild: Alexander Hauk/Bayern-Nachrichten.de/pixelio.de)

Antworten auf die zehn wichtigsten Fragen zur Invalidenversicherung. Erfahren Sie hier mehr über die anderen IV-Leistungen und den neu eingeführten Assistenzbetrag.

 

Wer deckt während der Wartezeit bis zum Anspruch auf eine Rente einen allfälligen Lohnausfall?

Arbeitnehmer sind je nach arbeitsvertraglicher Regelung durch den Arbeitgeber über das Krankentaggeld beziehungsweise durch UVG-Taggelder abgedeckt. Nichterwerbstätige und Selbständigerwerbende sind für eine entsprechende Versicherung selber zuständig.

 

Wie wichtig ist die Früherfassung?

Durch die frühzeitige Erfassung von Personen, die wegen eines Gesundheitsschadens arbeitsunfähig geworden sind, soll der Eintritt einer Invalidität verhindert werden. Die Meldung kann bei der IV-Stelle des Wohnsitzkantons eingereicht werden, wenn die oder der Versicherte während mindestens 30 Tagen gesundheitsbedingt arbeitsunfähig war oder innerhalb eines Jahres wiederholt Absenzen aufweist und die Gefahr einer Chronifizierung des Leidens besteht. Die versicherte Person ist vorgängig über die Meldung zu informieren.

 

Wie kann die Invalidenversicherung frühzeitig intervenieren?

Frühinterventionsleistungen der Invalidenversicherung können Folge einer Früherfassung sein oder auch direkt veranlasst werden. Ziele der Frühintervention sind die Erhaltung eines noch bestehenden Arbeitsplatzes oder die Eingliederung einer versicherten Person an einem neuen Arbeitsplatz. Sie kann aber auch der Erhaltung oder Erhöhung einer nach Krankheit oder Unfall bestehenden Restarbeitsfähigkeit dienen.

 

Welche finanziellen Leistungen übernimmt die IV über die Renten hinaus?

Verschiedene. So besteht der Anspruch der versicherten Person auf Hilflosenentschädigung, wenn sie bei alltäglichen Dingen wie Ankleiden, Aufstehen, Essen oder Körperpflege auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen ist. Je nach Ausmass der Hilflosigkeit werden drei Schweregrade - leicht, mittel und schwer - unterschieden. Die IV übernimmt zum Teil auch die Kosten von notwendigen Umschulungen, von medizinischen Behandlungen und oder von Hilfsmitteln.

 

Die IV-Revision 6a hat eine neue Leistung gebracht - den Assistenzbeitrag. Wer hat Anspruch darauf?

Der Assistenzbeitrag ist ein wichtiges Instrument für mehr Unabhängigkeit und Selbstständigkeit von Menschen mit Behinderung. Volljährigen IV-Bezügern, die eine Hilflosenentschädigung beziehen, wird ein Geldbetrag direkt ausbezahlt, mit dem sie eine Hilfskraft anstellen können, die sie in der Alltagsbewältigung unterstützt. Dank dem Assistenzbeitrag müssen sie nicht mehr zwingend in einer Institution leben. Unter verschiedenen Bedingungen können auch minderjährige Versicherte einen Assistenzbeitrag beanspruchen.

 

Was ist, wenn die versicherte Person mit einer IV-Rente ihren Lebensunterhalt nicht bestreiten kann?

Dann besteht die Möglichkeit, Ergänzungsleistungen zu beantragen. Sie sollen den Fehlbetrag zwischen dem tatsächlichen Einkommen und dem Existenzbedarf ausgleichen. Wichtig ist hier festzuhalten, dass es sich bei Ergänzungsleistungen nicht um Fürsorgegelder handelt. Auf Ergänzungsleistungen besteht ein Rechtsanspruch.

 

Text: Patrick Gunti - 08/2013

Bilder: pixelio.de

 

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