Antworten auf wichtige Fragen zur IV

Drei rote Würfel mit den Buchstaben F, A und Q in weiss. (Bild: Tony Hegewald/pixelio.de)
Die wichtigsten Fragen und Antworten zum aktuellen Stand der Dinge bei der Invalidenversicherung. (Bild: Tony Hegewald/pixelio.de)

In den letzten Jahren war im Zusammenhang mit der Invalidenversicherung IV vor allem von Revisionen, Eingliederungsmassnahmen und hohen Defiziten die Rede. Was hat sich geändert, was ist heute noch von Gültigkeit?

Die Invalidenversicherung existiert seit 1960. Seither wurde sie ständig weiterentwickelt und mehreren Revisionen unterzogen. Die letzten Revisionen zielten nach dem Prinzip "Eingliederung vor Rente" vor allem darauf ab, dass Menschen mit einer Behinderung oder von Invalidität bedrohte Personen verstärkt wieder in den Arbeitsprozess eingegliedert werden.

Mit der Revision 6a und nach dem Scheitern des zweiten Teils der 6. Revision ist an der IV-Front nun vorerst etwas Ruhe eingekehrt.

Der Stand der Dinge - die 10 wichtigsten Fragen und Antworten zur IV:

 

Wer ist bei der Invalidenversicherung IV versichert?

Bei der IV obligatorisch versichert sind alle Personen, die in der Schweiz wohnen und alle Personen, die in der Schweiz erwerbstätig sind. Freiwillig versichern können sich Schweizer Bürger, aber auch Bürger aus EU- und EWR-Staaten, sofern sie ausserhalb dieser Länder wohnen.

 

Was bedeutet Invalidität im Sinne der Invalidenversicherung?

Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung haben versicherte Personen, die wegen eines Gesundheitsschadens in ihrer Erwerbstätigkeit oder in ihrem bisherigen Aufgabenbereich (z.B. im Haushalt) teilweise oder ganz eingeschränkt sind. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Behinderung körperlicher, psychischer oder geistiger Natur sind. Der Anspruch besteht auch unabhängig davon, ob ein Gesundheitsschaden schon bei der Geburt bestanden hat oder Folge einer Krankheit oder eines Unfalls ist.

 

Welche Leistungen erbringt die Invalidenversicherung?

Die Leistungen der IV sind heute darauf ausgerichtet, Menschen mit einer Behinderung dahingehend zu fördern, dass sie ihren Lebensunterhalt ganz oder teilweise aus eigener Kraft bestreiten und ein möglichst unabhängiges Leben führen können. Entsprechend sind zuerst Massnahmen der Frühintervention vorgesehen, die gesundheitsbedingten Problemen am Arbeitsplatz vorbeugen sollen. Ausserdem sollen Eingliederungsmassnahmen die Erwerbstätigkeit verbessern oder erhalten.

 

Wann besteht ein Anspruch auf eine Invalidenrente?

Erst wenn Massnahmen der Frühintervention und der Eingliederung nicht den gewünschten Erfolg bringen, besteht ein Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung. Der Rentenanspruch entsteht frühestens, wenn die oder der Versicherte während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig war und nach Ablauf dieses Jahres weiterhin zu mindestens 40 Prozent erwerbsunfähig ist.

Der Grad der Invalidität resp. Behinderung bestimmt hier, wie hoch die Rente ausfällt:

  • mindestens 40 %: Viertelsrente
  • mindestens 50 %: halbe Rente
  • mindestens 60 %: Dreiviertelsrente
  • mindestens 70 %: ganze Rente