Fragen und Antworten zur Assistenz

Eine Assistenzperson hilft einem Mann der im Bett liegt beim Essen. (Bild: BARMER GEK)
Die Assistenz soll Menschen mit Behinderung ein möglichst selbstbestimmtes Leben ausserhalb einer Heimstruktur ermöglichen. (Bild: BARMER GEK)

Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Assistenz. Erfahren Sie hier mehr über die Höhe der Beiträge und den Anmeldeprozess.

Wie hoch ist der Assistenzbeitrag?

Der Normaltarif beträgt Fr. 32.80 pro Stunde. Muss die Assistenzperson für die benötigten Hilfe- und Pflegeleistungen über besondere Qualifikationen verfügen, so beträgt der Assistenzbeitrag Fr. 49.15 pro Stunde. Für den Nachtdienst gilt ein individueller, nach Intensität der zu erbringenden Hilfeleistung bestimmter Ansatz von höchstens Fr. 86.70 pro Nacht. In diesen Ansätzen sind die Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträge an die Sozialversicherungen und die Ferienentschädigung inbegriffen. Der Assistenzbeitrag wird der versicherten Person gegen monatliche Vorlage einer Rechnung direkt ausbezahlt.

Wie hoch ist die Obergrenze des monatlichen Assistenzbeitrages?

Das ist individuell und hängt von der Art der zu erbringenden Hilfeleistungen und vom Grad der Hilflosigkeit der versicherten Person ab. In der Verordnung wurden monatliche Stunden-Höchstansätze für einzelne Gruppen von Hilfeleistungen festgelegt. Beispiel aus den Grundbereichen "alltägliche Lebensverrichtungen", "Haushaltführung" und "Freizeitgestaltung": Hier wurden 20 Stunden monatlich bei leichter, 30 Stunden bei mittlerer und 40 Stunden bei schwerer Hilflosigkeit als maximal anerkannte Stunden festgelegt. Auch da gibt es aber Ausnahmen, wie zum Beispiel bei blinden Personen.

Wo kann ich mich über die Assistenz informieren?

Erste Anlaufstelle ist die für die versicherte Person zuständige IV-Stelle. Wer einen Assistenzbeitrag beantragen will, füllt das Anmeldeformular aus (siehe Linkbox) und schickt dieses an die IV-Stelle des Wohnsitzkantons.

Wie läuft der Anmeldungsprozess ab?

Wer von der Möglichkeit der Assistenz Gebrauch machen will, muss zuerst eine IV-Anmeldung vornehmen. Nach Eingang prüft die betreffende IV-Stelle, ob die Voraussetzungen für den Assistenzbeitrag erfüllt sind. Ist dies der Fall, erhält die versicherte Person ein Formular, auf dem sie den Assistenzbedarf genau deklariert. Anschliessend kommt es in der Wohnung des Antragsstellers zu einem Abklärungsgespräch mit einem IV-Vertreter.

Wer in einem Heim wohnt, aber einen Umzug in eine eigene Wohnung plant und dort Assistenz benötigt, meldet sich nach dem gleichen Verfahren an. Er erhält zwar zuerst einen negativen Entscheid, weil er die Bedingung des Wohnens in den eigenen vier Wänden nicht erfüllt. Wäre der Entscheid aber eigentlich positiv, wird der versicherten Person mitgeteilt, wie viele Assistenzstunden anerkannt würden. Hat die versicherte Person schliesslich das Heim verlassen und ist in eine eigene Wohnung gezogen, erhält sie eine positive Verfügung.

Das hört sich alles sehr komplex an. Kann ich Unterstützung beantragen?

Personen mit Assistenzbedarf können Drittpersonen damit beauftragen, sie hinsichtlich der Einrichtung und Organisation der Assistenz oder in arbeitsrechtlichen Fragen zu beraten. Der Beitrag für Beratungs- und Unterstützungsleistungen beträgt höchstens 75 Franken pro Stunde. Die Leistung im Umfang von maximal 1500 Franken wird während den ersten 18 Monaten ausgerichtet.

Unter anderen bieten auch die Beratungsstellen von Pro Infirmis oder Procap Hilfe an. Sie können darüber hinaus auch aufzeigen, wie die Kosten der Assistenz finanziert werden können.   


Text: Patrick Gunti - 09/2013

Bilder: pixelio.de, BARMER GEK

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