EBGB: Tipps & Tricks zur Gleichstellung

Spachtel und Mörtel auf unfertiger Mauer (Niko Korte/pixelio.de)
Die EBGB gibt Tipps und Tricks im barrierefreien Bauen, ... (Niko Korte/pixelio.de)

Die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung nimmt in der öffentlichen Diskussion in den letzten Jahrzehnten mehr und mehr Raum ein. Das Eidgenössische Büro für Gleichstellung belässt es nicht dabei und stellt konkrete Massnahmen und praktische Werkzeuge vor.

Die Bundesverfassung und das Behinderten-Gleichstellungsgesetz verpflichten dazu, unnötige Hindernisse für Menschen mit Behinderung zu beseitigen. Seit 2004, gleichzeitig mit dem Inkrafttreten des Behinderten-Gleichstellungsgesetzes, trägt das Eidgenössische Büro für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen EBGB dazu bei, diesen Auftrag umzusetzen. Aufgabe des EBGB ist es, die Gleichstellung von behinderten und nicht behinderten Menschen zu fördern und sich für die Beseitigung der rechtlichen oder tatsächlichen Benachteiligungen einzusetzen.

Das EBGB tut dies auf verschiedenste Art und Weise:

  • Es trägt – unter anderem mit Kursen, Tagungen und Publikationen – dazu bei, die Gleichstellung von Menschen mit und ohne Behinderungen einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen.
  • Es unterstützt staatliche und private Stellen bei der Umsetzung des Gleichstellungsrechts, stellt Erfahrung und Wissen zur Verfügung und schlägt geeignete Massnahmen vor.
  • Der Bund kann aber auch Programme und Projekte finanziell unterstützen, die zur Förderung der Integration von Menschen mit und ohne Behinderungen beitragen.
  • Da das Thema Gleichstellung aber weit über den Tätigkeitsbereich des EBGB hinaus geht, arbeitet das Büro mit öffentlichen und privaten Fachstellen und Behindertenorganisationen zusammen, insbesondere der Fachstelle Egalite Handicap der Dachorganisationenkonferenz der privaten Behindertenhilfe DOK.

„Tipps und Tricks“ online abrufbar

Ein wichtiger Teil der Arbeit des EBGB besteht in der Vermittlung gleichstellungsrelevanter Informationen über die Online-Präsenz des Büros. In diesem Frühjahr wurde die Website um die Rubrik „Tipps und Trick“ erweitert. Sie richtet sich zwar in erster Linie an die Mitarbeitenden der Bundesverwaltung, ist aber auch für das breite Publikum von Interesse. "Tipps und Tricks" stellt konkrete Massnahmen und praktische Werkzeuge zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen im Alltag vor.

Frau im Rollstuhl und Mann in der 1. Klasse (Foto: SBB)
... Mobilität... (Foto: sbb)

Unspektakuläre, aber effiziente Massnahmen

Das Informationsangebot setzt dabei an einem oft vergessenen Punkt an: Die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen geschieht nicht nur durch das Erlassen von Gesetzen, sondern auch durch meist einfache, unspektakuläre, aber effiziente Massnahmen.

Häufig wird beim Organisieren einer Veranstaltung oder Konferenz oder beim Verfassen eines elektronischen Dokuments vergessen, dass diese Angebote je nachdem wie sie gestaltet sind, von Menschen mit Behinderungen nicht barrierefrei genutzt werden können. Ein Teil der Hindernisse mit denen Menschen mit Behinderungen in ihrem Alltag konfrontiert werden, sind kaum sichtbar und werden von den meisten Menschen daher nicht wahrgenommen.

Praktische Werkzeuge für verschiedene Bereiche

Die Rubrik „Tipps und Tricks“ schlägt verschiedene Massnahmen zur Förderung der Gleichstellung von Menschen mit Behinderung im Alltag vor, indem für die Bereiche Bauen, Mobilität, Kommunikation und berufliche Integration, konkrete Mittel und praktische Werkzeuge vorgestellt werden.

In jeder Kategorie finden sich unter anderem die gesetzlichen Grundlagen wie auch nützliche Adressen. Zudem werden Ratschläge für die fünf beruflichen Tätigkeiten Kommunikation, Organisation eines Vortrags, einer Veranstaltung oder eines Kursangebots und Gestalten des Internets beziehungsweise Intranets erteilt.

Blaues USB-Kabel in Laptop (Peter Kirchhoff/pixelio.de)
... oder Kommunikation (Peter Kirchhoff/pixelio.de)

Vermeidung stigmatisierender Terminologien

Die vorgeschlagenen Tipps und Tricks sind oft einfach und auch leicht umzusetzen. Im Bereich der Kommunikation wird beispielsweise aufgezeigt, wie eine stigmatisierende Terminologie gegenüber Menschen mit Behinderungen vermieden werden kann; wie ein Worddokument auch für blinde und sehbehinderte Menschen zugänglich wird oder welche Massnahmen getroffen werden müssen, um sicherzustellen, dass eine öffentliche Konferenz auch von gehörlosen und schwerhörigen Menschen besucht werden kann.

Veranstaltungsort barrierefrei erschlossen?

Wird eine Veranstaltung organisiert, so können die Organisatoren dank den „Tipps und Tricks“ sicherstellen, dass der Veranstaltungsort mit dem öffentlichen Verkehr barrierefrei erschlossen ist und wissen zum Beispiel auch, wo praktische Hilfsmittel wie Rampen oder mobile rollstuhlgängige Toiletten gemietet werden können.

Die Rubrik „Tipps und Tricks“ zeigt, dass alle im Rahmen ihrer Arbeit aktiv mithelfen können, gewisse Hindernisse mit denen Menschen mit Behinderungen in ihrem Alltag konfrontiert sind, zu beseitigen. Die Informationen des EBGB sind in deutscher, französischer und italienischer Sprache abrufbar.


Text: PG – 05/2010

Fotos: pixelio.de, sbb

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