Das erste barrierefreie Frauenhaus

Das Logo vom Bündner Frauenhaus

Das erste rollstuhlgängige Frauenhaus der Schweiz will nicht nur Frauen mit Körperbehinderungen gerecht werden. In Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Ostschweiz ist das Team auch vorbereitet, Frauen und Kinder mit einer Sinnes- oder Lernbehinderung Schutz und Unterkunft zu bieten. Denn gemäss Studien sind Frauen mit Behinderungen 2-3 mal häufiger von Gewalt betroffen als im Bevölkerungsdurchschnitt.

Frauen mit Behinderungen sind allen Formen von Gewalt deutlich häufiger ausgesetzt als Frauen im Bevölkerungsdurchschnitt. Das Frauenhaus Graubünden will nun besonders auch diesen Frauen bei Bedarf Schutz und Hilfe gewährleisten.

„Für Selbstbestimmung und gegen häusliche Gewalt in Familie und Partnerschaft." 

Das ist seit der Gründung der ersten Frauenhäuser in der Schweiz vor 40 Jahren ein Leitsatz. Die Frauenhäuser, 18 sind es in der Schweiz und im Fürstentum, sind als Schutzunterkunft für gewaltbetroffene Frauen und ihre Kinder bekannt. Aber wie zugänglich sind die Schutzangebote für Frauen mit Behinderungen?

Gewalt gegen Frauen mit Behinderung 

Frauen mit Behinderungen sind 2-3 mal häufiger von körperlicher, psychischer und sexueller Gewalt betroffen, wie eine Studie von 2014 feststellt. Vor allem die Gruppe der psychisch erkrankten Frauen und die gehörlosen Frauen erleben schwere körperliche Gewalterfahrungen im Erwachsenenleben, meistens im häuslichen Bereich, also von Partnern oder nahen Bezugspersonen. 

Das barrierefreie Frauenhaus

Das Frauenhaus Graubünden hat in den vergangenen Monaten in Zusammenarbeit mit Studierenden von der Fachhochschule das Projekt „Barrierefreies Frauenhaus“ erarbeitet. Es ist der Versuch, die Beratung und Schutzangebote für Alle zugänglich zu machen. Infrastruktur und Beratungsangebote wurden für verschiedene Sinnes- und Körperbehinderungen angepasst. Das Frauenhaus Graubünden ist schweizweit das erste Frauenhaus, dass Schutz, Unterkunft, Begleitung und Beratung auch für rollstuhlfahrende Frauen und Kinder anbieten kann.

Rechtliche Vorgaben

Das Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt, die sogenannte Istanbul-Konvention, wurde 2013 von der Schweiz unterzeichnet. Es verpflichtet die Staaten, Massnahmen zum Schutz der Opfer sicherzustellen und zwar ohne Diskriminierung insbesondere wegen des Geschlechts, der Rasse, der Hautfarbe, einer Behinderung, der Herkunft oder des sonstigen Status (Art. 4, Europarat 2012, S.7). 
Auch die UNO-Behindertenrechtskonvention und das Gleichstellungsgesetz verlangen, dass die öffentlichen Angebote zugänglich sind, gerade auch für Frauen mit Behinderungen.

Direktnummer Frauenhaus Chur: 081 252 38 02

Sie haben noch Fragen? Stellen Sie diese gleich hier im Forum!