Das Frauenhaus - die Schutzeinrichtung für Frau und Kind

Das Frauenhaus bietet bedrohten Frauen und Kinder Schutz und Unterkunft. (Symbolbild: Pixabay)

Ein Frauenhaus ist ein stationäres Kriseninterventions-Angebot und eine geschützte Notunterkunft für erwachsene Frauen und ihre Kinder (oder z.T. sogar junge weibliche Jugendliche ab 16 Jahren), die von physischer, psychischer und/oder sexualisierter Gewalt betroffen sind. 

Ein Frauenhaus ist in der Regel ein geschützter und bewachter Ort, an dem Väter und/oder Männer keinen Zutritt haben. Diese Schutzeinrichtung ist für eine De-Eskalation der oftmals angespannten und mitunter gefährlichen Situation von absoluter Notwendigkeit. Frauenhäuser sind in jeder grösseren Schweizer Stadt lokalisiert und auf der Website der DAO (Dach-Organisation) aufrufbar. In der Schweiz zählen wir zur Zeit 18 Frauenhäuser.

Die Tätigkeiten (nebst dem Obdach und Schutz der Frauen und Kinder) sind sehr breit gefächert und beihalten alle relevanten Aspekte des Familienlebens - von der Verpflegung bis hin zur Vermittlung von Behördengängen und anderen Hilfsmassnahmen.

Trägerschaft oft aus Spenden

Siebzehn Frauenhäuser in der Schweiz und dasjenige von Liechtenstein sind Aktivmitglieder der oben erwähnten DAO. Sie werden seit jeher von privatrechtlichen Trägerschaften (Verein oder Stiftung) getragen. Nahezu alle Frauenhäuser werden durch kantonale und zum Teil kommunale Subventionen mitfinanziert. Die privaten Spendeneinnahmen sind seit Jahrzehnten ein wichtiges Standbein in der Finanzierung der Frauenhäuser und tragen wesentlich zur Betriebssicherung bei.


Ein Frauenhaus ...

  • bietet die erste Anlaufstelle in familiären Konfliktsituationen nach dem Grundgesetz Art. 10, 11, 12 und 13.
  • bietet Schutz, Unterkunft (vorübergehende Wohnmöglichkeit), Beratung und weitere Unterstützung.
  • vermittelt medizinische Betreuung.
  • vermittelt therapeutische Betreuung.
  • einen sicheren Ort für die involvierten Kinder (Abholdienst und Erstversorgung).
  • trägt zur Stabilisierung der Betroffenen bei.
  • beugt weitere Gewalt vor (Adressschutz, Besuchsschutz, Personenschutz).
  • unterstützt die Betroffenen bei der Entwicklung einer Zukunftsperspektive.
  • ist mit diversen lokalen und regionalen Stellen vernetzt und pflegt die Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden.
  • vermittelt als Fachstelle Informationen zum Thema häusliche Gewalt und sensibilisiert Fachpersonen.
  • unterstützt die Betroffenen bei der Organisation von nachhaltigen Anschlusslösungen.
  • sichert eine angemessene Nachbetreuung der Betroffenen.


Sjoerd van Rooijen / MyHandicap / Nov. 2016

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