Sternentaler - für Familien mit einem besonderen Schicksal

Das Logo vom Verein Sternentaler (Bild: Sternentaler)

Sternentaler schafft Inseln und Lichtblicke für Familien mit einem kranken, behinderten oder Sternenkind, deren Leben meist stürmisch, unbeschreiblich kräfteraubend und oft auch sehr einsam sind.

 

Die Geschichte von Sternentaler

Von Gründerin Brigitte Trümpy

Am Anfang war Till. Unser innigst geliebter Enkel, bei dem 2006 die Diagnose Hirntumor mit Metastasen gestellt wurde. Sie traf uns völlig unvorbereitet, und innert Sekunden wurde aus einem vermeintlich gesundes ein todkrankes Kind. Vier Jahre lang haben wir alle alles gegeben, um ihn zu retten, aber der Krebs war stärker und Tills wunderbare Seele flog zu den Sternen. 

Nach seinem Tod schrieb ich meine Herzensgeschichte im Buch "Sternenkind, wie Till seinen Himmel fand", die beim Verlag "Wörterseh und Herder" veröffentlicht wurde. Von Anfang an wusste ich, dass
Sternentaler ein Teil des ganzen Projektes sein wird und die Hauptbotschaft des Buches "Lasst einander nicht allein, wenn die Stürme des Lebens kommen" umsetzen muss. 

Im Dezember 2014 übernahm ich zusammen mit meinem Mann den Verein, der sehr schnell zu einem Erfolg wurde. 
Inzwischen führen wir den Verein zu fünft und er hat sich auf den Wunsch der fast 200 Sturmfamilien, die bei uns registriert sind, zu einem Projekt der Hilfe zur Selbsthilfe positioniert. 

Die Sturmfamilie

Eine "Sturmfamilie" hat Einschneidendes erlebt. Es sind Familien mit einem schwer kranken/behinderten Kind oder einem Sternenkind. Ein Sternenkind ist ein Kind, das aus verschiedenen Gründen bereits früh verstorben ist - bei der betroffenen Familie aber allgegenwärtig ist. Genau wie Till eines ist.Der Umgang und die Kontaktpflege von Sternentaler findet zur Zeit vor allem via Facebook statt.
Als Symbol steht das Wort "Boot", unser Verein lässt also einerseits betroffene Familien einsteigen, andererseits aber auch Menschen zu, die bereit sind, diese Familien auf irgendeine Art und Weise zu begleiten bzw. zu unterstützen. Die betroffenen Familien (Sturmfamilien) werden einem Boot (einer geschlossenen FB-Gruppe) zugeteilt, wo sie andere Betroffene kennenlernen und sich aktiv austauschen können. Inzwischen wurde bereits das vierte Boot eröffnet. Anmelden können sich Sturmfamilien wie auch Helferinnen und Helfer via der Website von Sternentaler.
Viele betroffene Mütter teilen dem Verein mit, dass wir sie aus ihrer Isolation geholt und ihnen Chancen zu neuen Freundschaften geben haben. Im Weiteren werden regionale Treffen organisiert, wo die Familien ihre Freundschaften auch in "echt" vertiefen können.

Die 10-jährige Merel Mette freut sich mit ihrer Oma über Geschenke von Sturmfee Caro. (Bild: zVg)

Direkthilfe, die ankommt

Die Menschen, welche helfen wollen, können den Sturmfamilien als Glücks- oder Kuchenfeen zur Seite stehen. Oft haben sie auch ein konkretes Angebot, wie sie sie sonst noch unterstützen möchten. Mit an Bord sind auch Teams von Fellnasen (Therapiehunden), die die Sturmkinder besuchen. Ein weiteres Angebot sind Begegnungen mit Pferden. Im Weiteren haben wir auch eine Gruppe, welche die Familien betreut, die stationär in einem Spital sind. Wir bieten unseren Mitgliedern auch sogenannte Inseln an, d.h. finanzielle Unterstützung für etwas, das sie dringend brauchen oder sich wünschen, zünden ihnen Lichter in der Dunkelheit und schenken kleines Glück im grossen Unglück. 

Ein ganzes Team junger und engagierter Frauen steht inzwischen auf der "Kommandobrücke" vom Verein Sternentaler. Sie helfen mit, die Idee der "Hilfe zur Selbsthilfe" weiter zu tragen, Verantwortung zu übernehmen und neue Inputs für den Verein umzusetzen. Wir nehmen auf, was die Betroffenen kommunizieren und thematisieren auch was sie in ihrem Sturmleben beschäftigt, z.B. die grossen Herausforderungen für die Sturmgeschwister und natürlich auch die Papas. Auch ihnen stellen wir Angebote zur Verfügung. 

Das Gute im Mensch

Getreu dem Leitsatz "Was wir nicht alleine schaffen, schaffen wir gemeinsam" agieren die Mitglieder von Sternentaler auf warmherzige und freiwillige Art und Weise im Internet, auf Facebook und natürlich in der realen Welt. Den Sturmfamilien wird von vielen Seiten (Privatpersonen oder Firmen) unterstützende und aufbauende Hilfe angeboten.
Den Sturmfamilien werden durch sog. "Sturmfeen" kleine und für die Betroffenen Familien oftmals unerwartete Geschenke auf dem Postweg zugestellt. Es sind oft die kleinen Dinge im Leben, die ein Familienglück wieder zum Leuchten bringen.
Wer Ambitionen hat und auch Teil dieser Gemeinschaft werden möchte; Alle Formalitäten und Anmeldemöglichkeiten für Sturmfamilien finden sich auf der Website von Sternentaler.

Der Verein Sternentaler wird weiter wachsen. Gemeinsam weben betroffene und nicht-betroffene SchweizerInnen ein Netz, um dieses Land ein bisschen wärmer zu machen. 

Beitrag von Brigitte Trümpy & Sjoerd van Rooijen - 11/2016

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