News zu Handicap und chronischer Erkrankung

Stress am Arbeitsplatz - wenn nichts mehr geht

Samstag, 12. August 2017

Die Achtsamkeit ist ein radikaler Impuls. (Bild: Pixabay.com)

Oft ist es nicht die Arbeit, die Menschen ausbrennen lässt, sondern die Vernachlässigung ihrer Ressourcen. Dem Wichtigsten schenken sie meistens am wenigsten Beachtung: ihrem Bedürfnis nach Bindung.

Der Klassiker: Um neun Uhr abends, beim routinemässigen Check des Smartphones, findet sich noch eine Nachricht in der Mailbox: «Sitzung morgen eine halbe Stunde früher. X wird auch anwesend sein. Es gibt alternative Konzeptvorschläge.» Die Amygdala, unser archaisches Alarmsystem, reagiert prompt: Der Puls wird hochgefahren, die Blutgefässe werden verengt, Cortison ausgeschüttet. Der präfrontale Kortex, zuständig für die Regulation von Emotionen, kann die Signale normalerweise übersteuern. Wenn die Angst allerdings zu gross ist und der Mensch erschöpft, wird der Einfluss dieser sehr viel jüngeren Hirnregion kleiner. Kampf oder Flucht – schon zwölf Stunden bevor Säbelzahntiger X ins Büro kommt, sind wir zum Sprint bereit.

Neurowissenschaft und Medizin haben die Auswirkungen von Stress auf die Gesundheit in zahlreichen Studien belegt. Einer erholsamen Nachtruhe ist er nie zuträglich. Vielleicht hilft ein Glas Wein oder auch zwei, nicht selten nur noch die Schlaftablette. Am nächsten Tag sitzt der geschlauchte Mitarbeiter am Konferenztisch, den Tunnelblick nur noch auf ein Ziel gerichtet: «regret aversion». Bloss nichts sagen oder tun, was einem zum Nachteil gereichen könnte. Je mehr Angst in einem Unternehmen herrscht, desto weniger herrscht Kreativität; sie ist biologisch quasi nicht mehr möglich.

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