News zu Handicap und chronischer Erkrankung

Verbesserte Information über Zugänglichkeit von Fitnesscentern

Dienstag, 4. April 2017

Junger Mann mit Cerebralparese trainiert mit Hanteln.

Menschen mit Behinderungen können neu online Informationen über die Zugänglichkeit von Fitnesscentern abrufen. Im Rahmen des Projektes «gofit – Fitness barrierefrei» hat der Behindertenverband Procap Schweiz detaillierte Angaben zu rund 70 Fitnesscentern erhoben. Das Projekt ist eine Zusammenarbeit mit dem Schweizer Fitness- und Gesundheitscenter Verband (SFGV).

Viele Angebote aus Sport und Gesundheitsförderung sind für Menschen mit Behinderungen nicht zugänglich. Procap Schweiz und der SFGV haben sich deshalb mit dem Projekt «gofit – Fitness barrierefrei» zum Ziel gesetzt, den Zugang zu Fitnesscentern zu verbessern. Susanne Lizano von Procap Schweiz erklärt: «Wir möchten erreichen, dass mehr Menschen mit Handicap Fitnesscenter nutzen können. Mit dem Projekt rücken wir die Anliegen dieser Menschen ins Blickfeld der Fitnessbranche.»

Im Herbst 2016 besuchten Mitarbeitende von Procap Schweiz rund 70 Fitnesscenter, die Mitglied des SFGV sind. «Wichtig sind für Menschen mit Handicap eine barrierefreie Infrastruktur und eine optimale Betreuung durch das Personal», erklärt Lizano. Erhoben wurden deshalb detaillierte Angaben zur Lage und Erreichbarkeit, zur Zugänglichkeit der Trainingsfläche und der Sanitäranlagen, zu speziellen Trainingsgeräten, zu spezifischen Qualifizierungen des Personals sowie Informationen für Menschen mit Sehbehinderungen. 

Die Angaben sind neu online auf den Websites des SFGV und von Procap abrufbar. «Weil jede Beeinträchtigung verschieden ist, stellen wir die gesamten erhobenen Daten jedes Centers als PDF zur Verfügung. So kann jede Person selbst entscheiden, ob ein Fitnesscenter die eigenen Bedürfnisse abdeckt oder nicht», erklärt SFGV-Präsident Claude Ammann. Die regelmässige Überprüfung der Zugänglichkeit der Fitnesscenter bildet neu ein Teil des SFGV-Qualitätslabels «Fitness Guide». Ammann versichert: «So garantieren wir die fortlaufende Sensibilisierung unseres Personals für die Bedürfnisse dieser wichtigen Klientel.»

Procap Schweiz gibt im Rahmen der Besuche Empfehlungen ab, wie die Center die Zugänglichkeit noch verbessern können. Das können kleine Veränderungen sein, wie die niedrigere Platzierung des Kleinmaterials oder die Montierung eines Griffes in der Toilette. «Wir geben aber auch Hinweise für grössere Anpassungen wie die Anschaffung eines Handkurbeltrainingsgeräts für Rollstuhlfahrer/-innen oder den Umbau der Sanitäranlagen. Bei baulichen Anpassungen verweisen wir jeweils an die kantonalen Fachstellen für hindernisfreies Bauen», sagt Lizano.

Procap möchte mit dem Projekt «gofit» in einem nächsten Schritt weitere Fitnessketten angehen. Zudem schult Procap neu Lernende zur/m Fachfrau/-mann Bewegungs- und Gesundheitsförderung im Umgang mit Menschen mit Handicap. Lizano betont: «Wir erhoffen uns von diesen Massnahmen, dass Menschen mit Behinderungen künftig vermehrt selbstbestimmt etwas für ihre Gesundheit und Fitness tun können.»

Kontakt für Rückfragen

Susanne Lizano, Projekt- und Angebotsleiterin «Procap bewegt», Procap Schweiz, susanne.lizano(at)procap(dot)ch 

Claude Ammann, Präsident SFGV, E-Mail: c.ammann(at)sfgv(dot)ch 

 

Die Liste der geprüften Fitnesscenter können Sie hier herunterladen

Mehr Informationen bei Procap oder www.gofit.procap.ch

Weitere Auskünfte beim SFGV

 

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