Forschung am Center for Disability and Integration

Bill Clinton hielt bei der Eröffnung des CDI eine Rede (© Universität St. Gallen (HSG), Hannes Thalmann)
Bill Clinton hielt bei der Eröffnung des CDI eine Rede (© Universität St. Gallen (HSG), Hannes Thalmann)

Am 5. November 2009 wurde das Center for Disability and Integration an der Universität St. Gallen feierlich durch den Ehrenschirmherr der Stiftung MyHandicap Bill Clinton eröffnet. Aufgabe des von MyHandicap geförderten Instituts ist, die wirtschaftliche Integration behinderter Menschen zu erforschen und voranzutreiben.

Am 6. September 2007 gaben die Universität St. Gallen und MyHandicap International bekannt, ein Center zur Förderung von Forschung und Lehre im Bereich Disability Management ins Leben zu rufen. Knapp zwei Jahre später, im März 2009 nahm das Center for Disability and Integration (CDI) seinen Betrieb auf.

Die Aufgabe des Centers liegt primär in der Erforschung der wirtschaftlichen Integration von Menschen mit Behinderung. Die Forschung des CDI ist allein der Relevanz der Fragestellungen und dem Erkenntnisinteresse der Forschenden verpflichtet und vollkommen unabhängig von der operativen Arbeit der Stiftung MyHandicap.

Dennoch ist die Stiftung ein wichtiger Praxispartner für das CDI. Insbesondere der Transfer von Wissen und interessanten Fragestellungen aus der operativen Arbeit der Stiftung in das Center werden als wichtige Inputfaktoren gesehen. Gleichfalls bietet das Webportal MyHandicap eine wichtige Rolle in der Veröffentlichung und Verbreitung der Forschungsergebnisse des CDI.

Sowohl in der Theorie als auch der Empirie

Die Ergebnisse der Forschung sollen Erkenntnisse mit direktem praktischen Nutzen für Menschen mit Behinderung und für gesellschaftliche oder private Institutionen sein, die dazu beitragen können, die wirtschaftliche Integration von Menschen mit Behinderung zu unterstützen. Dies setzt zum einen theoretische Forschung voraus.

Hierbei muss zum Beispiel geklärt werden, welche Faktoren der wachsenden Anzahl von behinderten Menschen zu Grunde liegen. Auch warum sich Unternehmen so verhalten, dass eine Integration dieser Personengruppe in den Arbeitsmarkt erschwert wird. Darüber hinaus geht es dem CDI um eine starke Anwendungs-orientierung, das heisst, eine Umsetzung der Forschungserkenntnisse in praktische Massnahmen. Dies setzt jedoch voraus, dass Kosten und Nutzen der vorgeschlagenen Massnahmen quantitativ belegbar sind.

Logo des CDI
Das CDI ist aus einer Kooperation der Universität St. Gallen mit der Stiftung MyHandicap entstanden

Aus der Makroperspektive: Volkswirtschaftliche Studien

Das CDI sieht ihre Kernaufgabe darin, durch Forschung, Lehre und Praxis zur wirtschaftlichen Integration und beruflichen Einbindung von Menschen mit Behinderung nachhaltig beizutragen. Anders als viele Bereiche der Sozialwissenschaften betrachtet das CDI allerdingt nicht ausschliesslich den Nutzen für die einzelnen Betroffenen. Vielmehr sieht es ihre Aufgabe darin, Kosten und Nutzen sowohl für Menschen mit Behinderung als auch für die Unternehmen und für die Gesellschaft zu erforschen und zu beziffern. Denn nur wenn diese Kosten bekannt sind, können tragbare und breit akzeptierte Lösungskonzepte entwickelt werden.

Im Kleinen: Betriebswirtschaftliche Lösungen gesucht

Die betriebswirtschaftliche Forschung am CDI befasst sich mit der Integration von Menschen mit Behinderung im unmittelbaren beruflichen Kontext. Hierbei sind zwei Fragenkomplexe von zentraler Bedeutung: Erstens, wie können mehr Menschen mit Behinderung in Unternehmen integriert oder reintegriert werden und zweitens, wie kann sichergestellt werden, dass Menschen mit Behinderung in Unternehmen langfristig erfolgreich tätig sein können?

Eröffnung durch den Ex-Präsidenten der Vereinigten Staaten

Das CDI wurde am 5. November 2009 feierlich eröffnet und der internationalen Forschungsgemeinschaft übergeben. Der Ehrenschirmherr von MyHandicap, Bill Clinton, hielt dabei eine eindrückliche Rede.

Hören Sie hier die komplette Rede von Bill Clinton bei der Eröffnung des CDI.