Reisen mit Hilfshunden

Eine Reisende mit einem Hilfshund vor einem SBB-Bahn-Wagon (Bild: SBB)
Assistenzhunde erhalten im Öffentlichen Verkehr eine spezielle Fahrvergünstigung. (Bild: SBB)

Hilfshunde sind Freunde auf vier Pfoten, die für ihre Besitzer eine wahre Schutzengelfunktion erfüllen. Sie helfen Menschen, die motorisch behindert sind oder an Krankheiten wie Autismus oder Epilepsie leiden.

Trotz ihrer speziellen Ausbildung, bei der sie lernen, ihre Besitzer im täglichen Leben zu unterstützen oder sie bei Zugfahrten zu begleiten, sind sie weit weniger bekannt als ihre «Kollegen» mit dem weissen Geschirr.

Eine Frage des Feelings

Praktisch alle Schweizer Hilfshunde werden von LE COPAIN ausgebildet, dem Schweizerischen Verein für die Ausbildung von Hilfshunden für motorisch Behinderte oder Epileptiker, mit Sitz in Granges VS. Die be-vorzugten Rassen sind Golden Retriever und Labrador. Die Ausbildung dauert drei bis vier Jahre und führt nicht immer zum gewünschten Erfolg.
Zunächst wachsen die Hunde in einer Familie auf, die sie circa 15 Monaten betreut und ihnen zusammen mit dem Ausbildner die ersten Erziehungsgrundlagen vermittelt.

Der Verein steht der Familie bei der Ausbildung des Hundes ständig zur Seite. Danach erfolgt dann das eigentliche Training in der Schule des Vereins. Das Treffen mit einem Hilfshund ist «Gefühlssache». Wenn der vielzitierte Funke überspringt, kann ein Hilfshund das Leben seines Besitzers wesentlich verbessern und zu einer unverzichtbaren Unterstützung im täglichen Leben werden.

Ein Hilfshund von Le Copin. (Bild: Le Copin)
Le Copin bildet Hilfshunde für motorisch Behinderte und Epileptiker aus. (Bild: Le Copin)

Schutzengel auf vier Pfoten

Die treuen und unermüdlichen Helfer lernen, Schranktüren zu öffnen, die Waschmaschine zu füllen, kleine Gegenstände aufzuheben und zu bringen, Tasten zu drücken und vieles andere. Da sie täglich ausgeführt werden müssen, beeinflussen sie das Sozialleben der Personen mit Behinderung in positiver Art und Weise, zudem erleichtern sie auch die Kontaktaufnahme mit fremden Menschen.

«Für den Hund ist dies Schwerarbeit, die völlige Konzentration und Hingabe von ihm verlangt. Die Person mit Behinderung muss sich vollständig auf ihn verlassen können. Wenn man auf der Strasse oder im Zug auf einen solchen Hund mit umgeschnallter Schabracke trifft, sollte man besser den Besitzer um Erlaubnis fragen, ehe man den Hund streichelt», erklärt Nicole Boyer, Direktionsassistentin beim Verein LE COPAIN.

Fahrvergünstigung für Assistenzhunde

Im Zug erhalten Assistenzhunde eine spezielle Fahrvergünstigung.
Man erkennt sie an ihren «Mäntelchen» (Schabracken), mit oder ohne Haltegriff, die von einer Ausbil-dungsinstitution stammen.

Auch während der Ausbildung werden sie im Zug, in der 1. und 2. Klasse, gratis befördert und bezahlen keine Zuschläge. Diese Vergünstigung wird nur gegen Vorweisen der speziellen Ausweiskarte für Nutz-hunde gewährt. Die Begleitperson von Nutz- oder Assistenzhunden muss auf alle Fälle im Besitz eines gültigen Fahrausweises sein.

Als Assistenzhunde gelten: Hilfshunde und Hilfshunde in Ausbildung, Blindenführhunde in Ausbildung und Zuchthunde einer schweizerischen Blindenführhundeschule.

Haben Sie Fragen rund ums barrierefreie Reisen mit der SBB? Fragen Sie hier die Experten!

 

Text: Anna Riva - Coach Handicap SBB - 05/2014

Bilder: SBB und Le Copin