Bus- und Tramverkehr

Im städtischen, örtlichen oder regionalen Verkehr kommt Trams, Autobussen und Postautos grosse Bedeutung zu. Heute werden viele Tram-, Postauto- und Autobuslinien vollständig oder zumindest teilweise mit Niederflur-Fahrzeugen betrieben. Es bleibt aber noch viel zu tun.

Der Einstieg mit dem Rollstuhl erfolgt meist bei der zweiten Tür mit Hilfe einer im Fahrzeug eingebauten Rollstuhlrampe, welche durch das Fahrpersonal bedient wird. In Berggebieten sind allerdings auch heute noch zahlreiche Hochflurbusse im Einsatz, die neueren Modelle verfügen zumindest über einen Rollstuhllift. Sämtliche aktuellen Listen der Niederflurangebote von Bahn, Autobus und Tram in der Schweiz sind auf den Seiten www.fahrplanfelder.ch unter der Rubrik "Rollstuhl" zu finden.

ZVV: Behindertengerechts Grobnetz bis 2014

Der Zürcher Verkehrsverbundes ZVV hat in Zusammenarbeit mit Behindertenorganisationen, Verkehrsunternehmen und Fachleuten das Konzept "MobilPlus" erarbeitet. 

Entsprechend den Plänen soll bis 2014 ein behindertengerechtes Grobnetz entstehen, was bedeutet, dass Haltestellen baulich angepasst und Fahrzeuge eingesetzt werden, die von Gehbehinderten einfach benützt werden können. Bis 2014 soll also ein flächendeckendes Netz bereit stehen, welches die Grundlage für den Vollausbau bis 2024 bildet.

60 % der Buslinien im Niederflurbetrieb

In Zürich werden seit 2007 rund 60 % der Buslinien komplett niederflurig betrieben, rund doppelt so viele wie noch 2004, wie einer Broschüre des ZVV zu entnehmen ist. In wenigen Jahren soll das Reisen mit Niederflurfahrzeugen selbstverständlich sein. Bei der S-Bahn sind 60 behindertengerechte Doppelstocktriebzüge in Betrieb genommen worden, die auf der S7 eingesetzt werden. Weitere Linien werden gemäss den Informationen bis 2009 folgen.

Autonome Benützung des ÖV für Sehbehinderte und Blinde

Für sehbehinderte und blinde Personen sollen gemäss Konzept "MobilPlus" die Einrichtungen und Dienstleistungen bis 2014 so markant verbessert werden, dass sie den öffentlichen Verkehr autonom benutzen können. Das bedingt Anpassungen für die Auffindbarkeit von Haltestellen, Perrons, Fahrzeugen, Schaltern usw. Die Bedienbarkeit von Billetautomaten und besondere Markierungen auf grossen Umsteigeanlagen und Busbahnhöfen müssen verbessert werden. Der Zugang zu Kommunikations- und Informationsmitteln muss ebenfalls ermöglicht werden.

BERNMOBIL mit Pionierrolle

In der Schweiz gilt BERNMOBIL seit Jahren als führend, was den Einsatz von behindertengerechten Fahrzeugen betrifft. Bereits 1993 erhielt das Unternehmen durch einen Volksentscheid zur Beschaffung von 30 Niederflur-Gelenkautobussen den Auftrag, ihre Fahrzeuge behindertengerecht zu gestalten. Auch die ersten Niederflurtrams der Schweiz fuhren durch die Bundesstadt. Dank stetiger Erneuerung der Busflotte setzt BERNMOBIL auf den Gelenkautobus- und Midibuslinien weitgehend rollstuhlgängige Fahrzeuge mit Tiefeinstieg ein. Auch auf dem Tramnetz verkehren mehrheitlich niederflurige und rollstuhlgängige Fahrzeuge. Ein modernes Informationssystem erleichtert auch sehbehinderten oder hörgeschädigten Fahrgästen die Orientierung während der Reise. Insgesamt werden auf dem BERNMOBIL-Netz rund 87% der gefahrenen Kilometer mit rollstuhlgängigen Niederflurfahrzeugen erbracht.

Es bleibt noch viel zu tun

Grundsätzlich kann festgehalten werden, dass im städtischen und regionalen Verkehr in den letzten Jahren viel getan wurde, um den Mobilitätsansprüchen von Menschen mit einer Behinderung gerecht zu werden. Weil es das Gesetz vorgibt, auf politische Entscheide hin, auf Druck Betroffener oder einfach auch aus Einsicht, damit einerseits behinderten Menschen eine autonome Mobilität und Nicht-Behinderten mehr Komfort zu ermöglichen, werden entsprechende Lösungen realisiert. Es bleibt aber noch viel zu tun, an vielen Orten können Menschen mit einer Behinderung öffentliche Verkehrsmittel nach wie vor gar nicht, oder nur mit grossen Einschränkungen benutzen.

Text: pg - 09/2007 - MyH

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