Arbeitnehmer mit Behinderung: Empfehlungen für Unternehmen

Eine rote Bewerbungsmappe mit silbernem Schriftzug. Darauf zwei zusammengesetzte Puzzle-Teile. (Bild: berwis/pixelio.de)
Verschiedene Faktoren begünstigen die erfolgreiche Integration von behinderten Menschen in ein Unternehmen. (Bild: berwis/pixelio.de)

Die Integration oder Wiedereingliederung von Jugendlichen und Erwachsenen in den ersten Arbeitsmarkt ist wichtig. Verschiedene Faktoren begünstigen die erfolgreiche Integration.

Auch für behinderte Menschen ist es von grosser Bedeutung, sich selbständig durch eigene Arbeit ihren Lebensunterhalt zu sichern, oder zumindest dazu beitragen zu können. Sie wollen am gesellschaftlichen Leben teilhaben, sich im Beruf verwirklichen und ein selbstbestimmtes Leben führen.

Für Unternehmen ist es nicht immer leicht, Lehrstellen oder Jobs im ersten Arbeitsmarkt anzubieten. Zum Beispiel bestehen hinsichtlich der Leistungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit der Mitarbeitenden mit einem Handicap bei vielen Arbeitgebern Zweifel. Zu Unrecht - durch die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung gewinnen Arbeitgeber hochmotivierte Mitarbeiter.

Dennoch ist die Situation für die Unternehmen durchaus herausfordernd. Entschliessen sich Betriebe zur Rekrutierung eines oder mehrerer Mitarbeitenden mit Behinderung, gilt es je nach Betriebsgrösse, Art der Arbeit und personellen Kapazitäten vieles zu bedenken. Es gibt jedoch verschiedene Faktoren, die eine erfolgreiche Integration von behinderten Menschen in das Arbeitsumfeld begünstigen.

Empfehlungen bezüglich Neueinstellungen von Personen mit Behinderungen:

•    Anforderungs- und Fähigkeitsprofil müssen übereinstimmen

•    Prüfung der Anstellung über Sozialversicherungen (Praktika)

•    Beim Job-Interview Fragen zur Einschränkung im Arbeitsalltag stellen

•    Arbeitsplatz gemeinsam anschauen und mögliche Adaptierungen besprechen

•    Frühzeitige Information der Mitarbeitenden um Ängste und Unsicherheiten zu nehmen und Barrieren im Kopf abzubauen

•    Neugier am neuen Mitarbeiter wecken

•    Angemessene Wertschätzung, Verständnis, Geduld und Offenheit

•    Integration muss vom ganzen Unternehmen getragen werden

Allgemeine Empfehlungen:

•    Barrierefreie Arbeitsumgebung

•    Grundsatz der Nicht-Diskriminierung

•    Offene und respektvolle Unternehmens- und Kommunikationskultur

•    Vermeidung der Bevorzugung der behinderten Mitarbeitenden

•    Chancengleichheit: Gleiche Aufstiegs- und Karrierechancen

•    Zusammenarbeit mit Sozialversicherungen

•    Konstruktiver Umgang mit Vielfalt, Wertschätzung der Andersartigkeit

•    Geld- und Zeitressourcen einplanen

•    Aktive Kommunikation der Diversity-Philosophie nach aussen

•    Nutzung der Integrationsarbeit zu Reputation- und Public Relations-Zwecken

•    Verankerung der Diversity-Philosophie in die Unternehmensmission.


Text:  Simon Müller / Patrick Gunti 08/2014
Bilder: pixelio.de

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