Kompetenzzentrum für Arbeit & Handicap

Das Logo der Stiftung Profil (bild:zvg)
Das Logo der Stiftung Profil (bild:zvg)

Die Stiftung Profil hat sich seit ihrer Gründung als kompetente Anlaufstelle zum Thema „Arbeit & Handicap“ etabliert. Dabei vermittelt Profil zwischen staatlichen Stellen, Versicherungen, Arbeitgebern und Arbeitnehmern und bietet ihnen ihre Dienstleistungen an.

Entstanden ist Profil vor rund 10 Jahren aus der Sozialberatung der Stiftung Pro Infirmis. Viele der Menschen, welche sich  bei der Beratung meldeten, klagten über Schwierigkeiten bei der Integration in die Arbeitswelt. Hier wollte man mit der Gründung einer neuen Stiftung gezielte Dienstleistungen anbieten können.

Verschiedene Kompetenzen

Am Anfang ihrer Arbeit fokussiert sich die Stiftung Profil auf die Erhaltung von Arbeitsplätzen. Das Angebot hier reicht von der gemeinsamen Abklärung der beruflichen Situation über die Planung und Begleitung bis hin zu einem nachhaltigen Job Coaching. Das Ziel ist es, dass gemeinsam mit der Firma und den Mitarbeitenden Lösungen erarbeitet werden, welche eine Weitebeschäftigung im Betrieb ermöglichen.

Weiter werden arbeitsuchende Personen mit gesundheitlicher Beeinträchtigung unterstützt, eine Stelle im freien Arbeitsmarkt zu finden. Wichtig dabei ist, dass die Person vermittelbar ist, und die Rahmenbedingungen einer zukünftigen Anstellung geklärt sind. Bei der Personalvermittlung werden die Arbeitsuchenden unter anderem bei der Ausarbeitung einer Bewerbungsstrategie begleitet. Auch bei der Suche nach einer Anstellung oder eines Praktikumplatzes bekommen sie Unterstützung. Für Arbeitgeber klärt Profil arbeitsrechtliche und sozialversicherungstechnische Fragen ab und steht beratend bis zur Einarbeitungszeit und darüber hinaus zur Verfügung. 

Personalverleih soll Hürden senken

Eine besondere Dienstleistung von Profil ist der Personalverleih „XtraJobs“. Durch dieses Angebot wird dem Unternehmen die Anstellung von Menschen mit Handicap stark erleichtert. Mit XtraJobs will Profil die finanziellen und rechtlichen Risiken, sowie Aufwand und Kosten für Arbeitgeber gering halten, wenn diese behinderte Mitarbeiter einstellen.

Der Ablauf ist ähnlich wie bei herkömmlichen Personalverleihern. Um die Integration zu unterstützen, begleitet Profil die Anstellung bei Bedarf mit einem kostenlosen Job Coaching. Ziel ist es, dass ein Arbeitgeber in der Verleihphase einen behinderten Mitarbeiter einschätzen kann und nach Möglichkeit daraus eine Festanstellung folgt.

Vermittlung zwischen den Parteien

Die Stiftung Profil fungiert als Vermittler aller beteiligten Parteien. Ein Schwerpunkt ist die Kommunikation zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Aber sie ist auch als Medium zwischen den Behörden und den Privat- und Sozialversicherungen tätig. Zum Aufgabenbereich von Profil gehört auch die allgemeine öffentliche Aufklärung über Integration behinderter Menschen am Arbeitsplatz. Zudem stellt sie Arbeitgebern Merkblätter über verschiedene gesundheitliche Einschränkungen zur Verfügung.

Arbeitsplatz & Know-how gesichert

Wie die erfolgreiche Arbeit von Profil aussehen kann, kann das Beispiel von Herrn S aufzeigen. Er arbeitete schon seit 33 Jahren als Angestellter in einer Schreinerei. Durch schmerzhafte, nicht operierbare Rückenschmerzen und Asthmabeschwerden kam es zu gesundheitsbedingten Absenzen. Daraus resultierte eine durch die Ärzte festgestellte Arbeitsfähigkeit von 50%.

Weil der Arbeitgeber den Mitarbeiter mit seinem Know-how im Betrieb behalten wollte, kam die Stiftung Profil ins Spiel.

Gemeinsam mit dem Geschäftsführer und dem Mitarbeiter suchte Profil nach möglichen Einsatzmöglichkeiten und Massnahmen im Betrieb. In einem Pflichtenheft sind nun die Tätigkeiten erfasst, welche Herr S in seiner gesundheitlichen Situation ausüben kann und für die Firma unverzichtbar sind. Dies entspricht einem 50%igen Arbeitspensum.

Profil hat den Einführungsprozess begleitet, sämtliche Besprechungen moderiert, die IV-Abklärung organisiert sowie alle administrativen Arbeiten übernommen. Der Mitarbeiter konnte dank den Massnahmen der Stiftung seinen Arbeitsplatz, mit reduziertem Pensum, weiterhin behalten. Zusätzlich erhält er eine halbe IV-Rente. Für die Schreinerei blieb mit dieser Lösung wichtiges Fachwissen erhalten. So können alle Seiten profitieren.

Restkosten bleiben

Finanziert wird die Arbeit von Profil hauptsächlich auf Mandatsbasis bei Versicherungen und Ämtern sowie durch einen Leistungsvertrag mit dem Bundesamt für Sozialversicherungen. „Wir können nicht alle entstehenden Kosten durch Kostenträger decken“, erklärt Jürg Sigrist, Geschäftsführer der Stiftung Profil, gegenüber MyHandicap. „Kostenlose Beratungen für Stellensuchende ohne finanzielle Unterstützung müssen auch durch Spenden von Firmen und Privatpersonen gedeckt werden“. 

Das Angebot von Profil entspricht einem wachsenden Bedürfnis in der Arbeitswelt. In den letzten zwei Jahren musste der Personalbestand aufgestockt werden um die Klienten weiterhin optimal betreuen zu können. Zudem will die Stiftung, welche mit Regionalzentren arbeitet, ihr Netz in der Deutschschweiz  verfeinern und neu Niederlassungen eröffnen.

 

Text: HIA - 01/2010

Bilder: Profil, zvg

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