Motiviert bleiben, auch wenn’s schwierig wird

Hände und Arme von Geschäftsleuten an einem Tisch
Versuchen Sie nicht, alles alleine zu schaffen! Profitieren Sie vom Wissen und der Erfahrung anderer! (Peter Kirchoff/pixelio.de)

Langwierige Stellensuche oder Schwierigkeiten an der neuen Arbeitsstelle können einem die Motivation nehmen.  Wie sich das vermeiden oder lösen lässt, sagt MyHandicap-Diplompsychologe Tim Glogner.

Die etwas unsichere Stimmung nach der Wirtschaftskrise und teils falsche Vorstellungen bei Arbeitsgebern machen gerade Menschen mit Behinderung die Suche nach einer Anstellung sehr schwierig. Das ist jedoch kein Grund, den Mut zu verlieren.

Seien Sie stolz auf sich!

Bei der Stellensuche und natürlich auch später an einem neuen Arbeitsplatz gilt: Seien Sie stolz auf Ihr Können, Ihre Stärken, vor allem auf jene, die sie wegen der Behinderung erlangt haben! Denn wer an einem Ort Defizite hat, kompensiert diese mit Stärken an anderer Stelle. Und genau diese Stärken könnten für Ihren zukünftigen Arbeitsgeber relevant sein.

Ob und wie Sie in der Bewerbung Ihre Behinderung kommunizieren könnten, erfahren Sie im Artikel „Erfolgreich bewerben mit Behinderung“.

Hilfe annehmen

Zwar suchen Sie eine Stelle für sich alleine, dennoch sollte die Stellensuche nicht im Alleingang angegangen werden. Greifen Sie auf das Fachwissen von anderen zurück. Zum Beispiel bei Arbeitsvermittlungsstellen wie dem RAV oder für Menschen mit Behinderung auch die IV haben Situationen wie Ihre schon häufig gesehen und kennen sich damit aus. Auch auf Jobportalen wie jobs.ch oder monster.ch finden sich immer wertvolle Tipps.

MyHandicap unterstützt seit November 2010 die IV-Stellen in der Arbeitsintegration von Menschen mit Behinderung in den ersten Arbeitsmarkt. Versuchen Sie nicht, alles allein zu schaffen, denn durch die  Hilfe von anderen können Sie viel Energie sparen. Kontaktieren Sie unsere Jobcoaches!

Klare Strukturen schaffen

Eine klare Tagestruktur vermittelt einem einen geregelten Tagesablauf. So fällt es einem auch leichter, die Suche anzugehen. Setzen Sie sich deshalb klare Zeiten, wann Sie was erledigen möchten, und halten Sie sich daran.

Der geregelte Tagesablauf bewahrt Sie davor, sich wert- oder gar nutzlos zu fühlen. So können Sie Ihre Motivation aufrecht erhalt

Eine Auszeit wirkt Wunder!

Was auf den ersten Moment seltsam erscheinen mag, ist, dass Arbeitslose, die in Arbeitsvermittlungsprogrammen wie dem RAV sind, sich Ferien nehmen können. Doch arbeitslos nicht gleich viel Freizeit! Im Gegenteil. Die Stellensuche ist sogar nervenaufreibender als Arbeit und Ferien sind deshalb auch hier ab und zu nötig.

Eine kurze Auszeit kann wahre Wunder bewirken. Ein paar Tage ohne die ständige Sorge um die Stellensuche und den damit verbundenen Stress geben einem die Gelegenheit, den Kopf freizubekommen und neue Kraft zu schöpfen.

Die Zeit kann auch genutzt werden, um sich zu überlegen, was man sich wünscht, welche Arbeit man ausüben möchte, welche Ziele man erreichen möchte. Zwar sollte man sich diese Fragen unbedingt schon vorher gestellt haben, eine erneute Analyse der Situation und der persönlichen Vorstellungen schadet aber auf keinen Fall.

Weiter hoffen

Schlussendlich bedeutet motiviert bleiben auch die Hoffnung behalten. Auch bei der langwierigsten Suche sollte man nie daran zweifeln, dass es den richtigen Job gibt und man ihn auch finden wird.

Schauen Sie in unseren MyHandicap-Stellenpool. Vielleicht finden diesen Job ja genau da!

Stelle gefunden, und jetzt?

Haben Sie eine Arbeit gefunden, lautet die zentrale Frage nun: Wie ist eine stressfreie, harmonische Gestaltung des Lebens und insbesondere des  Arbeitsalltages möglich? Folgende Impulse von MyHandicap-Diplompsychologe Tim  Glogner können hilfreich sein:

Sonnenschrim und Liegematte auf Wiese
Gönnen Sie sich auch mal eine kleine Auszeit! (Andreas Morlock/pixelio.de)

Nicht sofort aufgeben

Wenn die Arbeit nicht gefällt, sollte man ihr dennoch eine Zeit lang treu bleiben und versuchen, mit seinem Bewusstsein eher in sich zu bleiben und seine eigenen Reaktionen (körperlich und emotional bewusst wahrzunehmen, ohne sich in etwas zu „verrennen“.

Wenn man dann trotzdem merkt, dass diese Tätigkeit einfach nicht dem entspricht, was man machen möchte, kann man die Arbeit beenden. Man sollte sich nicht krampfhaft dazu zwingen, etwas zu machen, dass einem einfach nicht gefällt.  

Miteinander reden

Durch ein Gespräch mit dem Arbeitsgeber kann unter Umständen auch der Tätigkeitsbereich angepasst werden.

Wenn ernsthafte Unstimmigkeiten auftauchen, ob mit Mitarbeitern oder den Vorgesetzten, bietet sich ein klärendes Gespräch mit den betroffenen Personen an. Probleme lösen sich nicht, in dem man über die Person spricht, sondern nur, wenn man mit ihr oder ihm spricht.

Nehmen Sie die Reaktionen Ihrer Kollegen oder der Vorgesetzten bewusst war. Sie brauchen sich von niemandem aus der Fassung bringen zu lassen. Andere Personen haben keine Macht über sie, genauso wie Sie keine Macht über die anderen haben. Niemand ist besser oder schlechter als der andere.

Die Behinderung im Arbeitsverhältnis sollte man versuchen eher positiv zu sehen, das soll Ihnen erst einmal einer nach machen, mit Ihrer Behinderung hier zu arbeiten! Wie Sie sich und Ihre Behinderung den neuen Arbeitskollegen gegenüber vorstellen können, können Sie in unserem Artikel „Sich neuen Kollegen vorstellen“ nachlesen.

Wenn jemand Probleme mit Ihrer Behinderung hat, ist das das Problem des entsprechenden Mitarbeiters; das Problem spielt sich ausschliesslich in dessen „Film“ ab. Gut möglich, das sie dann für ihn langweilig werden und er kein Interesse mehr an ihnen findend, sich abwendet. Versuchen Sie, diese negative Haltung zu ignorieren, weder positiv noch negativ zu werten. Beachten Sie es einfach nicht und investieren Sie Ihre Energie in wichtigere Dinge.

Viele weitere wertvolle Tipps von MyHandicap-Diplompsychologe Tim Glogner finden Sie hier.

Text: Tim Glogner / M. Plattner - 01/2011

Bilder: pixelio.de

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