Der Rolli der Zukunft

Der IBot400 Rollstuhl in Action (Bild: zvg)
Der IBot400 Rollstuhl in Action (Bild: zvg)

Der Ingenieur Dean Kamen hat in Grossbritannien einen sich auf Knopfdruck verändernden Elektrorollstuhl mit 4-Rad-Antrieb erfunden. Mit dem iBOT® 4000 kann der Benutzer stehen, Treppen steigen und auch mal eine Bordsteigkante hochfahren.

Der iBOT® 4000 ist eine tolle Erfindung: ein Rollstuhl, der nicht nur normal funktioniert, also alle Standard-Funktionen aufweist, sondern auch unkompliziert per Knopfdruck in eine Stehposition gebracht werden kann (Balance-Funktion). Und das ist noch nicht alles, was die Erfindung von Dean Kamen kann. Mit dem iBOT® 4000 stellen dank der Treppen-Funktion die Stiegen kein Hindernis mehr dar. Durch eine ausgefeilte Automatik können Stufen sogar ohne fremde Hilfe überwunden werden.

Bordsteigkanten - kein Problem

In der Betriebsweise "4-Rad-Antrieb" fährt der Rollstuhl ohne Probleme über Rasen, buckelige Wege und selbst 12 cm hohe Bordsteigkanten hoch. Zwischen den vier Betriebsweisen kann einfach per Knopfdruck gewechselt werden, Hilfe ist nicht notwendig. Und zu guter Letzt ist auch eine Zusammenklapp-Funktion vorhanden, damit das geniale Teil im Auto mitgenommen und die Unabhängigkeit auch anderswo genossen werden kann.

Der Weg zum Glück

Der iBOT® 4000 ist ein aussergewöhnlicher Rollstuhl mit besonderen Fähigkeiten. Leider ist er nicht für jeden geeignet. Um eine ausreichende Sicherheit sowie eine selbstständige Bedienung zu garantieren, sollten Benutzer folgende Kriterien erfüllen: 

  • Das Körpergewicht sollte nicht weniger als 34 kg und nicht mehr als 113 kg betragen.
  • Die sensorischen Fähigkeiten der Hände sollten die Betätigung einer knopfdruckgesteuerten Fernbedienung und eines Joysticks ermöglichen.
  • Es sollte möglich sein, die Knie so zu beugen, dass die Füsse in den Fussrasten stehen (gilt nicht für Personen mit Beinamputation).
  • Die Benutzer müssen sitzen können (ausreichende Hüftbeweglichkeit).
  • Der iBOT® 4000 ist nicht geeignet für Menschen mit sehr empfindlichen Knochen (z.B. bei schwerer Osteoporose oder Glasknochenkrankheit).

In der Praxis wird nach einem abklärenden Gespräch und einer ärztlichen Untersuchung ein spezielles Fahrtraining durchgeführt, das mit einem Test abgeschlossen wird. Wer diesen Test erfolgreich besteht, darf den Super-Rollstuhl dann auch mit nach Hause nehmen. Ganz billig ist der iBOT® 4000 allerdings nicht. Je nach Ausbaustandard kostet er zwischen 25'000 und 29'000 US-Dollar.

Text: pg 09/2007 - MyH

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