(Heim)Beatmung von Kindern

Eine Pusteblume, die gepustet wird. (Viktor Schwabenland/pixelio.de)
Das richtige Kinderhilfsmittel kann bei einer Atemstörung eine regelmässige Atmung gewährleisten. (Viktor Schwabenland/pixelio.de)

Die Beatmung von Kindern in den eigenen vier Wänden ist sicherlich kein Kinderspiel. Doch dank der modernen Technik, der guten Beratung von Facheinrichtungen und ein bisschen Mut machbar. Für das Kind, das beatmet werden muss, hat die Heimbeatmung oft zahlreiche Vorteile.

Die Beatmung von Kindern und somit die Versorgung mit Hilfsmitteln wird erforderlich, wenn Kinder bedingt durch einen Unfall oder eine Krankheit nicht mehr in der Lage sind selbstständig zu atmen. Hierbei kann es sich um zeitweise oder bleibende Beeinträchtigungen der Atemmuskulatur oder des Nervensystems handeln. In der Schweiz sind es derzeit zwischen 20 und 80 Kinder, die beatmet werden - genaue Studien liegen selbst den Fachleuten nicht vor. Bis auf ganz wenige Ausnahmen leben alle beatmeten Kinder in der Schweiz zu Hause.

Invasive und nicht-invasive Beatmung

Man unterscheidet zwischen invasiver und nicht-invasiver Beatmung. Bei invasiver Beatmung erfolgt die Beatmung der Kinder über eine Kanüle, die direkt in die Luftröhre führt. Bei der nicht-invasiven Beatmung wird die Unterstützung der Atmung über eine Maske vorgenommen. Je nach Diagnose oder auch Wünschen des Patienten wird jeweils eine der beiden Methoden der Beatmung vorgenommen.

Beatmung zu Hause: Die ersten Lebensjahre eines Kindes sind prägend

Wichtig - vor allem für Kinder in den ersten drei Lebensjahren - ist jedoch die Perspektive, von der anfänglichen Behandlung in einem Spital wieder nach Hause gehen zu dürfen und dort im vertrauten Umfeld betreut werden zu können. Denn gerade in den ersten drei Jahren machen die Kinder unwiederbringliche Fortschritte in der Entwicklung. Was in diesem Zeitraum ausbleibt, kann nur schwer wieder aufgeholt werden. Die altersgerechte und persönliche Ansprache der Kinder ist unabdingbar. Wofür im Spital meist nur wenig Zeit bleibt, dem kann man sich zu Hause im vertrauten Umfeld besser widmen.

Ein medizinisches Atemgerät. (Micheal Bürhke/pixelio.de)
Ein Atemgerät kann zum alltäglichen Begleiter werden. (Micheal Bürhke/pixelio.de)

Ein mehr oder weniger ganz normaler Alltag

Doch vor allem bietet die Heimbeatmung den Kindern einen annähernd normalen Alltag. Ihre Behinderung ist sicherlich allgegenwärtig, doch wird die Lebensqualität durch den Aufenthalt zu Hause enorm gesteigert. Die Kinder können dank moderner Technik oftmals - je nach Diagnose - nach und nach immer mehr Dinge tun, die sie auch schon vor der Beatmung gerne gemacht haben: regelmässig in den Kindergarten gehen, Freunde besuchen, in den Zoo gehen und dergleichen mehr.

Spezialisierte Hilfsmittelanbieter stehen bei der Beatmung von Kindern hilfreich zur Seite

Die sogenannte Heimbeatmung bei Kindern ist jedoch nur mit einer entsprechenden Versorgung mit Hilfsmitteln durchführbar. Hier stehen Spezialisierte Hilfsmittelanbieter mit ganzheitlichen Versorgungskonzepten den Eltern von beatmeten Kinder mit Rat und Tat zur Seite. Beispielsweise bieten rehaVital-Mitglieder den Eltern eine umfassende Versorgung der kleinen Patienten an.

Irgendwann werden Inhalatoren, Absauggeräte und Kanülen neben Teddybär, Spielzeugbagger und Puppenbettchen ein ganz normaler Anblick im Kinderzimmer, auch wenn es zunächst unvorstellbar scheint.

 

Text: Kerstin Otto - 04/2013
Bilder: pixelio.de

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