Nahrung für Geist und Seele

Auf einer Wiese strahlt die Sonne auf die Seifenblasen. (Bild: Sigrid Harig/pixelio.de)
Schöne Bilder sind ein Festschmaus für die Seele. (Bild: Sigrid Harig/pixelio.de)

„Du bist, was Du isst“ ….Diesen Spruch hat wahrscheinlich jeder schon mal gehört.

Er wird von vielen Gesundheitsexperten gebraucht, inwieweit er zutrifft, wird dennoch kontrovers diskutiert. Sicher aber ist: Speisen und Getränke haben einen Einfluss auf unseren Organismus. Doch neben der Nahrung für den Körper, gibt es auch die Nahrung für Geist und Seele. Was führen wir Geist und Seele eigentlich den ganzen Tag so zu?

Es kann ein Denkanstoss sein, sich klar zu machen, dass nicht nur die körperliche Nahrung eine Wirkung auf uns haben kann. Auch was man über andere Sinneskanäle, insbesondere die Augen und die Ohren aufnimmt und von sich gibt/ausspricht kann, meiner Ansicht nach, eine Wirkung haben. Im Folgenden möchte ich ein paar Anregungen zum Nachdenken geben:

Bilder für den Geist

Unsere Welt ist voller Bilder. Fernsehen, Lesen, Vorbilder. Ich schaue mir im Fernsehen einen Horrorfilm oder Aktionfilm an, eine Podiumsdiskussion, Naturaufnahmen, eine religiöse Predigt, eine Sportsendung, einen Vortrag zum menschlichen Lebenssinn, einen Liebesfilm. Diese Bilder erzeugen Gefühle in mir.

Insbesondere Kinder neigen dazu, sich mit dem Aktionheld zu identifizieren und spielen, nachdem sie den Film gesehen haben, den „Superman“ oder versuchen so weise und gütig zu wirken wie der Zauberer „Gandalf der Graue“ aus dem bekannten Phantasiefilm „Herr der Ringe“. In gleicher Weise ist anzunehmen, dass Videospiele, Bücher und Literatur unterschiedlicher Art einen ähnlichen Einfluss auf das menschliche Bewusstsein ausüben. Der Mensch kann hier selbst ergründen, was das „aufgenommene Material“ in ihm für Qualitäten hervorruft.

Natürlich sehen/hören Kinder und Erwachsene auch wie ihre Umwelt, dass heisst Eltern, Partner, Freunde agieren. Auch diese Bilder, Vorbilder üben Einfluss aus.
Die Neurobiologie legt nahe, dass dem Menschen die Veranlagung gegeben ist, alles nachzuahmen, was er sieht und wahrnimmt. Es sei denn, er ist „immun“ dagegen, dass heisst, er lässt sich nicht durch ein bestimmtes, von anderen vorgelebtes Verhalten anstecken, beispielsweise ein Mensch beteiligt sich von vornherein nicht an einem Gespräch, indem über andere „gelästert/schlecht“ geredet wird.

Wahrhaftige, respektvolle Sprache

Bleiben wir beim Beispiel „Lästern/Schlecht Reden“. Die abwertende Sprache, die wir dabei gebrauchen, wer hört die eigentlich? Natürlich der andere Mensch, mit dem wir gemeinsam „Lästern“, aber eben auch wir selbst, wir hören immer auch unsere eigene Stimme.
Welche Nahrung, welche Bilder geben wir da von uns? Womit füttern wir unseren Geist und den der anderen? Mit Negativität. Man könnte fast sagen, mit verdorbener Nahrung. Das schürt negative Gefühle und neue Aggressionen. Wie viel besser wäre es da oft, wenn man Schweigen und die Ohren verschliessen würde.

Und jetzt?

Beim bisher geschilderten handelt es sich um Umwelteinflüsse und unsere Reaktionen darauf. Viele Theorien aus unterschiedlichen Wissenschaftszweigen deuten darauf hin, dass alles Leben ein unteilbares Ganzes ist und miteinander in energetischer Wechselwirkung steht. Alles beeinflusst sich gegenseitig, die Welt ist eine grosse „Familie von Brüdern und Schwestern“. Der Psychologe C.G. Jung sprach hier vom kollektiven Unbewussten/Bewusstsein.

Die wechselseitige Beeinflussung des Lebens scheint möglicherweise weite Räume zu überbrücken. Hierzu beschliessend ein Beispiel aus der Verhaltensbiologie: Eine spezielle Affenart erlernte ein neues Verhalten (Kartoffeln waschen in einem Fluss) und nahezu zeitgleich gelang dies anderen Affen, die auf einer weit entfernten Insel lebten, ebenfalls. Der Biologe Rupert Shaledrake erklärt solche Phänomene mit seiner morphogenetischen Feldtheorie.

Solche Beobachtungen deuten darauf hin, dass Leben, Raum und Zeit in dem, was wir als Wirklichkeit wahrnehmen, nicht so voneinander zu trennen sind, wie auf den ersten Blick annehmbar. Dies legt auch den Schluss nahe, wie wesentlich der Einzelne als Teil der grossen Lebensgemeinschaft ist und wie sich durch die Verwandlung unserer selbst auch alles andere verwandeln kann.

Darum empfehle ich, nicht nur auf die Körperpflege und auf gesunde Ernährung zu achten, sondern sich auch jeden Tag bewusst zu machen, mit welchen Gedanken und Gefühlen wir eigentlich unseren Geist und unsere Seele füttern. Und welche Gedanken und Gefühle wir in der Welt produzieren.

MyHandicap-Diplompsychologe Tim Glogner. (Bild: MyH)
MyHandicap-Diplompsychologe Tim Glogner. (Bild: MyH)

Was uns gut tut

Schnell werden wir feststellen, dass positive, liebevolle Bilder, eine positive liebevolle Sprache, die auf Verständnis und Gemeinsamkeit beruht, uns innerlich zufriedener und ausgeglichener machen.

Probieren Sie es doch mal aus und schreiben Sie mir Ihre Erfahrungen an redaktion(at)myhandicap(dot)de.

Bis zum nächsten Mal, Ihr Tim Glogner, Diplompsychologe

Text: TGL - 2/2011

Bilder: pixelio.de, MyH

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