Freiheit für behindernde Gedanken!

Es gibt einen Weg aus dem Gedankenkarussell. (Foto: Pixelio.de, wrw)

„Achte auf Deine Gedanken, Sie werden zu Deinen Worten, achte auf Deine Worte, sie werden zu Deinen Taten, achte auf Deine Taten, sie formen Dein Schicksal“ (Talmud)

Möglicherweise hatten oder haben wir alle irgendwelche wiederkehrende gedanklich-emotionale Muster, von denen wir uns lösen möchten und auch dürfen. Insbesondere dann, wenn diese Muster uns in unserem Alltag behindern oder einschränken.

Gedankenkarussell

Gedanken sagen uns, dass wir nichts essen dürfen, dass wir uns betrinken müssen, dass wir vor etwas Angst haben müssen. Sie sagen, dass wir etwas nie schaffen können oder dass irgendetwas nicht hinhaut, dass wir angeblich aufgrund einer Behinderung nicht OK sind.

Es gibt Gedanken, die uns sagen, dass wir hilflos sind, unfähig irgendetwas zu tun, zu verändern, zu wagen oder auszuprobieren. Dass wir diese Gedanken wahrnehmen oder beobachten können, bedeutet schon, dass wir nicht diese Gedanken sind.

Schauen Sie Ihren störenden Gedanken in die Augen. (Foto: Pixelio.de, wrw)

Gedankenkonfrontation

Setzen Sie diese Gedanken, dieses Gedankenmuster in Ihrer Vorstellung auf einen tatsächlich aufgestellten Stuhl.

Setzen Sie sich auf einen anderen Stuhl, den Sie gegenüber von diesem Gedankenmuster aufstellen und sprechen Sie mit Ihrem Gedankenmuster.
Zum Beispiel so: „Hey liebes Gedankenmuster, Du bist irgendwann in meinem Leben entstanden.

Du bist du ein wenig klebrig und zäh. Ich brauch dich jetzt nicht mehr. Eigentlich bist du gar nicht real. Du bist wie ein Traumschleier. Ich bin ein bewusstes, freies Wesen, das potenziell fähig ist, sich immer weiter zu entfalten.

Du altes behinderndes Gedankenmuster bist nur ein Stück meiner Vergangenheit. Ich hab dich vielleicht auch von jemand anderem oder in Folge bestimmter Einflüsse übernommen. Ich lass dich nun bewusst los.“

Gedankenloslösung

Wenn Ihnen danach ist, gehen Sie am Anfang etwas „wütend“ und „energischklar“ gegen das alte Gedankenmuster vorgehen. Oder lassen Sie das Loslassen ganz natürlich und mühelos geschehen. Lassen Sie das alte Gedankenmuster dann einfach fallen wie ein heisses Stück Kohle.

Es sollte kein „langer Kampf“ gegen das Muster erfolgen, eher ein bewusstes Wahrnehmen und dann eine Loslösung davon.

Lassen Sie Ihre Gedanken fallen - und auch die Leine los! (Foto: Pixelio.de, wrw)

Lassen Sie das das alte Muster zum Abschied sprechen: „Ja, Du hast Recht. Ich verlass Dich jetzt. Das, was ich Dir gesagt habe, stimmt irgendwie gar nicht. Es ist nur irgendeine komische Idee, die irgendwann entstanden ist. Du brauchst sie nun aber nicht mehr. Danke, ich bin jetzt auch im Frieden.“

Dann wird auch klar werden, dass Sie in Ihrem wahren Wesen vollkommen in Ordnung sind, unschuldig und zu mehr fähig, als Sie glauben. Dass nichts die Macht hat, Ihre wahre Grundwesenheit zu behindern.

Gedankenbewusstsein

Den freien Raum, der nach der Loslösung entsteht, können Sie nun mit einer neuen Seinsweise, Sichtweise, Lebensweise und Handlungsweise füllen oder zulassen, dass er davon gefüllt wird.

Sollte das alte Gedankenmuster noch mal auftauchen, können Sie es bewusst wahrnehmen und ihm nicht folgen. Sie besitzen nun das Bewusstsein, dass es allmählich schwächer und schwächer wird.

Viel Erfolg dabei! Sehr gut möglich, dass dieses Loslassen alleine gelingen kann.
Falls die Gedankenmuster zu hartnäckig sind, können Sie für den Loslassprozess auch therapeutische Begleitung in Anspruch nehmen.

Woche für Woche gibt er psychologische Tipps für Menschen mit Behinderung
MyHandicap-Diplompsychologe Tim Glogner

Gerne können Sie mir Ihre Fragen beziehungsweise Erfahrungen diesbezüglich mailen: redaktion(at)myhandicap(dot)de.

 

Bis zum nächsten Mal

Ihr Tim Glogner, Diplompsychologe


Text: TGL - 4/10

Fotos: Pixelio.de

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