Unfallverarbeitung: Therapiemöglichkeiten

Rettungskräfte versorgen eine verunfallte Person
Unfälle können je nach Schwere, Art und persönlicher Situation schwerwiegende Folgen haben. Mit der richtigen Therapie kann Betroffenen geholfen werden. (Foto: smedia/pixelio.de)

Die Unfallstatistik Schweiz registrierte 2011 nahezu 800‘000 Fälle. Deutschland zählt jedes Jahr rund 9 Millionen Unfälle. Je nach Schwere, Art und persönlicher Situation der Betroffenen kann eine weitere Behandlung oder Unfallverarbeitung von Nöten sein.

Professionelle Unfallverarbeitung richtet sich in erster Linie an Betroffene, welche in ihrer Leistungs- und Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sind. Dies können verunfallte Personen sein, aber auch Unfallverursacher sowie Beobachter eines Unglücks oder Rettungskräfte, welchen ein belastendes Erlebnis zu schaffen macht.

Nicht nur für verunfallte Personen selbst

Auch wenn die betroffene Person auf den ersten Blick keine sichtbaren Schäden des Unfalls davon getragen hat, können die Folgen schwerwiegender sein als zunächst vermutet. Dies trifft dann vor allem zu, wenn vom Arzt keine klare Diagnose gestellt werden kann oder der Heilungsverlauf nicht kontinuierlich verläuft. Der Betroffene scheint äußerlich vollkommen gesund, innere medizinische Schäden oder stressbedingte Einschränkungen können nicht festgestellt werden, die sich beispielsweise in Form von Schmerzen äußern.

Ein von Schmerzen gezeichneter Mann
Auch wenn Betroffene äusserlich vollkommen gesund scheinen, können sie an Schmerzen leiden. Bei dieser von Schmerzen spricht man von diffuser Krankheit. (Foto: Gerd Altmann / pixelio.de)

Diffuse Krankheit

In Fachkreisen spricht man bei dieser Art von Schmerzen von „diffusen Krankheiten und Heilungsverläufen“. Simon Raeber, Leiter Coaching bei Brainjoin Schweiz, welcher Betroffene als Coach begleitet, führt diese Art Leiden genauer aus: „Dazu gehören viele Arten von chronischen Schmerzsymptomatiken und auch Schleudertrauma, daraus können, bei chronifiziertem Verlauf, oft auch stressbedingte Leiden wie zum Beispiel Burnout entstehen. 

Auch Menschen die unter Angst- und Zwangsstörungen, Depressionen und Psychotraumas nach schwerwiegenden Ereignissen leiden weisen ähnliche Symptome auf.“

Die Auswirkungen eines solchen Leidens können verheerend sein. Freunde, Partner und Arbeitgeber erleben die Person völlig verändert. Alltägliche Arbeiten werden zur Last, Ehen, Partner- und Freundschaften beginnen zu bröckeln und so beginnt neben dem Leiden der Weg ins soziale Abseits.

Schulmedizin hilft nicht immer

Die Schulmedizin kann bei diffusen Krankheiten nicht immer helfen. Die nach schulmedizinischer Art praktizierenden Ärzte versuchen das Leiden sichtbar zu machen. Das ist speziell bei den obengenannten Leiden aber nicht immer möglich. So ausweglos die Situation für den Betroffenen aber auch erscheinen mag, gibt es doch viele verschiedene Therapiemöglichkeiten. Eine Universallösung gibt es allerdings nicht.

Therapiemöglichkeiten können sein: Physiotherapie, Osteopathie oder ein persönliches Coaching. Das Coaching-Unternehmen Brainjoin bietet dafür ein spezielles Unfallverarbeitungs-Konzept an, dass in mehreren Schritten abläuft. Am Anfang stehen Motivation und Stabilisierung des Klienten im Vordergrund. Darauf folgen Verarbeitung, Feinauflösung und Körpercoaching.

Steine, welche zu einer Brücke geformt sind.
Unverarbeitete Unfälle können Menschen in die Isolation führen. Mit der richtigen Therapie kann Betroffenen geholfen werden. (Foto: twinlili / pixelio.de)

Wer bezahlt?

Der Versicherte hat Anspruch auf eine zweckmäßige medizinische Behandlung der Folgen eines Unfalls oder einer Berufskrankheit ohne zeitliche und betragsmäßige Beschränkung. Der Therapiebedarf lässt sich beim Vertrauensarzt klären.
Für die Leistungsabklärung hat man sich an die entsprechenden Versicherungen zu wenden. Bei längerem Arbeitsausfall oder einer allfälligen Arbeitsunfähigkeit muss mit der kantonalen Sozialversicherungsanstalt (IV) Kontakt aufgenommen werden.

Besserung ist möglich

Auch wenn der Heilungsverlauf ein langwieriger Prozess sein kann und von dem Betroffenen einiges abverlangt, zeigen Erfahrungsberichte, dass eine Verbesserung der Situation dank den obenerwähnten Therapiemöglichkeiten möglich ist.

Für weitere Informationen hilft das Forum für Psychische Erkrankungen und Therapien weiter. Ebenso befinden sich weiterführende Artikel zum Thema im Bereich Burnout.

 

Text: S. Müller - 10/2012
Bilder: pixelio.de

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