Erhöhtes Burnout Risiko bei Angestellten in Gesundheitsberufen

Der Wegweiser Gesundheitsreform zeigt nach rechts, der Wegweiser Gesundheit nach links
Die Gesundheitsreformen dienen in erster Linie der Kosteneinsparung und nicht der Gesundheit der Patienten. (Foto: Gerd Altmann / pixelio.de)

Personen in Gesundheits-berufen sind einem erhöhtem Burnout-Risiko ausgesetzt. Nebst der mentalen Heraus-forderung der emotionalen Arbeit haben Kostendruck, Personalabbau, neue Medizin-technologien und ein erhöhter Administrations-aufwand die Bedingungen der Angestellten erschwert.

Das Gesundheitswesen hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Die Kostenexplosion im Gesundheitswesen ist ein vieldiskutiertes Thema. Neue Reformen in der Gesundheitsbranche sollen die Kosten senken.

Im Zuge dieser Reformen kam es zu Umstrukturierungen, zur Einführung von Fallpauschalen sowie verschiedenen wirtschaftlichen Anreizsystemen im Gesundheitswesen. Oft hat man das Gefühl, dass bei all den Veränderungen in den letzten Jahren nicht mehr das Wohlbefinden des Patienten im Mittelpunkt steht, sondern nur noch die Kosten der medizinischen Leistung.

Formulare, Zettel und Schreiber
Durch den hohen Administrationsaufwand fehlt dem Personal die Zeit für die Patienten. (Foto: Matthias Preisinger / pixelio.de)

Viel Administration und Kontrollen

Durch vermehrtes Qualitätsmanagement in der Gesundheitsversorgung (beispielsweise  ISO 9000) hat das Kontrollbedürfnis in den letzten Jahren stark zugenommen. Die Folge davon ist ein erhöhter Administrations-aufwand. Wer viele Zettel ausfüllen muss, hat weniger Zeit für die Patienten. Es gibt aber noch weitere Stressfaktoren.

Neben den oft langen und unregelmässigen Arbeitszeiten sind häufig schnelle Entscheidungen unter Unsicherheit gefordert. Die Fortschritte in der Medizintechnik können diese Unsicherheit zwar lindern. Bis sie jedoch die erhoffte Hilfe leisten, produzieren sie zunächst einmal viele Informationen die verarbeitet werden müssen.

Emotionales Umfeld

Arbeiten im Gesundheitswesen heisst auch umgeben sein von Schicksalsschlägen. Nicht selten befinden sich Patienten aufgrund eines Unfalls oder einer Krankheit in einer Lebenskrise, die nicht nur sie, sondern ihr ganzes Umfeld betrifft. Diese mentale Herausforderung ist für Angestellte im medizinischen Berufsalltag sehr anstrengend. Deshalb ist diese Berufsgruppe einem erhöhten Burnout-Risiko ausgesetzt.

Ein gestresster Mann greift sich an den Kopf
Die schweren Arbeitsbedingungen und das belastende Umfeld haben Auswirkungen auf die Psyche der Angestellten. (Foto: Gerd Altmann / pixelio.de)

Immer mehr Abwesenheiten

Die Statistik zeigt, dass es zu immer mehr Abwesenheiten von Angestellten im Gesundheitswesen kommt. In den letzten acht Jahren haben sich gemäss einer Studie eines deutschen Kranken-versicherers die Abwesenheiten aufgrund von psychischer Erkrankungen fast verdoppelt. Handlungsbedarf seitens der Arbeitgeber ist also von Nöten.

Human Kapital schützen

Speziell in Dienstleistungsbetrieben, wozu das Gesundheitswesen zählt, sind die Arbeitgeber gefordert, ihre Angestellten vor negativen Auswirkungen auf die Psyche zu schützen. Deshalb gehört es zu den wichtigsten Aufgaben der Betriebe, Gesundheitsmanagement zu betreiben und die Angestellten zu schulen, wie im Umgang mit Stress umzugehen ist.

Denn bei psychischen Krankheiten oder einem Burnout ist es nicht mit einmaligem Krankschreiben getan. Die Folgen sind langandauernde Ausfälle, welche wiederum für das übrige Personal Stressfaktoren darstellen können.

 

Text: Simon Müller - 02/2013

Bilder: pixelio.de

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