Krankschreibung bei Burnout: mehr als eine Auszeit

Älterer Herr sitzt auf einem Balkon und blickt aufs Meer
Die Auszeit nutzen, um das Leben neu zu organisieren (Twinlili/pixelio.de)

Wird man wegen eines Burnouts ganz oder Teilzeit krankgeschrieben, ist das mehr als nur eine Auszeit. In dieser Zeit sollte man neue Strategien zur Stressbewältigung finden.

Burnout ist keine einzelne Diagnose, sondern eine Kombination mehrerer Diagnosen zusammen. Grundlegend dabei sind drei Symptome: Erschöpfung, depressive Verstimmung und eine Sinneskrise, und das über eine längere Zeit.

Krankschreibung bei Burnout

Meist aber gehen Betroffene nicht wegen diesen Symptomen zum Arzt, eher wegen Schlaf- oder Verdauungsproblemen, Kopfschmerzen und anderen kleineren Dingen. Nur ein sehr aufmerksamer Arzt erkennt beim ersten Besuch schon die Anzeichen eines Burnouts. Oft dauert es eine ganze Weile, bis jemandem auffällt, was wirklich hinter den Beschwerden steckt.

Steht die Diagnose Burnout erst einmal, werden viele Betroffene vom Arzt für eine Weile krankgeschrieben. Wie lange, hängt von vielen Faktoren ab. Die Zeit sollte aber nicht dazu genutzt werden, zu Hause rumzusitzen und nichts zu tun. Idealerweise sollte die Person in dieser Zeit psychologisch begleitet werden. Dabei sollen neue Wege und Möglichkeiten gefunden werden, damit der Betroffene nach der Rückkehr an seinen Arbeitsplatz nicht gleich wieder in die gleiche Situation ger

Lernen, mit Stress umzugehen

Ein Burnout ist heilbar, setzt jedoch voraus, dass der Betroffene es akzeptiert und seine Lebensumstände neu organisiert. Ob das gleich beim ersten Mal klappt, oder ob der Betroffene mehrere Anläufe braucht, hängt stark von der Person selbst ab und auch von der Betreuung, die ihr zuteil wird.

Ein Burnout kann zu einer andauernden Unfähigkeit, etwas zu leisten, führen. Man ist chronisch überfordert. Wird dieser Zustand nicht behandelt, kann das zu weiteren Erkrankungen wie einer schweren Depression führen. "Nimm dir eine Auszeit", ist dabei ein gutgemeinter Rat. Doch kehrt man danach wieder in das gleiche Umfeld zurück, ohne gelernt zu haben, wie man mit den schwierigen Situationen umgehen soll, bringt auch die beste Auszeit nichts.

Ambulant oder stationär?

Ob ambulant oder stationär behandelt wird, hängt von der Situation des Betroffenen ab. Grundsätzlich macht eine Therapie im gewohnten Umfeld aber deswegen mehr Sinn, weil die Betroffenen nach der Therapie wieder dort funktionieren müssen. Ein vollständiges "Herausnehmen" kann aber in ganz akuten Situationen auch sinnvoll sein.

Egal ob man nun zu 100% oder nur zu 20% krankgeschrieben wird, die Zeit sollte dafür genutzt werden, zusammen mit einem Therapeuten oder Berater die aktuelle Situation und das eigene Verhalten zu analysieren und neue Strategien zu finden.

Mit Hilfe eines Beraters wird gelernt, wie man mit stressigen Situation umgehen kann ohne einen (erneuten) Zusammenbruch zu erleiden. In Gesprächen und Übungen sollen individuelle Lösungen gefunden werden. Dabei lernt man auch, sich besser abzugrenzen und zu den eigenen Bedürfnissen zu stehen.

Folgeerkrankungen verhindern durch Therapie

Ein Burnout hat nicht nur schwerwiegende Auswirkungen auf die betroffene Person selbst, sondern auch auf ihr Umfeld. Häufig ist eine komplette Richtungsänderung nötig, um aus dem Kreislauf, der zum Burnout geführt hat, auszubrechen.

Wer sich gerne weiter zum Thema Burnout informieren möchte, findet hier weitere Artikel. Betroffene finden auch in unserem Forum Rat von anderen Betroffenen und unseren Fachexperten.

 

Text: M. Plattner - 09/2012
Bilder: pixelio.de


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