Parkinson: Behandlung und Therapie

grüner Gymnastikball in einer Turnhalle (S. Hofschlaeger/pixelio.de)
Ergotherapie kann das Allgemeinbefinden von Parkinsonbetroffenen verbessern. (S. Hofschlaeger/pixelio.de)

Morbus Parkinson ist bis heute nicht heilbar, da die Ursache für den fortschreitenden Untergang von Nervenzellen im zentralen Nervensystem noch nicht gefunden ist. Bei der Therapie steht deshalb eine Symptom-Behandlung im Vordergrund. Das Ziel der Behandlung ist möglichst lange berufliche und private Selbstständigkeit sowie Erhalt der Lebensqualität. Behandelt werden auch Begleiterkrankungen wie Depressionen und Komplikationen.

Parkinson und seine Ursache: Symptomatische Behandlung

Parkinson ist eine langsam fortschreitende Erkrankung, bei der Zellen, die für die Produktion des chemischen Stoffes Dopamin zuständig sind, absterben. Dieser Neurotransmitter (Botenstoff) ist erforderlich für die Kontrolle von Körperbewegungen. Der Mangel an Dopamin führt zu Symptomen wie Zittern, Schwierigkeiten beim Sprechen und Muskelsteifheit in Armen und Beinen.

Da die Ursache von Parkinson weitgehend ungeklärt ist, kann nicht ursächlich behandelt werden, sondern nur das Fortschreiten der Krankheit gebremst werden. Das Ziel der symptomatischen Behandlung ist die möglichst lange berufliche und private Selbstständigkeit sowie Erhalt der Lebensqualität. Behandelt werden auch Begleiterkrankungen und Komplikationen.

Parkinson ergotherapeutisch behandeln

Körperliche Aktivität hat einen positiven Einfluss auf das Wohlbefinden von Parkinsonbetroffenen. Neben der medikamentösen Therapie lassen sich die Symptome von Parkinson auch durch regelmässige Physio- und /oder Ergotherapie behandeln. Die Angst vor Stürzen kann zu einer Verschlechterung der Muskeln und Immobilität führen. In der Ergotherapie werden diese Ängste angegangen und die Sicherheit sowie das Selbstvertrauen der Betroffenen gestärkt.

Parallel dazu wird nach körperlichen Tätigkeiten gesucht, die die Betroffenen nach der Therapie im Krankenhaus selbstständig zu Hause weiterführen können, wie zum Beispiel Schwimmen, Tanzen, Wandern, Heimtraining und Entspannungstechniken. Auch Logopädie, psychosoziale Betreuung, eventuell Ernährungsberatung und Hilfsmontagen in der Wohnung (Sitzduschen in der Badewanne, Halte- und Aufstehgriffe) können den Alltag mit Parkinson erleichtern.

Handstand im Wasser (S. Hofschlaeger/pixelio.de)
Körperlich aktive Parkinsonpatienten bleiben länger selbständig. (S. Hofschlaeger/pixelio.de)

Parkinson mit Medikamenten therapieren

Wann mit einer medikamentösen Behandlung begonnen werden soll, müssen Patient und Arzt zusammen abstimmen. Je früher die Krankheit jedoch erkannt wird, desto besser lassen sich Therapieansätze ausarbeiten.

Bei der medikamentösen Therapie wird hauptsächlich ein Ausgleich des Mangels an Dopamin im Gehirn angestrebt. Es gibt verschiedene Medikamente, die bei Parkinson eingesetzt werden. Die wichtigsten Wirkstoffgruppen sind:

  • Dopamin (beziehungsweise L-Dopa als Vorstufe)
  • Dopamin-ähnliche Medikamente, die die Wirkung von Dopamin nachahmen (Dopamin-Agonisten)
  • MAO-Hemmer oder COMT-Hemmer (Hemmung des Enzyms, das im Gehirn Dopamin abbaut)
  • Anticholinergika, Amantadin

Zur Behandlung von Begleiterkrankungen werden häufig Antidepressiva, Schlafmittel und Medikamente zur Muskelentspannung angewendet.

Weitere Behandlungsmöglichkeiten: Hirnschrittmacher und psychologische Betreuung

Auch chirurgisch kann die Parkinson-Krankheit nicht geheilt werden. Durch den Einsatz eines "Hirnschrittmachers" können die Symptome jedoch allenfalls gelindert werden. Dabei werden bestimmte Areale im Gehirn durch elektrische Impulse gereizt und dadurch vor allem die ungewollten, fahrigen Bewegungen des Patienten günstig beeinflusst. Die Operation erfolgt in Lokalanästhesie, da die Mitarbeit des Patienten erforderlich ist. Dieser hochspezialisierte Eingriff wird nur in wenigen Kliniken durchgeführt.

Je nach Art und Ausprägung der Parkinsonerkrankung kann es sinnvoll sein, die Therapie nicht auf die Einnahme von Medikamenten und auf Ergotherapie zu beschränken. Wichtig ist zudem eine Behandlung, die so früh wie möglich angesetzt wird. Gerade die psychologische Betreuung kann helfen, mit der Situation besser umzugehen und so eine körperliche und seelische Verbesserung des Wohlbefindens bei Parkinson zu erreichen.

In der Forschung werden zahlreiche verschiedene neue Behandlungsansätze untersucht, bei denen je nach Entwicklungstand der Forschung Probanden gesucht werden. Bei Interesse an solchen neuen – aber nicht vollständig gesicherten – Behandlungsmethoden kann man sich an Parkinson-Vereinigungen, den behandelnden Arzt oder an Krankenhäuser wenden. Bisher verspricht aber keine Methode die vollständige Genesung von Parkinson.

Text: M. Plattner – 08/2012
Fotos: pixelio.de

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