Parkinson: Kaum verminderte Lebenserwartung

Überwachungsmonitor im Krankenhaus
Die Lebenserwartung von Menschen mit Parkinson ist heute praktisch identisch mit derjenigen anderer Menschen in der gleichen Altersgruppe. (Foto: DAK Gesundheit)

Neue Medikamente sorgen nicht nur für eine verbesserte Lebensqualität von Parkinson-Patienten. Ohne signifikante Zusatzerkrankungen ermöglicht die moderne Parkinson-Therapie auch eine praktisch unveränderte Lebenserwartung.

Vor der Einführung moderner medikamentöser Parkinson-Therapien war die Sterblichkeit von Parkinson-Patienten fast dreimal höher als bei Menschen in dieser Altersgruppe ohne diese Erkrankung. Es ist deshalb verständlich, dass eine der ersten und häufigsten Fragen von an Parkinson erkrankten Menschen diejenige nach der Lebenserwartung ist.

Die Antwort darauf fällt heute positiv aus. Die durchschnittliche Lebenserwartung von Patienten mit idiopathischem Morbus Parkinson (Parkinson ohne bekannte äussere oder genetische Ursachen), der häufigsten Parkinson-Form, kommt gemäss verschiedenen Studien der normalen Lebenserwartung ziemlich nahe. Die Sterblichkeit jüngerer Patienten liegt dabei höher ist als diejenige älterer. Die durchschnittliche Lebenserwartung bei Diagnosestellung im Durchschnittsalter zwischen 55 und 65 Jahren beträgt 13 bis 14 Jahre.

Medikamente ermöglichen fast normale Lebenserwartung

Zurückzuführen ist diese gute Prognose auf die moderne medikamentöse Parkinson-Therapie. Sie ermöglicht den Erkrankten über viele Jahre ein Leben mit wenigen Einschränkungen, eine höhere oder später zumindest noch annehmbare Lebensqualität und eben auch eine fast normale Lebenserwartung.

Symptome, die in früherer Zeit für den Tod der Erkrankten verantwortlich waren, können mit Medikamenten unterdrückt werden. Das gefürchtete Endstadium der Krankheit mit einer fast totalen Unbeweglichkeit und Versteifung des Körpers tritt heute nur noch in sehr seltenen Fällen ein.

Häufigste Todesursachen

Mögliche Todesursachen, die auf Parkinson zurückzuführen sind, sind Infektionen der Atemwege oder die Folgen von schweren Stürzen oder Schluckstörungen. Die häufigsten Todesursachen von Parkinson-Patienten sind aber Herz-Kreislauferkrankungen, Schlaganfälle oder Krebs. Sie unterscheiden sich somit nicht grundlegend von den Todesursachen von Menschen ohne Parkinson in der gleichen Altersgruppe.


Text: Patrick Gunti 10/2012
Fotos: DAK Gesundheit

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