Magenkrebs – Entstehung und aktives Vorbeugen

Mikroskopische Aufnahme von roten Blutkörperchen
Bösartige Tumore können über das Blut in andere Organe eindringen und Metastasen bilden. (Bild: geralt/pixelio.de)

Magenkrebs gehört zu den zehn häufigsten Krebsarten in der Schweiz. Jedes Jahr erkranken rund 800 Menschen daran. Die meisten sind älter als 70 Jahre. Eine gute medizinische Versorgung und ein gesunder Lebensstil helfen, den Tumor zu bekämpfen.

Eine Krebserkrankung ist eine Störung des genetisch geregelten Gleichgewichts zwischen Zellwachstum und Zelltod. Durch diese Wucherung entsteht eine Geschwulst. Im Falle von Magenkrebs sind dies Schleimhautzellen, die sich stark vermehren.

Bösartige Tumoren vermehren sich ungebremst, dringen in benachbartes Gewebe ein und zerstören es. Wenn sie in die Blut- und Lymphgefässe gelangen, können sie in andere Organe eindringen und Tochtergeschwüre - so genannte Metastasen - bilden. Beim Magenkrebs sind die Ursachen vielfältig, so PD Dr. Walter Rexroth.

Dr. Rexroth ist Chefarzt der Abteilung Innere Medizin - Gastroenterologie und Endokrinologie/Diabetologie am St. Josefskrankenhaus in Heidelberg. Ausserdem stellt er als Fachexperte unseres Forenpartners Orphanbiotec sein Wissen bei MyHandicap zur Verfügung.

Magenkarzinom häufigste Ursache

„Die häufigste Form von Magenkrebs“, so Dr. Rexroth, „ist das Magenkarzinom. Dabei handelt es sich um eine von der Schleimhaut ausgehende bösartige Geschwulst. Sie kann sich aus einer langdauernden chronischen Schleimhautentzündung autoimmuner oder bakterieller Ursache entwickeln.“

Auch eine genetische Veranlagung kann Ursache für Magenkrebs sein, so Rexroth weiter. Genussgifte und schädliche Umweltstoffe in der Nahrung spielen ebenfalls eine grosse Rolle. Als verbreitetes Beispiel zählt Rexroth das Rauchen - eines der Risikofaktoren für Krebs aller Arten. „Dabei sind nicht nur Organe, die direkten Kontakt zum Tabakrauch - wie etwa Mundhöhle, Kehlkopf oder Lunge - haben, betroffen. Auch andere Organe entwickeln bei Rauchern öfter Krebs.

Frank Grossmann, Geschäftsführer von Orphanbiotec, ergänzt: „Das Kondensat wird beim Rauchen verschluckt und wirkt auch auf die Magenschleimhaut. Zudem schädigt Nikotin die Gefässe und verändert die Durchblutung sowie die Motorik des Magen-Darm-Kanals.“

Zwei Hände übereinanderliegend, zwischen den Fingern einer Hand ist eine Zigarette
Nikotin ist - wie bei den meisten Krebsarten - ein Risikofaktor für Magenkrebs (Havlena/pixelio.de)

Andere Ursachen für Magenkrebs

Dr. Rexroth zählt weitere bösartige Magentumoren auf: „Es gibt auch andere Formen wie zum Beispiel den gastroinestinalen Stromatumor (GIST), das Magenlymphom oder so genannte neuroendokrine Tumoren (NET), die nicht von der Schleimhaut, sondern von anderen Strukturen der Magenwand ausgehen. Die Entstehung dieser Tumoren ist somit unterschiedlich, auch ihre klinische Bedeutung und die Behandlung sind differenziert zu betrachten.“

Magenkrebssymptome sind anfangs unspezifisch

Magenkrebs wird oft erst spät erkannt. Denn im Frühstadium leiden Betroffene häufig an Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Später kommen Appetitlosigkeit, Erbrechen, Blutungen und Oberbauchschmerzen hinzu. Ausserdem verlieren Betroffene deutlich an Gewicht.

Zur Frage, warum Magenkrebs oft lange nicht erkannt wird, antwortet PD Dr. Rexroth: „Oft gibt es Vorstadien von Magenkrebs, die lange Zeit keine charakteristischen Beschwerden verursachen, so dass ein Tumor sich langsam entwickeln kann. Andererseits sind Magenbeschwerden oft Ausdruck harmloser funktioneller Störungen - und werden deshalb unterschätzt.“

Der Ausweg aus dieser Situation ist die frühzeitige Durchführung einer Spiegeluntersuchung (Oesophagogastroduodenoskopie), die ambulant in geübter Hand mit modernen Geräten ohne grosse Belästigung erfolgen kann. Werden dabei Risikobefunde erhoben, müssen endoskopische Kontrollen in bestimmten Zeitabständen durchgeführt werden. Der Arzt kann mittels hochauflösender optischer Systeme, spezieller Färbungen und Gewebsentnahmen auffällige Frühveränderungen aufspüren, damit eine Krebsentwicklung vermieden wird.

Magenkrebs vorbeugen

Sie können dagegen vorbeugen, indem Sie sich gesund ernähren, Genussgifte vermeiden, sich sportlich betätigen und für einen seelischen Ausgleich sorgen. Dadurch können Sie das Risiko, allgemein an Krebs zu erkranken, verringern – nicht nur an Magenkrebs.

Wenn bei Ihnen eine erbliche oder berufliche Tumorbelastung vorliegt, sind die oben genannten Faktoren, die man selbst steuern kann, noch wichtiger. Darüber hinaus kann die Präsenz des Magenbakteriums Helicobacter pylori, welches die Entwicklung von Magenkrebs begünstigt, durch eine Spiegeluntersuchung oder einen Labortest ausgeschlossen oder bei positivem Nachweis beseitigt werden.  

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Text: Thomas Mitterhuber / PD Dr. Rexroth - 02/2012

Fotos: pixelio.de

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