Der Hirnschlag

Beim Hirnschlag werden oftmals wichtige Nervenbahnen im Hirn geschädigt. (Bild: Pixabay)

Alle 30 Minuten erleidet jemand in der Schweiz einen Hirnschlag. Die Folgen sind oft gravierend. Wer einen Hirnschlag erkennt sowie rasch und richtig handelt, kann Leben retten und bleibende Behinderungen verhindern.

Hirnschlag, Schlaganfall, Stroke – all diese Begriffe bezeichnen das Gleiche: eine Durchblutungsstörung von Teilen des Gehirns. Fehlt es den Nervenzellen an Sauerstoff und Nährstoffen, sterben sie innert kürzester Zeit ab. Meist ist ein Blutgerinnsel (Trombose), das ein Hirngefäss verstopft, die Ursache dieser Störung.

Je schneller also ein solches Gerinnsel aufgelöst oder entfernt wird, desto weniger Nervenzellen sterben ab und desto mehr Hirngewebe wird gerettet. Eine notfallmässige Einlieferung in ein spezialisiertes Spital kann Leben retten und Lebensqualität erhalten. Beim Hirnschlag zählt demnach jede Minute!

Erste Anzeichen ernst nehmen!

Leider werden die meisten Betroffenen immer noch viel zu spät oder gar nicht behandelt. Dies liegt daran, dass viele Menschen die Anzeichen eines Hirnschlags leider schlichtweg nicht erkennen und deshalb falsch reagieren. Eine Umfrage des Link Instituts Bern im Auftrag der Schweizerischen Herzstiftung bei 1213 Personen im Alter von 15 bis 79 Jahren aus der Deutsch-, der Westschweiz und dem Tessin hat ergeben, dass fast die Hälfte der Befragten kein einziges der Hirnschlag-Symptome aufzählen können. Von denjenigen, die Symptome kennen, nennen weniger als die Hälfte die Wichtigsten.

Die wichtigsten Symptome, die auf einen Hirnschlag hindeuten:

  • Plötzliche Lähmung, Gefühlsstörung oder Schwäche, meist nur auf einer Körperseite (Gesicht, Arm oder Bein)
  • Plötzliche Blindheit (oft nur auf einem Auge), Doppelbilder
  • Sprachstörungen
  • Schwierigkeiten, Gesprochenes zu verstehen

Rasch den Notruf 144 alarmieren!

Wären die Symptome besser bekannt, könnten mehr Betroffene von einer optimalen Behandlung profitieren. Heute sterben immer noch 25 Prozent der Hirnschlag-Betroffenen, und 35 Prozent bleiben behindert. Bei Verdacht auf Hirnschlag gilt daher: Sofort den Notruf 144 alarmieren! Verlangen Sie die Überweisung in das nächstgelegene Spital mit Stroke Center oder Stroke Unit.

Spezialisiertes Spital ist nötig

Denn nur ein auf Hirnschläge spezialisiertes Spital verfügt über ein spezialisiertes Team und eine entsprechende Infrastruktur, die rund um die Uhr die nötige Diagnostik und Behandlung anbieten kann. Dazu gehört die genaue Abklärung mittels bildgebender Verfahren (MRI und CT) und in den meisten Fällen das rasche Einleiten einer Thrombolyse – also einer Behandlung, die das Blutgerinnsel im Gehirn auflöst. In der Schweiz gibt es momentan dreizehn Stroke Units und neun Stroke Centers. In Stroke Centers können neben der üblichen Akutbehandlung eines Hirnschlages zusätzlich beispielsweise schwierige neurochirurgische Eingriffe durchgeführt werden.

Medical Tribune public 09-2016