Diabetes und Flugreisen

Diabetes-Betroffene sollten ihre Flugreisen sorgfältig planen und vorbereiten. (Bild: Pixabay.ch)

Die Ferienzeit ist bekanntlich meist mit Stress verbunden. Buchen, Packen, Fliegen – es sind viele Dinge zu beachten. Damit Sie als Diabetes-Betroffene(r) startklar für den Flug in den Urlaub sind, klären wir Sie über die wichtigsten Punkte auf.

Planung und Vorbereitung

Für viele schöne Erinnerungen aus den Ferien sollen auch die Flugreisen entsprechend geplant und vorbereitet werden. Es ist offiziell erlaubt, Insulin an Bord eines Flugzeugs mitzunehmen. Es empfiehlt sich dennoch, den behandelnden Arzt um die Ausstellung einer Bescheinigung zu bitten, welche über die Diabeteserkrankung und die Notwendigkeit, gewisse Utensilien mit sich zu führen, Auskunft gibt. Ausserdem sollten Sie Ihren Versicherungs- sowie den Impfschutz prüfen.

Packliste

In der Hektik geht gerne etwas vergessen. Nebst alltäglichen Dingen wie Kleidern, Sonnenbrille etc. müssen Diabetes-Betroffene an ihre benötigten Utensilien denken:

  •  Medikamente (Blutdruck, hohes Cholesterin etc.)
  •  Insulin
  • Spritzen und/oder Pens inkl. Nadeln
  • Blutzuckermessgeräte und Teststreifen
  • Teststreifen für Urinzucker- oder Ketonkörpermessung
  • Insulinpumpe inkl. genügend Verbrauchsmaterial und Batterien
  • Stechgerät und Lanzetten
  • Traubenzucker
  • Knäckebrot, Dörrobst, Energiebarren etc., um bei Unterzuckerungen zu reagieren
  • Glucagen-Hypokit
  • Blutzucker-Kontrollheft
  • Diabetiker-Ausweis, Impfausweis, Ausweis der Rettungsflugwacht REGA, ärztliche Atteste, Notfalladressen.

Ausserdem empfiehlt es sich, mindestens einen Teil der benötigten Utensilien im Handgepäck zu transportieren, denn es ist nicht garantiert, dass der Koffer am Reiseziel ankommt.

Therapieanpassung bei Flugreisen mit Zeitverschiebung

Diabetes-Betroffene, die bei ihrer Behandlung auf Sulfonylharnstoffe oder Glinide angewiesen sind, müssen auch während der Reise regelmässige Mahlzeiten einnehmen können. Insulin wird unverändert gespritzt, sofern die Zeitverschiebung weniger als 3–4 Stunden beträgt. Bei Flugreisen über mehrere Stunden sind jedoch Anpassungen nötig: Bei Flügen nach Westen (z.B. in die USA oder nach Südamerika) verlängert sich der Reisetag, weshalb die Dosis des Basisinsulins erhöht werden muss. Bei einem Flug nach Osten (z.B. Indien oder Thailand) verkürzt sich der Reisetag, weshalb die Dosis hier reduziert wird. Für den Rückflug ist die Situation dann umgekehrt. Nach der Ankunft sollten Sie zwingend alle Uhren (Armbanduhr, Mobiltelefon, Laptop etc.) auf die Ortszeit umstellen.

Aktivitäten und Ernährung vor Ort

Körperliche Aktivitäten und Ernährung werden bei vielen Menschen in den Ferien anders sein als Zuhause. Es gilt: Passen Sie Medikamente oder die Dosis des Insulins der Veränderung an. Schwieriger sind Magen-Darm-Störungen, da diese oft zu Unterzuckerungen führen. Sofern möglich, trinken Sie schluckweise Süssgetränke (z. B. Coca Cola oder stark gesüssten Tee), bei erheblichem Flüssigkeitsverlust auch gesalzene Bouillon. Kann wegen anhaltendem Erbrechen keine Flüssigkeit mehr aufgenommen werden, muss sofort ein Arzt beigezogen werden. Bei fieberhaften Erkrankungen daran denken, dass der Insulinbedarf immer erhöht ist.

Vorsicht: Insulin U-100

In vielen Ländern wird Insulin in der Konzentration von 100 Einheiten pro ml eingesetzt. Es kann aber vorkommen, dass noch Insulin U-40 oder U-80 im Handel ist. Für Ihre Insulinspritzen bzw. den Insulinpen darf nur U-100 eingesetzt werden, da sonst schwere Überzuckerungen drohen.

Text: Medical Tribune public / 08-2017

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