Diabetes: Behandlung und Therapie

Insulinpen (Michael Horn/pixelio.de)
Insulinpens erleichtern die Verabreichung von Insulin (Michael Horn/pixelio.de)

Bei allen Typen von Diabetes handelt es sich um eine chronische Störung des Blutzuckerstoffwechsels.

Diese bewirkt, dass der Körper nicht mehr genügend Energie verwenden kann. Unbehandelt kann Diabetes schwere Folgen haben wie Organversagen oder Absterben von Gliedmassen. Eine Therapie ist daher unbedingt nötig.

Diabetes und seine Ursache: Typenabhängig

Je nach Typ sind die Ursachen für Diabetes unterschiedlich. Während bei Typ 1 hauptsächlich kein oder zu wenig Insulin produziert wird, ist der Körper bei Typ 2 nicht in der Lage dieses richtig einzusetzen.

Bei Typ-1-Diabetes handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, die entsteht, wenn die Betazellen der Bauchspeicheldrüse, die Insulin herstellen, vom Immunsystem des Körpers zerstört werden. Der Körper kann kein Insulin mehr produzieren. Typ 1 tritt häufig schon in jungen Jahren zu Tage, während Typ 2 erst später und vor allem bei Übergewichtigen auftritt.

Bei Menschen mit Typ-2-Diabetes produziert die Bauchspeicheldrüse nicht genügend Insulin oder der Körper kann es nicht wirksam verwenden, um Blutzucker in Energie umzuwandeln. Dann spricht von einer Insulinresistenz.

Diabetes mit Medikamenten therapieren

Obwohl die Umstellung der Lebens- und Essgewohnheiten unumgänglich sind für Diabetiker, kann je nach Schwere der Krankheit eine Behandlung mit Medikamenten notwendig sein.

Menschen mit Diabetes mellitus Typ 1 zum Beispiel sind lebenslang auf tägliche Insulininjektionen angewiesen. Wie viel Insulin gespritzt werden muss, errechnen die Betroffenen jeweils aktuell je nach Blutzuckerwerten. Dies setzt natürlich eine regelmässige Überprüfung des Blutzuckerspiegels mit einem Zuckermessgerät voraus. Dabei sticht man sich mit einer (meist im Messgerät enthaltene) Nadel und hält den so gewonnen Bluttropfen an einen Teststreifen.

Verabreichung von Insulin durch Injektion

Das Insulin kann mit einer Spritze oder mit einem sogenannten Pen injiziert werden. Die Pens sehen aus wie übergrosse Kugelschreiber und erleichtern die Insulinverabreichung deutlich. Gerade für Kinder ist der Umgang mit Pens angenehmer als Spritzen.

Insulinpumpen können die Verabreichung noch weiter erleichtern. Dabei wird das Insulin von einer kleinen, programmierbaren Pumpe über einen Katheter und eine Injektionsnadel in den Körper geleitet. Die Pumpe wird dauerhaft am Körper getragen und ist etwa so gross wie eine Zigarettenschachtel. Ob eine Pumpe für einen Betroffenen in Frage kommt, muss mit dem zuständigen Arzt abgeklärt werden.

Messgerät mit Stechhilfe und Messstreifen (Michael Horn/pixelio.de)
Gehört zur Grundausstattung eines Diabetikers: Blutzuckermessgerät (Michael Horn/pixelio.de)

Tabletten bei Typ-2-Diabetes

Bei der Behandlung bei Typ 2 steht eine ausgewogene Ernährung, unterstützt durch regelmässige körperliche Aktivität im Vordergrund. Doch auch Typ-2-Diabetiker kommen nicht um das regelmässige Blutzuckermessen herum.
Wird innerhalb von drei bis sechs Monaten das Blutzucker- und HbA1c-Ziel nicht erreicht wird, beginnt man zusätzlich zu dieser Basistherapie mit Tabletten. Reicht auch das nicht, wird eine Therapie mit Insulin notwendig.

Orale Antidiabetika wirken auf verschiedene Weise. Einige regulieren den Blutzucker, indem sie die Glukose-Aufnahme aus dem Darm verzögern oder die Glukose-Aufnahme in die Zellen verbessern. Andere Tabletten senken hingegen den Blutzucker, indem sie die Insulinabgabe aus der Bauchspeicheldrüse ins Blut erhöhen.

Umstellung der Ernährung

Eine medikamentöse Behandlung von Diabetes ist jedoch meist nutzlos, passen die Betroffenen nicht ihre Lebensumstände an. Gerade bei übergewichtigen Typ-2-Diabetikern ist eine Gewichtsreduktion und typgerechte Ernährungsumstellung als Basistherapie unerlässlich. Übermässiger Alkohol- und Tabakkonsum verschlechtern den Gesamtzustand ebenfalls.

Ein kompletter Genussverzicht ist dennoch nicht zwingend. Diabetiker können mehr oder weniger alles essen, wichtig ist aber die korrekte Abstimmung bei der Insulinverabreichung. .

Weitere Behandlungsmöglichkeiten: Folgeerkrankungen

Diabetes kann unbehandelt eine Reihe an Folgeerkrankungen auslösen. Typischerweise sind das die sogenannten Raucherbeine, die amputiert werden müssen sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, oder Schädigungen an Nieren, Augen und Nerven. Diese Erkrankungen müssen bei der Behandlung von Diabetes mitberücksichtig werden, da manche Medikamente, die Tablettentherapie stark beeinflussen können.

Grundlegend bei allen Diabetes-Typen ist eine gute Abstimmung zwischen Arzt, Patient und Ernährungsfachperson und ein gesunder und ausgewogener Lebenswandel.


Text: M. Plattner - 08/2012
Bilder: pixelio.de

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