Arterielle Verschlusskrankheit: Achtung vor Schmerzen beim Gehen

Gesunde Arterien sind frei von Ablagerungen, flexibel und elastisch. (Quelle: Pixabay.com)

Schmerzt Ihnen beim Gehen die Wade oder der Oberschenkel? Dies könnte auf eine ernsthafte Krankheit hinweisen: Bei einem Beinarterienverschluss sind die Arterien verengt, was nicht nur Beine, sondern auch Herz und Gehirn in Gefahr bringt.

Haben Sie schon einmal von einer PAVK gehört? Dahinter steckt eine heimtückische Krankheit mit der Fachbezeichnung periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK). Gemeint sind verengte oder gar verschlossene Gefässe in den Armen und vor allem in den Beinen. Lange bereitet dies keine Beschwerden. Im Laufe der Zeit jedoch reicht die Sauerstoffzufuhr nicht mehr aus. Ganz typische Anzeichen sind Schmerzen beim Gehen, also Muskelschmerzen in den Füssen, Waden oder auch Oberschenkeln. Im Ruhezustand gehen die Schmerzen wieder zurück. Betroffene legen zunächst nach längeren, dann nach immer kürzeren Gehstrecken eine Pause ein.

Einfache Abklärung

Bei unklaren Beinbeschwerden ab einem Alter von 60 Jahren und bei bestehenden Risikofaktoren einer PAVK sollten immer auch die Gefässe abgeklärt werden. Die Risikofaktoren sind: Rauchen, Diabetes, Bluthochdruck, ungünstige Blutfettwerte, Bewegungsmangel, unausgewogene Ernährung und Übergewicht. Eine Abklärung ist unkompliziert. Mittels einer sogenannten ABI-Messung wird der Blutdruck an den Oberarmen mit demjenigen an den Fussknöcheln verglichen. Bei gesunden Gefässen ist der Wert gleich hoch. Wenn der Blutdruck am Knöchel hingegen tiefer als am Oberarm ist, dann sind die Arterien im Bein höchstwahrscheinlich verstopft.

Dringende Behandlung

Eine Behandlung wird nun dringend nötig, denn betroffen sind womöglich nicht nur die Beine. Bei vielen Patientinnen und Patienten mit einer PAVK ist auch das Herzinfarkt- und Hirnschlagrisiko stark erhöht. Bei einer PAVK werden zwei Behandlungsziele verfolgt: Erstens soll ein gesunder Lebensstil dafür sorgen, dass die Arteriosklerose nicht fortschreitet. Dazu gehört der Rauchstopp, mehr körperliche Aktivität, ausgewogene Ernährung und allenfalls die Behandlung des Bluthochdrucks und des Cholesterins. Zweitens hilft ein Gehtraining, dass sich in den Beinen ein neues Netzwerk von Blutgefässen bildet.

Wenn das Gehtraining nicht ausreicht

Das Gehtraining ist eine sehr wirkungsvolle Therapie. Reicht dies nicht aus, helfen zusätzliche Eingriffe: Meist wird eine Ballondilatation durchgeführt. Der Arzt bringt mit einem Katheter einen Ballon in die verengte Stelle. Anschliessend wird dieser aufgeblasen und dehnt so das Gefäss auf. Gegebenenfalls wird daraufhin ein Stent gesetzt, um das Gefäss offen zu halten. Die Ballondilatation dauert etwa eine Stunde und findet ohne Narkose in lokaler Betäubung statt. In seltenen Fällen, wenn eine Ballondilatation nicht möglich ist, erfolgt eine Bypass- Operation, also die Überbrückung der Gefässverengung mit einem Stück eines anderen Blutgefässes.

Text: Medical Tribune public / 03-2017

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