Ernährung bei ALS

Verschiedenes, frisches Gemüse. (Bild: M.E./pixelio.de)
Wichtiger Faktor: Gesunde Ernährung. (Bild: M.E./pixelio.de)

Sandra Schadeck, selbst von ALS betroffen, gibt zusammen mit Dr. Carsten Hager Tipps zu Ernährung, Therapie und Sport bei ALS. Dr. Hager ist bereits seit über 15 Jahren an ALS erkrankt und war massgeblich an der Entwicklung und Untersuchung der Vitamin-E-Therapie bei ALS beteiligt.

Hinweise zur Ernährung

Die Wirkung des Vitamin E wird durch so genannte Flavonoide, die in unserer Nahrung enthalten sind, verstärkt. Diese sind in allen Beerenfrüchten, besonders in Blaubeeren, Äpfeln, Zwiebeln, Tee (mehr im grünen als im schwarzen), Kakao (also auch in Schokolade) und Rotwein enthalten.

Der Eiweissbedarf ist bei ALS-Patienten erhöht. Eiweisshaltige Nahrungsmittel sind vor allem Fisch, Fleisch und Eier. Es hat sich gezeigt, dass täglich 200 bis 250 g Magerquark, angerührt mit Milch und Vanillezucker, dazu gedünstetes Obst, einen grossen Teil des Bedarfs decken.

Hinweise zur Therapie

Gymnastik ist für alle erforderlich, unabhängig vom Zustand oder Fortschritt der Erkrankung. Diese muss in Form der isometrischen Gymnastik mit Bewegung der jeweils angrenzenden Gelenke erfolgen. Die Muskeln anspannen und etwa 5 bis 10 Sekunden angespannt halten.

Begründung: Durch das Absterben der Neuronen im Rückenmark fällt das dazugehörige Axon aus. Ein Axon versorgt zwischen 200 - 1000 Muskelfasern, jedoch nie einen Muskel im Ganzen, sondern immer nur einen Teil. Von den nicht betroffenen umliegenden Nervenfasern wachsen so genannte Kollateralen ein. Dieses Einwachsen wird durch die Gymnastik maximal unterstützt.

So kann ein Teil der vom Untergang bedrohten Muskelfasern gerettet werden. Die isometrische Gymnastik ist 2x täglich mit allmählicher Steigerung bis auf maximal eine halbe Stunde auszuführen, wobei alle Muskeln des Körpers trainiert werden sollen, nicht nur jene in den Bereichen, wo es bereits Ausfälle gibt. Dabei dürfen keine Geräte benutzt werden!!!

Radfahren, Wandern und Schwimmen können zu Beginn der Erkrankung meist noch ausgeübt werden. Dabei gilt das Gebot, Überanstrengung unbedingt zu meiden. Bäder, Massagen und Sauna sind absolut ungünstig für ALS-Betroffene. Alle bulbären Lähmungserscheinungen müssen logopädisch bei gleichzeitiger Atemgymnastik behandelt werden. Zwangsweinen, Zwangslachen und häufiges Gähnen gehören zum Bild der ALS.

Hautpflege

ALS-Betroffene haben Hautveränderungen, die mit blossem Auge jedoch nicht sichtbar sind. Merkmale dieser Hautveränderungen sind eine verringerte Elastizität der Epidermis, ein leichtes Ödem der Dermis, die Verdoppelung der Basalmembran sowie eine zwiebelschalenartige Verdickung der Gefässwände durch Beta-Amyloid-Depots. Aufgrund dieser Veränderungen bekommen ALS-Patienten in der Regel keinen Dekubitus.

Texte: Sandra Schadeck / Dr. Hager
Bild: pixelio.de

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