Warum Allergien entstehen: Eine Vielzahl an Faktoren verantwortlich

Ein schneuzendes Mädchen
Der Heuschnupfen - eine der verbreitesten Allergien - behindert oft die Atemwege und sorgt für gerötete Augen. (S.Hofschläger/pixelio.de)

Erfahren Sie hier mehr über die Entstehung von Allergien,
über die verschiedenen Diagnosemöglichkeiten sowie weiteres Wissenswertes rund um das Thema Allergien.

In den 1980er Jahren wurde ein rasanter Anstieg an Allergie-betroffenen in Industrieländern bemerkt. Obwohl Wissenschaftler aus aller Welt versuchen, den Geheimnissen des Immunsystems auf die Spur zu kommen und herauszufinden, warum es im Falle von Allergien fehlerhaft reagiert, ist es bisher noch nicht gelungen, die genauen Ursachen der Allergien zu ergründen. Fakt ist, viele Menschen leiden an Allergien, die je nach Ausprägung erhebliche Einschränkungen zur Folge haben.

Warum Allergien entstehen: Eine Vielzahl an Theorien

"Es ist tatsächlich so, das in den Industrieländern in den letzten Jahrzehnten eindeutig ein Anstieg der Häufigkeit von allergischen Erkrankungen festgestellt worden ist. Eine befriedigende Erklärung für diese Zunahme gibt es bis jetzt nicht, auch hier wird jedoch immer wieder die ‚Hygienetherorie' angeführt", sagt Dr. Renz Mang, praktizierender Allergologe. 

Die Hygienetheorie besagt, dass durch eine mangelnde Aktivierung ("Unterforderung") des Immunsystems - vor allem in der Kindheit und der frühen Jugend - durch übertriebene Hygienemassnahmen das Auftreten von Allergien begünstigen könnte, so Dr. Mang.

Aufsteigender Rauch aus einer Industrieanlage
Die Umweltverschmutzung wird als möglicher Auslöser für den Anstieg an Allergien in Betracht gezogen. (Michael Bührke/pixelio.de)

In dringendem Verdacht: Übertriebene Hygiene

Dennoch gibt es eine weitere Reihe viele Faktoren, von denen vermutet wird, dass sie die Entstehung von allergischen Erkrankungen begünstigen können, so der Allergologe. "Es ist zum Beispiel bekannt, dass eine genetische Veranlagung für Allergien bestehen kann. Kinder, in deren Familien Allergien vorkommen, also zum Beispiel ein Heuschnupfen, haben ein deutlich erhöhtes Risiko, ebenfalls an einer Allergie zu erkranken", erklärt Dr. Mang eine der meistvertretenen Entstehungstheorien.

Stress, ungesundes Essen, kurze Stillzeiten als mögliche Auslöser

Des Weiteren wird noch eine Vielzahl an möglichen Ursachen zur Entstehung von Allergien in Betracht gezogen wie beispielsweise die steigende Umweltverschmutzung und veränderte Lebensgewohnheiten. Unter letzteres fallen etwa ein allgemein erhöhter Stresspegel, ein anderes Essverhalten und kürzere Stillzeiten von Babys.

Selbst eine erhöhte Pollenexposition - vermutlich aufgrund der Erderwärmung oder durch Schadstoffbelastungen - führte, so manche Wissenschaftler, zu einer stärkeren Sensibilisierung der Körper gegenüber diesen Allergenen.

Fakt ist aber, dass Kinder einem erhöhten Allergierisiko ausgesetzt sind, wenn seine beiden Elternteile ebenfalls eine Allergie haben - analog der Theorie der genetischen Vererbung. Wie auch immer Ihre Allergie entstanden ist, sie gilt es nun diagnostiziert und dann entsprechend behandelt zu werden. Mehr darüber lesen Sie im nächsten Teil unseres Allergie Dossiers.


Text: Dr. Renz Mang/Thomas Mitterhuber, Simon Müller - 05/2012

Fotos: pixelio.de

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