Ernährung im Rollstuhl

Ausgewogenes und genussvolles Essen und Trinken ist Teil eines gesunden Lebensstils. Es versorgt den Körper mit Energie, lebenswichtigen Nähr- sowie Schutzstoffen, fördert das körperliche Wohlbefinden und trägt dazu bei, Krankheiten vorzubeugen.

Darüber hinaus bedeutet es ein Stück Lebensfreude, denn ausgewogene und genussvolle Mahlzeiten sind auch Zeiten des Genusses, der Erholung, des Kontaktes und des Austauschs mit anderen.

 

Doch wie sieht eine ausgewogene Ernährung bei Menschen mit einer Querschnittlähmung aus?

Die Schweizer Lebensmittelpyramide

Die Schweizer Lebensmittelpyramide

Menschen mit einer Querschnittlähmung können sich grundsätzlich an die ausgewogene Ernährung gemäss der Schweizer Lebensmittelpyramide halten. Dazu gehört der tägliche Verzehr von:

• 1-2 Liter Wasser
• 5 Portionen Gemüse und Früchte
• 3 Portionen Getreideprodukte, Kartoffeln oder Hülsenfrüchte
• 3 Portionen Milch- u. Milchprodukte u. zusätzlich 1 Portion Fleisch, Fisch, Eier oder Tofu
• 2-3 Esslöffel Pflanzenöl u. zusätzlich 1 Portion ungesalzene Nüsse, Samen oder Kerne
• Im Mass geniessen Süsses, Salziges und Alkoholisches

 

Durch den reduzierten Energiebedarf von Querschnittgelähmten benötigen sie gegenüber Fussgängern weniger Kalorien, aber nicht weniger an Vitaminen und Mineralstoffen. Somit ist eine energiereduzierte und gleichzeitig nährstoffreiche Ernährung anzustreben. Diese enthält reichlich Gemüse, Früchte, Getreideprodukten, Hülsenfrüchten, Milchprodukten und andere Lebensmittel. Fett- und zuckerreiche Lebensmittel wie beispielsweise frittierte und panierte Speisen, Fertigprodukte, Snacks und Süssigkeiten sollten nur einen kleinen Anteil in der Gesamternährung ausmachen.

 

Der Energiebedarf bei Querschnittlähmung

Der Energiebedarf eines Menschen setzt sich aus seinem Grundumsatz (Energiebedarf in absoluter Ruhe) und der körperlichen Aktivität zusammen.

Der Grundumsatz bei Querschnittlähmung ist, wie auch bei den Fussgängern, von verschiedenen Faktoren abhängig. Unter anderem von Grösse, Geschlecht, Gewicht, Alter, Muskelmasse und weiteren Einflussfaktoren. Es wird vermutet, dass Menschen mit einer Querschnittlähmung gegenüber Fussgängern einen um 10-25 % geringeren Grundumsatz haben.

Wie viel Energie der Körper zusätzlich für die körperliche Aktivität benötigt, hängt vom Lebensstil ab. Ein Rollstuhlfahrer im Elektrorollstuhl braucht kaum zusätzliche Energie – ganz anders ein aktiver Rollstuhlfahrer, der regelmässig Freizeitsport betreibt.

Optimal essen heisst bewusst essen

Ein weiterer wichtiger Punkt bei der richtigen Ernährung ist das eigene Essverhalten. Nimmt man sich genug Zeit für eine Mahlzeit, oder schlingt man nur kurz eine kleine Mahlzeit im Büro vor dem Computer runter? Langsames und entsprechend auch genussvolles Essen ist wichtig, es wird automatisch besser gekaut und ausserdem nimmt man das Sättigungsgefühl besser wahr.

Am besten beobachten Sie eine Weile, wie und wann sie was essen. Anschliessend können die Empfehlungen Schritt für Schritt umsetzt werden. Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung, denn sie verhilft auch zu einem besseren Lebensgefühl.

Weitere Informationen zur Schweizer Lebensmittelpyramide und zum Thema Ernährung allgemein finden Sie unter:
www.sge-ssn.ch/lebensmittelpyramide

Quellen:
Schweizerische Gesellschaft für Ernährung: Schweizer Lebensmittelpyramide
Ernährungsempfehlung für Querschnittgelähmte
Geng V., Obereisenbucher J., Senft B. und Wirschinger S (2014) Ernährungsempfehlung für Querschnittgelähmte. Manfred-Sauer-Stiftung Lobbach, Selbstverlag

Text 2019: Schweizerische Gesellschaft für Ernährung SGE - Angelika Hayer - Fachexpertin Ernährung / MyH Claudia Tröndle
Bilder: pexels.com, Schweizerische Gesellschaft für Ernährung

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