Nahrungsergänzungsmittel für Menschen mit Behinderung

Auf einem Essteller präsentierte Nahrungsergänzungsmittel in Form von Tabletten und Kapseln
Keine Alternative zu einer gesunden und ausgewogenen Nahrung, aber in bestimmten Fällen etwa bei Behinderung sinnvoll: Nahrungsergänzungsmittel. (Juliane Drechsel/pixelio.de)

Sie finden sich in Apotheken, Drogerien, Reformhäusern und Supermärkten, sind als Tabletten, Kapseln, Pulver oder Brausetabletten erhältlich und versprechen Gesundheit, Leistungskraft oder Schönheit. Was ist dran an Nahrungsergänzungsmitteln und welche Bedeutung können sie für Menschen mit einer Behinderung haben?

Für Menschen mit Behinderung oder Krankheit ist in manchen Fällen eine ausgewogene Ernährung schwer umzusetzen. Daher können unter Umständen Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sein.

Der Absatz von Nahrungsergänzungsmitteln steigt von Jahr zu Jahr rasant.  Nahrungsergänzungsmittel sind Produkte, die aus Nährstoffen oder sonstigen Stoffen mit ernährungsspezifischer oder physiologischer Wirkung in konzentrierter Form bestehen. Dabei kann es sich um Vitamine handeln, um Mineralstoffe, um Spurenelemente, Aminosäuren, Ballaststoffe, aber auch Pflanzen- und Kräuterextrakte.

Nahrungsergänzungsmittel: keine Medizin

Fälschlicherweise gehen Konsumenten oftmals davon aus, dass es sich bei Nahrungsergänzungsmittel um medizinische Produkte handelt. Dies hat einerseits mit der Darreichungsform zu tun, andererseits aber auch damit, dass die Produkte häufig zur Linderung von Symptomen von Müdigkeit und fehlender Vitalität, bei Krankheiten oder Gewichtsproblemen eingenommen werden.

Nahrungsergänzungsmittel sind aber per gesetzlicher Definition Lebensmittel. Sie sollen unsere Ernährung ergänzen, sind aber nicht dazu bestimmt, Krankheiten zu heilen oder zu verhüten. Im Gegensatz zu Arzneimitteln durchlaufen Ergänzungsmittel zu unserer Ernährung auch kein Zulassungsverfahren, sondern unterliegen nur einer Registrierungspflicht.

Gesunde Lebensmittel wie Trauben, Bananen und Weizen
Für gesunde Menschen, die sich ausgewogen ernähren, sind Nahrungsergänzungsmittel nicht nötig. (Rita Gäbel/pixelio.de)

Nahrungsergänzungsmittel: Die Meinungen gehen weit auseinander

Der kommerzielle Erfolg der Nahrungsergänzungsmittel ist unbestritten. Intensiv diskutiert wird aber die Frage, ob diese Zusätze zur Ernährung überhaupt etwas bringen. Und da gehen die Meinungen weit auseinander. MyHandicap Fachexperte Dr. Fischer berichtet: "Die Angebotspalette in den Bereichen der Ergänzung von natürlicher Nahrung ist groß, wenig spezifisch, unübersichtlich und oft nicht sinnvoll. Selbsternannte "Saubere Produkte" gefährden und zerstören durch mangelhafte Qualität und suspekte Gütesiegel das Vertrauen und die Glaubwürdigkeit. Für die Kritiker sind Nahrungsergänzungsmittel für gesunde, sich ausgewogen ernährende Personen überflüssig.

Von zwei Ausnahmen abgesehen seien alle Nährstoffe in ausreichender Menge in unserer Ernährung enthalten, sagen sie. Als Ausnahmen gelten laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung die zusätzliche Einnahme von Folsäure in der frühen Schwangerschaft sowie von Jod in Form von jodiertem Speisesalz.

Stress und einseitige Ernährung

Befürworter von Nahrungsergänzungsmitteln machen geltend, dass sich die Menschen heute anders ernährten als früher und durch Stress, einseitige Ernährung oder Schadstoffe mangelhaft versorgt seien. Ausserdem stellen sie fest, dass Nahrungsmittel heute weniger Nährstoffe enthalten. Dies, weil sie in halbreifem Zustand geerntet, über lange Wege transportiert und gelagert und letztlich auch noch falsch zubereitet würden.

Kritiker von Nahrungsergänzungsmitteln verweisen wiederum darauf, dass diese Behauptungen einer wissenschaftlichen Überprüfung nicht standhalten. Zudem könne eine einseitige Ernährung nicht dadurch ausgeglichen werden, dass man täglich Nahrungsergänzungsmittel in allen möglichen Darreichungsformen zu sich nehme.

Verschiedene Tabletten, Pillen und Kapseln
Nahrungsergänzungsmittel können zum Beispiel bei Menschen mit Behinderungen Mängel ausgleichen und Erkrankungen vorbeugen. (segovax/pixelio.de)

Bei Behinderung können Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sein

Es gibt aber auch zahlreiche Pflanzen, Substanzen und Wirkstoffe, die sich kaum in der täglichen Ernährung finden, deren Wirkung aber die Gesundheit positiv beeinflussen können. Oder es gibt spezielle Lebenssituationen wie eine Behinderung, in denen die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln sinnvoll erscheint.

Denn für manche Menschen mit einer Behinderung ist es schwer, sich ausgewogen und gesund zu ernähren. Zum Teil hat das logistische Gründe wie eine schwierige Beschaffung oder Zubereitung der Lebensmittel. Eine Behinderung kann aber auch dazu führen, dass verschiedene Lebensmittel gar nicht zu sich genommen werden können oder dürfen.

Mängel sind häufig auch bei Patienten mit Krebs, Diabetes, Rheuma oder Magen-Darm-Erkrankungen festzustellen. Sie können durch ihre Behinderung oft nicht genügend Nährstoffe mit der gewöhnlichen Ernährung aufnehmen oder verwerten.

Zusätzliche Abwehrkräfte aufbauen

Viele Arten von Behinderung führen auch zu einer starken körperlichen Belastung. Der Körper wird durch ein Handicap besonders gefordert und es spricht nichts dagegen, ihn zu stärken und zusätzliche Abwehr aufzubauen, wenn dies über die normale Ernährung nicht möglich ist. Denn jeder Infekt und jede Erkrankung kann bei Menschen mit einer Behinderung schlimmere Folgen haben als bei Menschen ohne Behinderung.

Aber auch anderen Personengruppen können Nahrungsergänzungsmittel nützen. So ist zum Beispiel bei Frauen in der Stillzeit der Bedarf an Nährstoffen erhöht. Für Menschen, die keine Milchprodukte zu sich nehmen können oder wollen, kann die Einnahme von zusätzlichem Calcium angezeigt sein. Und auch ältere Menschen weisen aus verschiedensten Gründen oftmals eine Unterversorgung verschiedener Vitamine oder von Kalzium und Eisen auf.

Ein passendes Nahrungsergänzungsmittel sollte sorgsam und mit fachmännischer Unterstützung ausgewählt werden. Es gibt sehr viele Produkte, die sich oftmals in der Zusammensetzung unterscheiden. Der Benedict Verum Komplex etwa setzt sich aus hochwertigen Nahrungsstoffen zusammen, die energetisch mit homöopathischen Informationsträgern aufgeladen werden. Diese können dazu beitragen, die Kraftwerke in den Zellen mit Nähr- und Botenstoffen ausgeglichen zu versorgen.

Keine Selbstdiagnosen

Mit welchen Nahrungsergänzungsmitteln Mängel ausgeglichen oder Krankheiten vorgebeugt werden können, sollte in Absprache mit dem behandelnden Arzt geklärt werden. Auf eigene Faust und eigene Diagnose hin sollten keine Mittel eingenommen werden.


Text: Patrick Gunti – 05/2012

Fotos: pixelio.de
 

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