Demenz: Prävention mit Aktivität

Ein älterer Mann mit Fahrradhelm legt eine Pause ein
Sport gegen Demenz: Bei sportlichen Tätigkeiten stehen die Regelmässigkeit und die Ausdauer im Mittelpunkt – zum Beispiel beim Radfahren. (Rainer Sturm/pixelio.de)

Die Gesellschaft wird immer älter und entsprechend nimmt auch die Zahl der Menschen zu, die an Demenz erkranken. Eine Heilung oder eine medikamentöse Prävention ist bis heute nicht möglich. Es gibt aber Lebensweisen, wie man einer Behinderung durch Demenz vorbeugen oder sie zumindest hinauszögern kann.

Einmal einen Namen zu vergessen oder einen Termin zu verpassen hat nichts mit Demenz zu tun. Vielmehr ist es völlig normal, dass mit steigendem Alter das Gedächtnis nachlässt und wir vergesslicher werden. Dennoch ist klar, dass mit dem Älterwerden unserer Gesellschaft auch die Anzahl Menschen steigt, die an Demenz erkranken.

Niemand kann sich völlig vor einer Demenz und Behinderung schützen. So wie bei anderen Alterskrankheiten kann aber jeder Einzelne auch hier im Rahmen der Prävention aktiv etwas dafür tun, die Risiken einer Demenz möglichst tief zu halten. Im Grundsatz geht es darum, durch gesundheitsfördernde Veränderungen der Lebensweise die Risikofaktoren zu verringern. Die Alzheimer Forschung Initiative hat vier Bereiche der Prävention von Demenz identifiziert:

Prävention mit gesunder Ernährung

Die Ernährungsgewohnheiten in der westlichen Gesellschaft fördern heute eine Vielzahl von Krankheiten und Behinderungen. Natürlich gibt es viele Leute, die sich gesund ernähren, aber grundsätzlich nehmen wir zuviel fettige, süsse und salzige Speisen zu uns. Wir konsumieren zu viele Kalorien und ernähren uns zu einseitig.

Wissenschaftler gehen davon aus, dass eine herz- und gefässschonende und vor allem ausgewogene Ernährung nicht nur Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder Krebs entgegenwirkt, sondern eben auch das Risiko von Demenz senkt.

Als Prävention empfohlen wird:

  • abwechslungsreiche Ernährung zu sich nehmen
  • regelmässig Obst und Gemüse (auch Säfte) mit den Vitaminen C und E zu konsumieren
  • regelmässig Fisch (Omega-3-Fettsäuren), dafür weniger rotes Fleisch zu essen
  • auf ungesättigte Fettsäuren zu achten, wie sie in pflanzlichen Ölen vorkommen (z.B. Raps oder Oliven)
  • weniger gesättigte Fettsäuren, wie sie in Fleisch und Wurstwaren oder Käse, Rahm und Butter enthalten sind, zu konsumieren.
Gesundes Essen mit Fisch, Nudeln und Gemüse
Experten empfehlen als Prävention gegen Demenz, mehr Fisch und weniger rotes Fleisch zu essen. (Benjamin Thorn/pixelio.de)

Als Beispiel für gesunde Ernährung kann die mediterrane Küche gelten. Sie enthält viel Gemüse und Obst, aber auch Hülsenfrüchte und Getreide, mehr Fisch als in unseren Breitengraden, dafür weniger rotes Fleisch und Geflügel. 

Verschiedene Studien weisen ausserdem darauf hin, dass eine ausreichende Versorgung mit den Vitaminen B6, B12 und Folsäure den Homocysteinspiegel senkt. Damit kann dem Abbau von Gehirnmasse im Alter und damit einer Demenz entgegengewirkt werden.

„Ein Gläschen in Ehren“ gilt: Niemand hat etwas gegen ein Glas Alkohol einzuwenden, auch Körper und Geist nicht. Schädlich hingegen ist der übermässige Konsum von Alkohol… und Tabak.

Bewegung gegen Demenz und Behinderung

Auch hier hat sich unser Alltag dahingehend verändert, dass wir uns immer weniger bewegen. Dabei wäre ausreichende und vor allem regelmässige Bewegung sehr wichtig. Bewegung und Sport statt einem passiven Lebensstil senkt das Risiko von Demenz.

Prävention bedeutet hier, im Alltag zum Beispiel Treppen zu Laufen statt den Aufzug zu nehmen oder mit dem Rad Besorgungen zu machen statt sich immer ins Auto zu setzen. Und wer sich einen Hund zulegt, muss nicht nur dem Tier, sondern auch sich selber genügend „Auslauf“ verschaffen.

Bei sportlichen Tätigkeiten im Rahmen der Demenz-Prävention stehen nicht Höchstleistungen im Mittelpunkt. Wichtig sind die Regelmässigkeit und die Ausdauer. Empfohlen werden Sportarten wie Radfahren, Schwimmen oder Walking. Verschiedene Studien belegen, dass Bewegung die Durchblutung des Gehirns anregt und es mit Sauerstoff versorgt. Damit werden auch die Konzentrationsfähigkeit und die Gedächtnisleistung verbessert.

Eine Partie Schach fordert das Gehirn
Im Rahmen der Prävention eine Partie Schach fordert das Gehirn. (Didi01/pixelio.de)

Mit aktivem Geist gegen Demenz

Wie der Körper soll auch der Geist aktiviert werden. Je mehr das Gehirn arbeiten muss, je mehr es gefordert wird, desto aktiver bleibt es - auch im Alter. Dieses "Gehirn-Jogging" gegen Demenz kann auf ganz verschiedene Weise erfolgen. Im Zentrum der Prävention steht aber, dass die Beschäftigung aktiv erfolgt. Dazu gehört, ein anspruchsvolles Buch zu lesen, Schach zu spielen, eine Fremdsprache zu lernen, ein Instrument zu beherrschen.

Nicht dazu gehören passive Freizeitbeschäftigungen wie sich einen Film anzuschauen oder ein Audio-Buch abzuhören. Gedächtnistrainings können auch im ganz modernen Stil erfolgen, zum Beispiel mit Gedankenspielen im Internet oder Games. Diese können auch mobil immer und überall auf dem Smartphone oder dem iPad gespielt werden.

Kommunikation im Zentrum

Im Zentrum der Demenz-Prävention steht ebenso das soziale Leben. Alleinstehende, stark isolierte Menschen und Menschen mit Behinderung  haben ein bedeutend höheres Risiko, an Demenz zu erkranken, als Menschen mit einem aktiven sozialen Leben. Der soziale Kontakt, der Gedankenaustausch, das Gespräch, die Kommunikation schlechthin führen hingegen dazu, dass das Gehirn vielseitig angeregt wird.

Es ist also wichtig, den Kontakt zu Freunden und Familie zu pflegen und sich mit anderen Menschen zu treffen. Im Alter ist es leider häufig so, dass das soziale Umfeld allmählich wegfällt. In diesen Momenten darf man nicht aufgeben und nach Möglichkeiten suchen, Mitmenschen zu treffen und neue Kontakte zu knüpfen. Eine gute Variante ist es, einem Verein beizutreten oder sich in der Freiwilligenarbeit zu engagieren.

All diese gesundheitsfördernden Massnahmen sind keine Garantie, nicht eines Tages trotzdem an Demenz zu erkranken. Die Risikofaktoren verringern sich aber mit verschiedenen Arten der Prävention erwiesenermassen.

 

Text: Patrick Gunti – 03/2012

Fotos: pixelio.de

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