Ich, Alzheimer?

Eine immer älter werdende Bevölkerung erhöht das Risiko für Alzheimer Erkrankungen signifikant.

Die Stiftung MyHandicap lanciert zusammen mit ausgewählten Partnern ein Programm zur Prävention von Alzheimer. Ziel des Vorhabens ist die Zusammenstellung eines Toolkits, welches es allen betroffenen Personen erlaubt, selbst aktiv in der Alzheimer-Prävention zu werden. 

Unsere Gesellschaft steht einem noch nie da gewesenen demographischen Wandel gegenüber. Eine immer älter werdende Bevölkerung hat auch zur Folge, dass mehr Menschen an Demenz erkranken als jemals zuvor. Informationen bezüglich Präventionsmassnahmen und bestehenden Initiativen existieren bereits und sind für jedermann zugänglich. Das grosse Problem vor dem viele Beteiligte stehen, ist ein fehlendes Bewusstsein über die möglichen Präventionsmassnahmen und wie diese am effektivsten eingesetzt werden können. Diese Informationsasymmetrie stellt einen Nachteil für betroffene Personen dar, welcher es schwierig macht, erfolgreich gegen die Krankheit vorzugehen.

Das Toolkit

Das Programm zielt darauf ab, ein Toolkit zu erstellen, welches es Alzheimerpatienten, deren Angehörigen, sowie auch Betreuungsorganisationen erlaubt, strategisch und gezielt das Risiko von Alzheimer zu reduzieren. Das Programm soll dabei das Rad nicht neu erfinden, sondern die bereits vorhandenen Informationen bündeln und so präsentieren, dass Betreuer wie auch Aussenstehende davon profitieren können. Solange Heilung oder medikamentöse Prävention keine Option ist, stellt eine zeit- und kosteneffiziente Möglichkeit zur Risikovorbeugung die beste Präventionsmethode dar. Der Alltag von gefährdeten Personen soll dabei so wenig wie möglich beeinflusst werden, um den Einstieg in aktive Prävention zu vereinfachen. 

Phase 1

In der ersten Phase des Programms wurden einerseits der Stand der momentanen Forschung recherchiert und versucht, klare und mit wenig Ressourcen möglichen Handlungsempfehlungen abzugeben. Andererseits wurden Experten konsultiert, welche diese Handlungsempfehlungen überprüften. 

Einzelne Studien und Forschungsbeiträge, welchen wir besondere Aufmerksamkeit geschenkt haben, sind die Forschung von Prof. Dr. Gerd Kempermann, das Labor von Fred "Rusty" Gage (The Salk Institute for Biological Studies), The Nun Study der Universität von Minnestota und Kentucky und die Forschung der Universität von Sydney (Brain Training CCT).

Die zentralen Erkenntnisse daraus sind wie folgt. Adulte Neurogenese – das Entstehen neuer Nervenzellen im erwachsenen Gehirn, d.h. wenn wir lernen, dann zieht auch unser erwachsenes Gehirn dafür an entscheidender, strategischer Stelle neue Nervenzellen hinzu, die es bedarfsgerecht hervorbringt und somit hält ein lebenslanges Lernen JUNG! Zudem sollte aktiv die Welt entdeckt werden, in ihr gehandelt werden und sich auf Neues eingelassen werden. Das Ziel des Programms muss es also sein, das Gehirn aktiv zu halten. Das Toolkit verfolgt den Lösungsansatz, mit technischen Mitteln die Menschen zur Nutzung ihres Gehirns zu bewegen. 

Phase 2

In der zweiten Phase wird das Pilotprogramm in Geriatrie- und Pflegeeinrichtungen getestet. Die Resultate werden laufend ausgewertet und das Toolkit wo nötig angepasst und erweitert. Zum jetzigen Zeitpunkt beinhaltet das Toolkit Aufgaben und Tätigkeiten aus folgenden Bereichen:

•    Aktives Training der Hände und der Feinmotorik / Sensorik
•    Systematisches Denken
•    Allgemeines kognitives Training
•    Musik und Sprache

Das Toolkit soll mit technischen Mitteln umgesetzt werden, so dass es allen Personen zugänglich gemacht werden kann. Sprich es muss auf Desktop sowie mobilen Endgeräten nutzbar sein und keine hohe Einstiegsbarrieren aufweisen. Der Kern wird von einem Wochenplan gebildet, welcher auf die individuellen Bedürfnisse und Wünsche der Nutzer angepasst werden kann. Dies ist enorm wichtig, da Menschen auf unterschiedliche Stimuli ansprechen und so nicht alle mit den gleichen Mitteln zum mitmachen angehalten werden können. Ein den Bedürfnissen entsprechender Plan soll das Interesse der Nutzer und deren Bereitschaft zum Mitmachen hoch halten. 

Wir als Stiftung MyHandicap freuen uns mit unserem Partner, der Helena Charitable Foundation, eine solche Aufgabe in Angriff zu nehmen und werden unsere Community gerne über den weiteren Verlauf des Programms informieren. 

 

Text: Stiftung MyHandicap 04/2016 – 1. update 02/2017 – 2. update 06/2018

 

 

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