Alzheimer: Diagnose und Therapie

Ärztin hält Patientin die Hand auf die Schulter. (Bild: Mölnlycke Health Care GmbH)
Ein verständnisvoller Umgang mit Demenz-Patienten ist sehr wichtig (Bild: Mölnlycke Health Care GmbH)

Die Diagnose Alzheimer ist für alle Betroffenen ein Schock. Obwohl Alzheimer nicht heilbar ist, gibt es eine ganze Reihe von Test- und Therapiemöglichkeiten.

Die sorgfältige Diagnose umfasst die gründliche Untersuchung sowohl des körperlichen als auch des geistigen Zustandes. Psychologische Tests werden eingesetzt, um Gedächtnis, Denkvermögen, Sprache und Wahrnehmungsfähigkeit zu prüfen.

Mini-Mental-Status-Test

Ein Beispiel eines gängigen Testverfahrens ist der Mini-Mental-Status-Test (MMST). Er hat sich als zuverlässiges Hilfsmittel zur Erstbeurteilung eines Patienten und zur Kontrolle des Verlaufs erwiesen. Er erfasst Orientierung, Gedächtnisleistung, Aufmerksamkeit und Rechnen sowie sprachliche und konstruktive Fähigkeiten.

Neben körperlichen und geistigen Untersuchungen dienen Laborbestimmungen und bildgebende Verfahren dem Ausschluss anderer Erkrankungen. Sehr wichtig sind ausserdem persönliche Gespräche mit den Betroffenen und deren Umfeld.

Gedächtnis-Sprechstunden

In fast allen grösseren Städten gibt es Einrichtungen, die auf die Diagnose und Therapie von Demenz-Krankheiten spezialisiert sind – sogenannte Gedächtnis-Sprechstunden, Gedächtnis-Ambulanzen oder auch Memory-Kliniken.

Frau schaut durch Mikroskop. (Bild: Martin Gapa/pixelio.de)
Trotz intensiver Forschung ist es bis heute nicht gelungen, eine Heilung von Alzheimer zu ermöglichen (Bild: Martin Gapa/pixelio.de)

Medikamentöse und nicht-medikamentöse Therapie

Wird die Diagnose Demenz oder Alzheimer gestellt, so besteht für die Betroffenen keine Hoffnung auf Heilung. Die Therapie muss sich darauf beschränken, die Symptome zu lindern und das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen. Die Lebensqualität und Selbstbestimmtheit der Betroffenen soll so lange wie möglich erhalten werden.

Es gibt die zwei Therapieansätze der medikamentösen und der nicht-medikamentösen Behandlung. In der Regel wird eine Kombination beider Ansätze gewählt.

Die Medikamente werden zur Verbesserung der geistigen Leistungsfähigkeit und der Alltagsbewältigung, zur Milderung von Verhaltensstörungen, manchmal auch zur Verhinderung weiterer Schädigungen des Gehirns eingesetzt. Unter anderem erhöhen die verfügbaren Medikamente die chemischen Substanzen, welche Informationen von einer Gehirnzelle zur andern transportieren. Medikamente gelangen ausserdem bei möglichen Begleiterkrankungen zum Einsatz.

Erhaltung des Selbstwertgefühls

Mit der nicht-medikamentösen Therapie sollen Erkrankte geistig und körperlich entsprechend ihrer Vorlieben und Fähigkeiten gefordert werden. Zu den Tätigkeiten gehören Bewegungstherapien, Gedächtnistrainings, Beschäftigungen wie Mal- oder Kochtherapie und Spiele, aber auch Sprachtherapien.

Emotionale Zuwendung

Elementar ist der verständnisvolle Umgang mit Demenz-Patienten. Für die Menschen im Umfeld ist es ein schmerzhafter Prozess, mitzuerleben, wie ein geliebter Mensch immer mehr entgleitet. Unverständnis ist da eine verständliche, aber kontraproduktive Reaktion. Stattdessen sollte man sich bewusst sein, dass logische Erklärungen, endlose Erläuterungen und Versuche, den Betroffenen etwas beizubringen, völlig sinnlos sind. Gefragt sind stattdessen Geduld, Freundlichkeit und emotionale Zuwendung - so schwer dies auch erscheint.

 

Text: Patrick Gunti – 01/2012

Fotos: pixelio, Mölnlycke Health Care GmbH, auric Hörsysteme GmbH & Co. KG

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