Freunde fürs Leben

Ein schwarz-weiss-braun gefleckter Mischlingshund schaut in die Kamera. (Bild: pg)
Haustiere - im speziellen Hunde - sind treue Begleiter des Menschen. (Bild: pg)

Etwa 1,4 Millionen Katzen und über eine halbe Million Hunde leben als Haustiere in der Schweiz. Auch Kaninchen, Meerschweinchen und andere Nager, Fische und Vögel sind beliebt. Für Menschen mit Behinderung oder ältere Menschen können Haustiere besonders wertvoll sein.

Haustiere sind aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken: Mittlerweile lebt in jedem vierten Haushalt eine Katze und in 12 Prozent der Haushalte ein Hund. Und auch Fische, Vögel, Kaninchen oder Meerschweinchen sind millionenfach zu finden. Die Gründe, sich ein Haustier zu halten, sind vielschichtig. Stand früher der praktische Nutzen im Vordergrund, so sind es heute mehr praktische und emotionale Gründe, die zur Anschaffung eine Haustiers führen. Das Haustier ist vielfach ein Ersatz für Familie und Beziehung, manchmal ein Zeitvertrieb und oftmals entscheidet auch der "ach, sind die niedlich"-Faktor.

Was auch immer der Nutzen für jeden einzelnen bedeutet, Tatsache ist, dass die Haustier-Haltung für die Menschen sehr viele positive Aspekte mit sich bringt, gerade auch für Menschen mit einer Behinderung oder ältere Menschen. Mit Fug und Recht kann behauptet werden, dass Haustiere gut für Körper und Geist sind.

Hunde halten Menschen auf Trab

Ein Hund zum Beispiel muss und will bewegt werden. Beim Menschen stärken die täglichen Spaziergänge oder Märsche bei jedem Wetter den Kreislauf und das Immunsystem. Die zügige Bewegung beugt überflüssigen Pfunden oder Übergewicht und Folgeerkrankungen wie Diabetes vor. Und erwiesenermassen hat das Streunen über Feld und Wiesen auch positive Effekte auf die Psyche des Menschen.

Hunde als wertvolle Begleiter

Auch wenn man körperlich behindert ist, also zum Beispiel im Rollstuhl sitzt, kann ein Hund ein wertvoller Begleiter sein. Wichtig ist, dass der Hund trotzdem zu seiner Bewegung kommt und er auch mit "Kopfarbeit" ausgelastet wird. Hunde können aber auch für besondere Dienste für Menschen mit Behinderung ausgebildet werden. Am bekanntesten sind Blindenhunde, Hunde werden aber auch als "Geräuschmelder" für Gehörlose ausgebildet oder sie lernen als Assistenzhunde Türen zu öffnen, sie löschen das Licht, helfen beim An- und Ausziehen oder räumen die Waschmaschine aus. Damit verschaffen sie ihren Besitzern ein Stück weit Unabhängigkeit, was sich wiederum positiv auf deren psychische Situation auswirkt.

Zwei getigerte Katzen sitzen am Fenster und beobachten das Treiben draussen. (Bild: Thomas Beckert /pixelio.de)
Katzen vermitteln Menschen das Gefühl, gebraucht zu werden und für jemanden da zu sein. (Bild: Thomas Beckert/pixelio.de)

Der "Schmusefaktor"

Einen weiteren positiven Effekt auf die Gesundheit hat der "Schmusefaktor". Hund und Katze fordern ihre Streicheleinheiten ein und dabei ist es ihnen vollkommen egal, dass es sogar wissenschaftlich erwiesen ist, dass das Streicheln den Blutdruck senkt und entstresst.

Verantwortung zeigen

Aber der Einfluss von Haustieren geht über den gesundheitlichen Aspekt hinaus. Haustiere zu besitzen, bedeutet für die Menschen auch, eine Aufgabe zu haben, für jemanden verantwortlich zu sein und dem Alltag eine Struktur zu geben. Gleichzeitig gilt es Rücksicht auf die Bedürfnisse des Tieres zu nehmen und Einfühlungsvermögen zu zeigen.

Das Gefühl, gebraucht zu werden

Nicht weniger wichtig ist die soziale Komponente. Es ist leider eine Tatsache, dass sich viele Menschen mit Behinderung und alte Menschen einsam fühlen. Körperliche Einschränkungen erschweren ihnen den Kontakt mit der Gesellschaft. Haustiere können und sollen zwar kein Ersatz für Freunde und Familie sein. Dennoch - Hund und Katz geben einem das Gefühl, gebraucht zu werden. Sie sind immer da, sie hören zu (und quatschen auch nicht immer dazwischen), sie kennen keine Vorurteile, sie lieben ohne Einschränkung - sie sind Freunde fürs Leben.

Der Heimtiermarkt - ein bedeutender Wirtschaftszweig

Als Gegenleistung fordern Hund, Katz und Kaninchen nur, dass man sich mit ihnen beschäftigt, sie streichelt, mit ihnen spielt, auf ihre Gesundheit achtet und natürlich den Futternapf regelmässig füllt. Das Wohlergehen der Haustiere hat seinen Preis, und das sollte vor der Anschaffung nicht vergessen gehen. Haustiere sind denn auch zu einem wichtigen Wirtschaftszweig geworden, an dem der Heimtierbedarf-Markt ebenso partizipiert wie Futterproduzenten, Detailhändler, Versicherungen, Tierärzte oder Tierheime.

Text: Patrick Gunti 2017
Bilder: pg / pixelio.de

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