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Info zum Vertrieb von verschreibungspflichtigen Medikamenten ohne Rezept im I-net!

Topic status: answered

 » Recht & Soziales
Landesflagge: DE
idur65
Topic creator
Posts: 1717
Sehr geehrter Mandant,

Ich kann Ihre Frage wie folgt beantworten:

Vorwegschicken möchte ich die Anmerkung, dass ich davon ausgehe, dass Sie Ihren Wohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland haben, womit auch deutsches Recht zur Anwendung kommen dürfte.

Hinsichtlich des Vertriebes von Arzneimitteln im Internet hat der Gesetzgeber geregelt, dass Apotheker, wenn sie im Besitz einer Erlaubnis nach § 11 a Apothekengesetz und dessen weiterer Voraussetzungen erfüllen, Arzneimittel auch an Abnehmer versenden dürfen, wobei hiervon auch der elektronische Versandhandel umfasst ist, vorausgesetzt, die Apotheker halten sich auch an die ergänzenden Regelungen der Apothekenbetriebsordnung. Sie können daher davon ausgehen, dass in Deutschland zugelassene Internetapotheken wie beispielsweise docmorris über eine solche Erlaubnis verfügen. Ausländische Internetapotheken bzw. Versender von Arzneimitteln verfügen über diese Erlaubnis in der Regel nicht. Dies trifft insbesondere auf solche zu, die mittels SPAM-Werbung für ihre Produkte werben.

Dabei gilt dann auch, dass aufgrund der geltenden Gesetzeslage diese Vertriebsmethoden in Deutschland nicht zulässig sind. Sofern es sich um den Vertrieb von apothekenpflichtigen oder rezeptpflichtigen Mitteln handelt, wäre damit ein Vertrieb in der Bundesrepublik Deutschland nicht zulässig.

Aus Ihrer Sicht gilt dabei zu beachten, dass das Verbot nicht nur den Versender der Arzneimittel betrifft, sondern auch den Empfänger treffen kann. So ist es beispielsweise gem. § 6 a Arzneimittelgesetz verboten, Arzneimittel zu Dopingzwecken im Sport einzusetzen, diese in Verkehr zu bringen, zu verschreiben oder bei anderen anzuwenden.

Gem. § 6 a Abs. 2 S. 1 ist es verboten, Arzneimittel und Wirkstoffe, die im Anhang zu diesem Gesetz (Arzneimittelgesetz) genannte Stoffe sind oder enthalten, in nicht geringen Mengen zu Dopingzwecken im Sport zu besitzen, sofern das Doping bei Menschen erfolgen soll. Gem. § 95 Abs. 1 Nr. 2 a und b Arzneimittelgesetz wird dies mit Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren oder mit Geldstrafe bedroht.

Im Anhang zum Arzneimittelgesetz ist sowohl das Mittel 1- Testosteron sowie zahlreiche weitere Mittel genannt.

In der Regel wird die Einfuhr durch den Zoll überwacht. Sofern festgestellt werden sollte, dass Sie ein solches Produkt im Ausland bestellt haben sollten und Sie als Lieferadresse genannt sind, müssen Sie sich auf ein Ermittlungsverfahren des Zolls bzw. der Staatsanwaltschaft einstellen. Dabei können Ihnen die oben genannten Strafen drohen.

Es ist daher unbedingt davon abzuraten, ein solches Risiko einzugehen.

Gruß idur

Wie man in den Wald ruft so schallt es zurück!
Written on: 20. 10. 19 [23:19]
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MyHandicap Engagementsiegel
colores
Posts: 2098
Danke Rudi
Mal eine echt hilfreiche Information !
Kauft nie Medikamente oder Pillen die von fragwürdigen Händlern angeboten werden !
Written on: 28. 10. 19 [16:48]
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knorpelchen
Posts: 274
colores, glaubst du das es jetzt im forum keine unerlaubte werbung von eigentlich verschreibungspflichtigen medis aus dem netz mehr geben wird? icon_cry.gif

freundlicher gruß
wer mich beleidigen kann bestimme ich selbst, bestimmten usern antworte ich nicht (mehr)

"Lächeln ist die eleganteste Art, seinen Gegnern die Zähne zu zeigen"
Werner Finck

Written on: 28. 10. 19 [16:59]
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idur65
Topic creator
Posts: 1717
@knorpelchen,
wieder gibst du deinen unqualifizierten Senf dazu.
Die Info soll und kann die Werbung nicht verhindern, aber jeder Käufer und Werbelinkeinsteller kann sich über die Folgen informieren.

Kümmere dich lieber um dein "beliedigen" icon_wink.gif

Gruß idur

Wie man in den Wald ruft so schallt es zurück!
Written on: 28. 10. 19 [18:23]
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