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Wie gewinne ich das Vertrauen meines Partners für die Betreuung seiner 29 jährigen Tochter?

Topic Status: beantwortet

 » Plauderecke
Landesflagge: IT
Natalizia
Themenersteller
Beiträge: 3
Mein Partner und ich sind seit 4,5 Jahren ein Paar.
Er hat eine Tochter mit Gendefekt (3p Deletion Syndrom) und sie muss 24h betreut werden. Während er arbeitet, kommt eine Betreuerin.
Mir stellen sich 2 Probleme, die ich noch nicht lösen konnte:
1. Ich konnte sein Vertrauen noch nicht gewinnen, dass er sie mir für wenige Stunden überlässt, damit er selber ein bisschen mehr Freizeit zu erlangen kann.
2. Ich konnte keine Gefühle der Zuneigung ihr gegenüber entwickeln, was mich sehr beschäftigt (ich habe grundsätzlich keine grosse Verbundenheit zu Kindern und auch keinen Mutterinstinkt).

Mein Ziel ist unseren Alltag ausgeglichener und als
Familie mit Verantwortlichkeiten gestalten zu können, auch und gerade wenn seine Tochter da ist. Ich bin überzeugt, die fehlende Zuneigung zu ihr aufbauen zu können, wenn ich ein bisschen Zeit zu zweit (sie und ich) verbringen könnte.

[Dieser Beitrag wurde 4mal bearbeitet, zuletzt am 22.01.2021 um 20:45.]
Verfasst am: 22. 01. 21 [20:35]
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Helmut60
Beiträge: 822
Hallo Natalizia,

ich fürchte, bevor er dir seine Tochter anvertraut, muß er sich sicher sein, das seine Tochter "gut mit dir kann". Da du selber schreibst, das du in all den Jahren keine Gefühle der Zuneigung der Tochter gegenüber entwickeln konntest, kommt die Frage auf : Würdest du jemandem deine schwerbehinderte Tochter anvertrauen, der nach so vielen Jahren keine Zuneigung zur ihr entwickelt hat ?

Kann sein das die Tochter mauert, weil sie ihre Vater nicht teilen will, kann sein das er dich nicht mit seiner Tochter belasten will,.... kann sein das die Tiochte rmit 29 J. kein Kind mehr ist, und von dir nicht so behandelt werden will...

Das ganze ist ohne solche Probleme schon derart vielfältig, das jemand der gefühlsmäßig "nicht wirklich da ist", halt Probleme damit hat. So gesehen mußt du an dir arbeiten, damit du offener mit beiden umgehen kannst.

icon_smile.gif Helmut

Betroffen ist .....meine Tochter Sonja. Sie hatte im Alter von 2 Wochen eine schwere Meningitis, und ist heute mit 36 J. auf dem Stand von 9 - 15 Monaten. ... sowie meine Frau, Sie hat eine schw. Psychose... und zu guter letzt ich selbst....100 % schwerbehindert.
Verfasst am: 22. 01. 21 [22:33]
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Natalizia
Themenersteller
Beiträge: 3
Lieber Helmut - danke für deine schnelle Antwort. Ich werde mir zu deinen Worte Gedanken machen!

Fakt ist, dass mein Partner seine Tochter niemandem überlässt, auch denjenigen Personen nicht, die einen besonders herzlichen Draht zur Tochter haben.
Nur wenn er als Physiotherapeut arbeitet, ist die (tolle!) Betreuerin ein fixer Teil seines Alltags während seiner Abwesenheit.
Alessandra läuft fast ohne Probleme, spricht in “ihrer” Sprache und dass sie mit mir auch ohne ihren Vater mit käme hat sie mir schon mehrmals bestätigt (habe sie schon paar Mal gefragt icon_wink.gif ).
Da denke ich würde ein (zwei, viele, unzählige!) nur ich-und-sie Erlebnis sowohl der Beziehung zwischen ihr und mir helfen, wie auch das Vertrauen meines Partners stärken?

[Dieser Beitrag wurde 4mal bearbeitet, zuletzt am 23.01.2021 um 08:29.]
Verfasst am: 23. 01. 21 [07:56]
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Pascal_MyHandicap
Beiträge: 114
Liebe Natalizia,

Vielen Dank für die Frage und das damit Verbundene Vertrauen in unsere Community.

Wen ich deine Worte lese ist mir bewusst, dass dies nicht einfach für dich ist.

Grundsätzlich kann ich mich dem Kommentar von Helmuth anschliessen, das bevor er dir seine Tochter anvertraut, muß er sich sicher sein, das seine Tochter "gut mit dir kann.

An deiner stelle würde ich versuchen in Gesprächen freundlich und nicht fordernd über die Angelegenheit zusprechen. LG Pascal

Projektleiter My Handicap Pascal
Verfasst am: 26. 01. 21 [09:47]
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Natalizia
Themenersteller
Beiträge: 3
Pascal_MyHandicap hat geschrieben:

Liebe Natalizia,

Vielen Dank für die Frage und das damit Verbundene Vertrauen in unsere Community.

Wen ich deine Worte lese ist mir bewusst, dass dies nicht einfach für dich ist.

Grundsätzlich kann ich mich dem Kommentar von Helmuth anschliessen, das bevor er dir seine Tochter anvertraut, muß er sich sicher sein, das seine Tochter "gut mit dir kann.

An deiner stelle würde ich versuchen in Gesprächen freundlich und nicht fordernd über die Angelegenheit zusprechen. LG Pascal

Hoi Pascal - bin au e Schwiizerin icon_smile.gif
Ich “sauge” jeden Tipp auf und nehme mir alle Feedbacks sehr zu Herzen. Danke viel Mal auch an Dich.
Der Austausch ist zum Glück sehr offen mit meinem Partner und er versteht mich - wie ich auch ihn verstehe. Niemand würde ein eigenes Kind mit all seinen Besonderheiten jemandem überlassen ohne 110% sicher zu sein, dass alles gut geht.

Mein Vorschlag war gestern, dass ich meinen Berufsalltag so regle, dass ich mindestens einen Nachmittag mit ihr zusammen sein kann in der Woche, wo wir zu dritt sind. Vielleicht ist das ein Schritt nach vorn und er sieht wie sie und ich zusammen sind und kann Vertrauen gewinnen? Und für sie und mich ist es Gelegenheit, sich endlich besser kennen zu lernen?

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 26.01.2021 um 18:54.]
Verfasst am: 26. 01. 21 [18:52]
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