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Warum ist mein Oberschenkelschaft viel zu gross und hat ein Zebramuster ?

Topic Status: beantwortet

 » Gesundheit, Hilfsmittel & Medikamente
Landesflagge: DE
Eddyeinbein
Themenersteller
Beiträge: 2
Als der Gips - Abdruck für den Oberschenkel - Schaft bei mir von einem 34er Silikonliner gemacht wurde , nahm mein Oberschenkel 2 cm im Umfang zu , darum bekam ich einen 36er Silikonliner . Was mir eigentlich nicht in den Kopf will , ist da+ der Schaft trotzdem viel zu groß war und schon Gebrauchsspuren hatte . Mittlerweile trage ich wieder einen 34er Liner und viel Klebekissen im Schaft was mir ziemliche Druckschmerzen bereitet . Meine Amputation war am 05.10.2016 verheilt. alles ist sehr schön verheilt . Der Schaft ist auch zu lang und drückt genau auf die Narbe meiner Leiste . Was ziemlich schmerzhaft ist , so dass ich nach 30 Minuten Gehversuche die Prothese ausziehen muss . Der Orthopädiemechaniker erklärte mir das sei normal . Seit mindestens 6 Wochen hat sich mein Stumpf nicht mehr verändert . Als ich den Schaft bekam konnte ich jeweils links und rechts eine meiner Hände noch ganz reinschieben . Worauf man den Schaft obenrum mit seltsam geformten 1 - 1,5 cm starken Klebekissen beklebt hat , was mir ebenfalls Schmerzen bereitet . Wie soll ich da gehen lernen ? Oder : Was kann ich dagegen unternehmen . Wenn der Schaft besser passen würde , könnte ich schon deutlich weiter sein . Aber es passiert nichts außer bekleben . Ich weiß nicht was ich noch machen soll .
Verfasst am: 08. 02. 17 [11:50]
Die Website für Menschen mit Behinderung und schwerer Krankheit / Community for disabled people
Gelöschter Benutzer
Hallo,
eine genaue Diagnose übers Internet zu stellen ist natürlich schwierig. Wenn du allerdings das Gefühl hast, dass der Schaft nicht passt, dann muss dieser dringend vom Techniker nachgebessert werden. Das ist zwar mühsam, aber wie gut die Prothese sitzt hängt ganz allein von Dir ab. Das heißt immer wieder hingehen und nachbessern lassen. Dass der Schaft am Anfang mit Kissen ausgepolstert wird, ist normal. Solange bis sich der Stumpf nicht mehr verändert und ein definitiver Schaft gebaut werden kann. Oder der Stumpf verändert sich derartig stark, dass ein neuer Gipsabdruck genommen werden muss.
Gib nicht auf und bleibe auf jeden Fall dran. Druckstellen sollte der Schaft wenn möglich keine verursachen.

Wenn all deine Bemühungen nicht helfen, besprich die Thematik mit deinem Sachbearbeiter der Versicherung und wechsel unter Umständen den Prothetiker. Das empfehle ich aber erst als zweiten Schritt!! Erstmal mit dem Prothetiker sprechen und alles schildern was du ausgebessert haben möchtest bzw. was es für Probleme gibt. Denn der Fortschritt den wir mit der Prothese erreichen, liegt zu großen Teilen in unserer Hand.
Verfasst am: 08. 02. 17 [20:50]
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einbein
Beiträge: 826
Bis eine Prothese gut passt und du gut damit gehen kannst, dauert das schon eine Zeit und erfordert viel Einsatz von dir und dem Trthopädietechniker (OT).

Es sind mehrere Faktoren, die sich hier überlagern und verändern:
- Die Wundheilung verursacht eine Schwellung im Stumpf. Die innere Heilung dauert im Schnitt 3..4 Monate.
- Muskeln, die nicht mehr gebraucht werden, werden ab, bzw. in Bindegewebe umgebaut.
- Das Lympfsystem arbeitet am limit und ist eigentlich für diese Aufgabe nicht ausgelegt und dadurch anfangs völlig überlastet.
- Es kommt im Verlauf zu "Entzündungsprozessen", die zu Schwellungen führen.
- Muskulatur an anderer Stelle muss aufgebaut werden, um die Prothese zu führen und Stabilität darin zu bekommen.
- Muskeln verkürzen sich und Muskelansätze gingen verloren. Das führt zu einem Muskel-Ungleichgewicht.
- Verkürzte Muskeln müssen gedehnt werden.
- Inaktivität vor und nach der Amputetion tun ihr übriges
....

Prothese gehen ist Leistungssport. Wenn man die Grundfittnes nicht bereits mitbringt, muss man sich diese erst erarbeiten. Dazu kommt die erforderliche Willensstärke, sein Ziel zu erreichen. Begleitende Störfaktoren (Rauchen, Übergewicht, Alkohol, Diabetis) füssen auf ein geeignetes Maß geführt werden.
Es kommt immer auf das Team: Patient, OT, Physiotherapeut (PT) an, wie gut das Ergebnis wird. Ein guter Patient kann einen schlechten OT und einen schlechten PT zum teil kompensieren. Der allerbeste OT kann aber ohne geeignete Mitarbeit und Feedback durch den Patienten, niemals ein perfektes Ergebnis erreichen. Beide müssen die Geduld und den Fleiß mitbrinegn selbst tageweise Schwankungen auszugleichen.

Dass dir dein OT eine gebrauchte Prothese angedreht hat, kannst du zu 100% ausschließen. Es kommt schon vor und ist meiner Meinung auch durchaus legitim, dass Teile probehalber verbaut und dann auch weiterverwendet werden. Die alle wegzuwerfen, wäre auch blödsinn. Zugeschnittene und getragene Liner kann man nicht weiter verwenden. Auch keinen Schaft.

Man kann auch bei einem OT mal daneben liegen oder es passt einfach die Chemie nicht. In der Regel sind aber alle gute Fachleute und versuchen ihr Bestes. Nicht jeder neueste Schnickschnack ist für jeden Patienten optimal. Die Erfahrung zeigt aber, dass man zu einem neuen OT immer etwas mitbringt: sich selbt.

Bei Fragen einfach melden.




Was du heute nicht erlebst, kannst du morgen nicht nachholen ohne etwas anderes zu verpassen.
Verfasst am: 10. 02. 17 [14:35]
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Eddyeinbein
Themenersteller
Beiträge: 2
einbein hat geschrieben:

Bis eine Prothese gut passt und du gut damit gehen kannst, dauert das schon eine Zeit und erfordert viel Einsatz von dir und dem Trthopädietechniker (OT).

Es sind mehrere Faktoren, die sich hier überlagern und verändern:
- Die Wundheilung verursacht eine Schwellung im Stumpf. Die innere Heilung dauert im Schnitt 3..4 Monate.
- Muskeln, die nicht mehr gebraucht werden, werden ab, bzw. in Bindegewebe umgebaut.
- Das Lympfsystem arbeitet am limit und ist eigentlich für diese Aufgabe nicht ausgelegt und dadurch anfangs völlig überlastet.
- Es kommt im Verlauf zu "Entzündungsprozessen", die zu Schwellungen führen.
- Muskulatur an anderer Stelle muss aufgebaut werden, um die Prothese zu führen und Stabilität darin zu bekommen.
- Muskeln verkürzen sich und Muskelansätze gingen verloren. Das führt zu einem Muskel-Ungleichgewicht.
- Verkürzte Muskeln müssen gedehnt werden.
- Inaktivität vor und nach der Amputetion tun ihr übriges
....

Prothese gehen ist Leistungssport. Wenn man die Grundfittnes nicht bereits mitbringt, muss man sich diese erst erarbeiten. Dazu kommt die erforderliche Willensstärke, sein Ziel zu erreichen. Begleitende Störfaktoren (Rauchen, Übergewicht, Alkohol, Diabetis) füssen auf ein geeignetes Maß geführt werden.
Es kommt immer auf das Team: Patient, OT, Physiotherapeut (PT) an, wie gut das Ergebnis wird. Ein guter Patient kann einen schlechten OT und einen schlechten PT zum teil kompensieren. Der allerbeste OT kann aber ohne geeignete Mitarbeit und Feedback durch den Patienten, niemals ein perfektes Ergebnis erreichen. Beide müssen die Geduld und den Fleiß mitbrinegn selbst tageweise Schwankungen auszugleichen.

Dass dir dein OT eine gebrauchte Prothese angedreht hat, kannst du zu 100% ausschließen. Es kommt schon vor und ist meiner Meinung auch durchaus legitim, dass Teile probehalber verbaut und dann auch weiterverwendet werden. Die alle wegzuwerfen, wäre auch blödsinn. Zugeschnittene und getragene Liner kann man nicht weiter verwenden. Auch keinen Schaft.

Man kann auch bei einem OT mal daneben liegen oder es passt einfach die Chemie nicht. In der Regel sind aber alle gute Fachleute und versuchen ihr Bestes. Nicht jeder neueste Schnickschnack ist für jeden Patienten optimal. Die Erfahrung zeigt aber, dass man zu einem neuen OT immer etwas mitbringt: sich selbt.

Bei Fragen einfach melden.



Dateianhang

1.jpg (Typ: image/jpeg, Größe: 145.93 Kilobyte) — 203 mal heruntergeladen
Verfasst am: 10. 02. 17 [17:00]
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swisswuff1
Beiträge: 682
Bis die erste Prothese mal soweit ist dass es passt, ist es schon ein echtes Herumeiern. Das muss mal gesagt sein.

Ich hatte zu Anfang sogar innen noch eine kleine Silikonkappe drin, um den Druck besser zu verteilen. Es wird nie total, 100%, aufs äusserste, extrem, super perfekt passen - mein Stumpf schwankt in Umfang/Volumen im Wochenverlauf immer noch so stark, dass ein Hartschaft bei mir nicht geht. Da muss man drüber stehen, man ist kein ISO-zertifizierter Massstab, sondern mal so mal anders. Es wird besser über die Jahre, das schon.

Polster sind gar nicht schlecht. Ich hatte mal eine zeitlang eine dünne Schuheinlage im Schaft der Armprothese drin : ) ich habe auch so dünne Schuheinlagen in den Schuhen. Insgesamt sind diese Einlagen, Polster etc., eher angenehmes Zeug um eine Passform generell anzunähern, finde ich. Aber man muss schon dran bleiben. Und ein sehr flaches langes Polster ist vermutlich angenehmer als dicke runde Dinger.

Ich habe mir das Buch 'Do it yourself' gekauft. Auf deutsch ungefähr: 'Selbst ist der Mann'! Aber es muß heute ja englisch sein. (DONALD DUCK, aus Selbst ist der Mann)
Verfasst am: 11. 02. 17 [12:14]
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