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Amtsarzt Arbeitsamt - Multiple Sklerose 50 % Schwerbehinderung - die Beschwerden seien subjektiv, voll Arbeitsfähig

Topic Status: beantwortet

 » Recht & Soziales
Landesflagge: DE
Alba71
Themenersteller
Beiträge: 2
Liebes Forum, ich wollte einmal berichten, was mir gerade passiert ist: banghead.gif
Ich, w, 46, habe seit Dez 2015 MS, Schwerbehinderung 50 % unbegrenzt, arbeite Teilzeit bisher. Seit Juni krankgeschrieben wegen Schlaflosigkeit. Sämtliche Hammermedikamente wirkungslos (von SChlaftabletten, über Antidepressiva, Neuroleptika und Schlafhormon). Reha ist beantragt.

Ich arbeite seit 13 Jahren in einer Firma, wo ich bisher 30 STd. gearbeitet habe. Arbeit ist für mich niciht mehr zu bewältigen, 40 mails am Tag, zwei Arbeitsplätze. Stress pur.

Neben MS habe ich chronische Blasenentzündung seit der MS, gebrochenen RÜckenwirbel (kann nicht lange sitzen), mittlerweile chronische Schlaflosgikeit, Bluthochdruck, Schuppenflechte, vor 2 Jahren Vorhofflimmern.

War heute nach Vorladung beim Amtsarzt vom Arbeitsamt, der meine Arme und Beine hin und hergebogen hat, mich geradeaus hat gehen lassen und meinte nach 5 Minuten "Sie sind voll arbeitsfähig". Meine Beschwerden und dass ich durch die Fatigue meine Arbeit nicht mehr schaffe erntete nur ein "Ihre Beschwerden sind subjektiv".

Ich muss dazu sagen, ich bin alleine, kümmer mich um meine 82jährige Mutter neben dem Beruf. Mit der MS schon allein genug beschäftigt, total müde durch Fatigue und max 1-2 Std Schlaf in der Nacht und schaffe es gerade mal, Lebensmittel zu kaufen. Dann bin ich schon kaputt.

Der Kommentar vo Amtsarzt hat mich wütend gemacht und ich meinte Sie wollen von Arm und Beinbeugen , bei dem ich übrigens Schmerzen hatte, weil ich eine Schleimbeutelentzündung habe, beurteilen, wie es mir geht?

Dazu kommt noch seit 4 Wochen Tiefton-Tinnitus auf dem linken Ohr, weswegen ich in HNO Behandlung bin.

Der Arzt meint nur süffisant, Rente brauchen Sie gar nicht erst beantragen, Sie können ja laufen, da haben Sie keine chance. Und nach Ablauf des Krankengeldes (was in 5 Monaten der Fall ist) würde ich weder Arbeitslosengeld bekommen noch Rente. Da nichts bewilligt würde.

Rückfragen unterbrach sie mich, sie sei nicht die Leistungsstelle.

ich fand die Behandlung unverschämt. Mir geht es grottenschlecht, ich bin nicht arbeitsfähig, weil ich so kaputt und schlaflos bin und kann auf keinen Fall das Arbeitspensum mehr schaffen.

Hat jemand ähnliche Erfahrungen? Bin noch krankgeschrieben, aber weiß im MOment nicht, wie es weitergehen soll. Da ich ja angeblich keine Rente beantragen brauche, da ich ja laufen kann und Arbeitslosengeld auch nicht bekäme....

Dann kam noch mein alter Reha-Bericht würde mich als 6 - 8 Std. arbeitsfähig einstufen. Mein Einwand, das sei 1,5 Jahre her und ich habe jeden Tag damals auf der Matte gestanden, dass ich das Reha-Pensum nicht schaffe, wurde überhört und ignoriert. Ich bin dann noch raus mit den Worten, sie interessiert überhaupt nicht, was ich habe oder wie es mir geht, für Sie bin ich arbeitsfähig, weil sie meine Arme hin - und herbiegen können. Ich erntete nur dämliches Dauergrinsen von der Tante.

Ist das wirklich so? Bekäme ich nach den 78 Wochen noch nicht einmal Arbeitslosengeld? Ich bin ja noch in einem Arbeitsverhältnis, das ruht, was ich aber nicht mehr schaffen kann. Ich dachte es gäbe so ein Zwischengeld (ich weiß nicht, wie das heisst, in Höhe von Arbeitslosengeld). Das zumindest.

Aber sie sagte, ich würde direkt in Hartz 4 rutschen........ icon_frown.gif

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 25.09.2017 um 14:21.]
Verfasst am: 25. 09. 17 [14:21]
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Gelöschter Benutzer
Hallo,

kurz gesprochen...

wenn der Bescheid vorliegt, mit der Anlage des ärzlichen Befundberichtes des "Vertrauensarztes" der die Arbeitsfähigkeit attestierte, kann man unmittelbar einen Widerspruch einlegen!

Im Widerspruch können sämtliche Anmerkungen zum Befundbericht geäußert werden.
z.B.
- keine ausreichende Berücksichtigung der neurologischen Erkrankung - Schlaflosigkeit, Fatigue, Glieder-Schmerze usw. (Fachärztliche Begutachtung fehlt, da meist der begutachtende Arzt "nur" ein Arbeitsmediziner ist oder ein Neurologe kann nicht zu 100% arbeitsmedizinische Bewertungen machen)
Jeder Facharzt kann nur in seinem Fachbereich eine 100% Aussage treffen.

Das du persönlich und im privatem Leben zusätzlich eine Person pflegst ist in so weit nebensächlich, da es in erster Linie um deine Arbeitsfähigkeit geht. Hier darf man nicht Äpfel mit Birnen vermengen.
Arbeitsunfähig ist man nicht, weil man jemanden nebenbei pflegt.
Bist du aus familären Gründen zur häuslichen Pflege verpflichtet, Nachweise müssen dazu erbracht werden, kann man dich bei einer Stellenvermittlung durch das Arbeitsamt zurückstellen.
Die "Rente wegen Erwerbsminderung" - und damit nicht mehr Erwerbsfähig, steht erst zur Diskussion, wenn man nicht mehr als 3 Std. arbeiten kann. Arbeitsmedizinische Befundberichte werden beurteilt ob jemand noch mehr als 3 Stunden auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt tätig sein kann.

Gruß
rollispeedy


Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, dass er tun kann, was er will, sondern, dass er nicht tun muss, was er nicht will.
-Jean-Jacques Rousseau-
Verfasst am: 27. 09. 17 [11:26]
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Landesflagge: DE
Alba71
Themenersteller
Beiträge: 2
Also ich bin ja noch in einem ruhenden Arbeitsverhältnis. Habe ich aber vorsorglich beim Arbeitsamt gemeldet, da ich nicht weiß (kleine Firma, meine Arbeit wird dringend benötigt), ob sie mich nicht doch betriebsbedingt kündigen.

Der Bericht sagte der Amtsarzt geht zum Sachbearbeiter. Ich könnte vielleicht da eine Kopie des "Gutachtens" verlangen.

Ich bin im Moment überhaupt nicht arbeitsfähig, da ich max. 2-3 Stunden schlafe, jetzt auch noch Tiefton-Tinnitus habe und Schwindelattacken. Daher bin ich seit Juni krankgeschrieben durch Neurologen. Keine Wirkstoffgruppe schlägt an, noch nicht einmal künstliches Schlafhormon. Es folgt vielleicht noch neues MRT, ob ein neuer Herd für die Probleme verantwortlich ist, aber das ist alles noch offen.

Ich bin so kaputt, hellwach und gleichzeitig hundemüde, dass ich noch nicht einmal meinen Haushalt gebacken kriege, geschweige denn, für mich einzukaufen. Aber ich muss ja, da ich alleine bin und keinerlei Hilfen hab.

Fakt ist, mein Krankengeld läuft in ein paar Monaten aus und ich frag mich, was passiert, wenn Amtsarzt sagt arbeitsfähig (seine Untersuchung bestand wie gesagt nur aus Reflex klopfen und bücken Sie sich mal zu ihren Füßen), Neurologe aber sagt, Nein....... Wir werden sehen.

[Dieser Beitrag wurde 2mal bearbeitet, zuletzt am 27.09.2017 um 11:45.]
Verfasst am: 27. 09. 17 [11:41]
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Kohlrabi
Beiträge: 364
Hallo Alba

Für die Hilfe in diversen Angelegenheiten und um dich etwas zu entlasten, frage doch mal beim Deutschen Roten Kreuz nach.

Viel Glück und alles Gute


Kohlrabi
Verfasst am: 29. 09. 17 [11:37]
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lapplandfee
Beiträge: 5
Hallo Alba,

beantrage bei der DRV Erwerbsminderungsrente! Dieses Formular kannst du bei der DRV bekommen, zuschicken lassen oder im Internet runterladen.
Füge alle Unterlagen die du über deinen Krankheitsverlauf hast dazu, incl. dem Bericht des Amtsarztes. Gib das Ganze dann persönlich bei der DRV deines Wohnortes ab. Du bekommst dann eine Bestätigung, dass du den Antrag abgegeben hast. Du lässt dich eventuell auch noch mal beraten. Nach einiger Zeit wirst du von der DRV zur Begutachtung eingeladen und einige Wochen danch bekommst du einen Bescheid darüber, wie über den Antrag entschieden wurde.

Erst mal ist völlig egal wie lange du noch Erwerbsfähig/Arbeitsfähig bist. Diese Einschätzung trifft dann der Gutachter der DRV.

Fragen beantworte ich dir gerne auch persönlich
lapplandfee

Männer und/oder Frauen zwischen 50-60 zur Freizeitgestaltung in OWL
Verfasst am: 02. 10. 17 [11:15]
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