Betreutes Wohnen - Behinderung und Alter

Behindertengerechtes Bauen hat einen engen Zusammenhang mit altersgerechtem Bauen. Denn viele Behinderungen sind einerseits altersbedingt, andererseits haben ältere Menschen ähnliche Bedürfnisse wie Menschen mit einer Behinderung. Dies wurde in zwei Projekten in den Kantonen St. Gallen und Bern erkannt.

In St. Gallen wird seit über zehn Jahren ein erfolgreiches Projekt durchgeführt, das den Pflege- mit dem Gemeinschaftsgedanken verbindet. Beim Bau „Flurgarten“ der Alters- und Wohngenossenschaft Logiscasa wurde preisgünstiger- und behindertengerechter Wohnraum für Seniorinnen und Senioren realisiert. Das Ziel, eine Wohnung zu einem Preis unterhalb von 1000.- anbieten zu können, erforderte jedoch ein spezielles Finanzierungsmodell. Letztendlich stellte die Gemeinde das Land sehr günstig zur Verfügung und Genossenschafter, Mieter und Sympathisanten schossen Geld ein. Die Stadt St. Gallen gab als Genossenschafterin ein Darlehen von 40'000 Franken. Das Haus konnte auch durch einen Beitrag der Schweizerischen Age Stiftung in der Höhe von 400'000.- ausgebaut werden und bietet heute Pflegeleistungen «à la carte» an. Ein an den Wohnkomplex angeschlossenes Kompetenzzentrum deckt alle altersmedizinischen Bedürfnisse ab, integrierte Restaurants organisieren bei Bedarf Familienferien oder Hauslieferungen von Mahlzeiten.

Pflegewohngruppen in Bern

Der Verein Sehhilfe Bern setzt im Neufeldhaus Menschen mit Behinderung in einen direkten Kontakt zu älteren Menschen. Eine Bewohnerschaft von 85 Personen setzt sich zu je der Hälfte aus AHV- und IV-Bezügern zusammen. Im Haus befinden sich ein Wellnessbad und ein Gemeinschaftsraum für diverse Aktivitäten. Ansonsten besteht der Bau aus Wohnungen von einem bis zu drei Zimmern. Seit kurzem gibt es auch Pflegewohngruppen für je acht Personen. Auch hier konnte dank Subventionen verschiedener Partner günstiger Wohnraum geschaffen werden. Und auch hier wurde grossen Wert auf gemeinschaftliche Innen- und Aussenräume gesetzt. Zudem ging man mit baulichen Massnahmen speziell auf die Sinneswahrnehmung von Menschen ein, die im Verlauf ihres Lebens erblindeten.

Text: Adrian Hauser

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